 Konjunktur
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Datum/Zeit: 27.09.2025 15:42 Quelle: Konjunktur - Presseaussendung |
Österreichischer Einkaufsmanagerindex: Erster Produktionsrückgang seit drei Monaten im September
Ergebnisse auf einen Blick
Hauptindex sinkt aufgrund von Produktions- und
Auftragseinbußen
Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist auf Sechs-Monatstief
Anhaltender Rückgang der Verkaufspreise trotz
zunehmendem Kostendruck
Rückschlag für die Industrie Österreichs: Die Produktion
ging zum Ende des dritten Quartals aufgrund rückläufiger
Auftragseingänge wieder zurück, und der Stellenabbau
beschleunigte sich infolge eingetrübter Geschäftsaussichten.
Ein weiteres Indiz für die schlechten Nachfragebedingungen war,
dass die Verkaufspreise den fünften Monat in Folge reduziert
werden mussten, obwohl die Einkaufspreise so rasant zulegten
wie seit über zweieinhalb Jahren nicht mehr. Folglich gerieten
die Gewinnmargen zunehmend unter Druck.
Nachdem der saisonbereinigte UniCredit Bank Austria
Einkaufsmanagerindex (EMI) im August mit 49,1 Punkten ein
37-Monatshoch erreicht hatte, notierte er im September mit 47,6
auf einem Drei-Monatstief. Der Hauptindex setzt sich aus den
Unterindizes für Produktion, Auftragseingang, Beschäftigung,
Vormateriallager und Lieferzeiten zusammen und spiegelt
das Ergebnis der September-Umfrage zur Konjunkturlage der
Industrie Österreichs in einem Wert wider.
Hauptgrund für den Rückgang des EMI war, dass die Produktion
nach dem stärksten Anstieg seit über drei Jahren im Vormonat
erstmals seit drei Monaten wieder geringfügig zurückgefahren
wurde.
Ausschlaggebend hierfür waren die deutlicheren Auftragsverluste. So wies der Index Auftragseingang das größte Minus
seit Juni aus, was die Umfrageteilnehmer auf eine Reihe von
Faktoren zurückführten, darunter die US-Zölle, die Unsicherheit
unter den Kunden und den massiven internationalen Wettbewerbsdruck. Dementsprechend sanken auch die Exporte
stärker als im Juli und August.
Die Auftragsbestände wurden mit beschleunigter Rate abgebaut. Aufgrund des mangelnden Kapazitätsdrucks verstärkten
die Unternehmen auch den Stellenabbau zum zweiten Mal
hintereinander, sodass dieser wieder kräftiger ausfiel als in den
beiden Vormonaten. Seit Mai 2023 sinkt die Beschäftigung in der
Industrie Österreichs bereits ununterbrochen.
Die Einkaufsmenge wurde so deutlich reduziert wie seit drei
Monaten nicht, weshalb die Bestände an Vormaterialien
schneller abnahmen. Auch die Bestände an Fertigwaren gingen
infolge gezielter Lagerabbaubemühungen zurück.
Die Lieferzeiten verlängerten sich indes zum vierten Mal
hintereinander und ungefähr genauso stark wie in den drei
Vormonaten, was die Befragten auf Kapazitätseinschränkungen
auf Lieferantenseite und Engpässe bei bestimmten Materialien
zurückführten.
Der dritte Anstieg der Einkaufspreise in Folge war derweil so
stark wie zuletzt im Januar 2023, er blieb aber unter seinem
Langzeitdurchschnitt.
Ungeachtet des beschleunigten Kostenauftriebs wurden die
Verkaufspreise zum fünften Mal hintereinander und noch
etwas kräftiger reduziert als im August, was der schwachen
Nachfrage und dem daraus resultierenden Wettbewerbsdruck
zugeschrieben wurde.
Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist blieben letztlich
zwar positiv, der Optimismus sank jedoch auf den niedrigsten
Wert seit März.
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