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Österreichischer Einkaufsmanagerindex: Industrieproduktion steigt im Juli wieder
Ergebnisse auf einen Blick
Leichter Produktionsanstieg markiert beste
Performance seit Mai 2022
Anhaltender Auftragsrückgang sorgt erneut für
Stellenabbau
Geschäftsaussichten verbessern sich deutlich auf
41-Monatshoch
Die Industrieunternehmen Österreichs steigerten ihre
Produktion zum Start ins dritte Quartal wieder. Trotz des
stärksten Zuwachses seit Mai 2022 blieb die Rate aufgrund
des anhaltenden Auftragsmangels äußerst mager, und
auch die Beschäftigung wurde ein weiteres Mal reduziert.
Der Geschäftsausblick binnen Jahresfrist verbesserte sich
hingegen sprunghaft und erreichte den höchsten Wert seit
knapp dreieinhalb Jahren.
Engpässe bei Produktionsmaterialien sorgten indes dafür, dass
die Einkaufspreise erstmals seit drei Monaten wieder anzogen.
Gleichzeitig verlängerten sich die Lieferzeiten zum zweiten
Mal hintereinander. Dass die Unternehmen den Kostenanstieg
anderweitig kompensierten, zeigte sich an den Verkaufspreisen, die den dritten Monat in Folge gesenkt wurden.
Der saisonbereinigte UniCredit Bank Austria Einkaufsmanagerindex kletterte im Juli auf 48,2 Punkte von 47,0 im
Juni. Der Hauptindex setzt sich aus den Unterindizes für
Produktion, Auftragseingang, Beschäftigung, Vormateriallager
und Lieferzeiten zusammen und spiegelt das Ergebnis der Juli-Umfrage zur Konjunkturlage der Industrie Österreichs in einem
Wert wider.
Der abermals unter der Referenzmarke von 50,0 Punkten
liegende Wert deutet auf weitere – wenn auch abgeschwächte
– Geschäftseinbußen hin. Dahinter verbarg sich allerdings
die zweite Produktionsausweitung innerhalb der letzten drei
Monate. Diese fiel zwar etwas kräftiger aus als im Mai und war
die stärkste seit über drei Jahren, insgesamt blieb sie jedoch
äußert dürftig.
Der Nachfragemangel hielt weiter an, was die Umfrageteilnehmer mit der zunehmenden Verunsicherung und der
Schwäche im Bausektor begründeten. Trotz Abschwächung
gegenüber Juni blieb der Auftragsrückgang signifikant. Bei den
Exporten war die Lage nahezu identisch.
Die Auftragsbestände wurden erneut abgearbeitet, diesmal
jedoch mit der kleinsten Rate seit Beginn des Abbaus Mitte
2022. Und auch die Mitarbeiterzahlen nahmen ein weiteres Mal
deutlich ab.
Die Einkaufsmenge wurde abermals reduziert, der Rückgang
fiel aber so schwach aus wie nie seit Beginn der Reduzierung
vor drei Jahren. Ungeachtet dessen sanken die Bestände an Vormaterialien erneut kräftig, was bei einigen Unternehmen auf die
höheren Produktionsanforderungen zurückzuführen war. Die
Fertigwarenlager wurden den zweiten Monat in Folge abgebaut,
allerdings nicht mehr ganz so stark wie zuletzt.
Die durchschnittlichen Lieferzeiten verlängerten sich derweil
zum zweiten Mal hintereinander und ähnlich deutlich wie im
Juni. Laut Befragten trugen Verzögerungen im Seefrachtverkehr
sowie Knappheiten bei bestimmten Vorprodukten zu der
Verlängerung bei.
Gleichzeitig sorgten Engpässe dafür, dass die Einkaufspreise
erstmals seit drei Monaten wieder moderat zulegten. Aufgrund
des hohen Wettbewerbsdrucks wurde der Kostenanstieg jedoch
nicht an die Kunden weitergegeben.
Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist verbesserten sich
sprunghaft auf den besten Wert seit Februar 2022. So hoffen viele
Branchenakteure auf einen allgemeinen Konjunkturaufschwung
und Erfolg beim Handelsabkommen zwischen der EU und den
USA.
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