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Österreichischer Einkaufsmanagerindex: Nachfrageschwäche sorgt im Juni wieder für Produktionsrückgänge
Ergebnisse auf einen Blick
Neuerliche Produktionseinbußen nach erstem
Zuwachs seit drei Jahren im Mai
Kräftigere Rückgänge bei Auftragseingang und
Beschäftigung
Lieferzeiten verlängern sich erstmals seit Dezember
2022
Die Industrie Österreichs ist zum Ende des zweiten Quartals
abermals geschrumpft. Ausschlaggebend hierfür waren
die neuerlichen Produktionseinbußen und beschleunigte
Rückgänge bei Auftragseingang und Beschäftigung. Die
Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist blieben zwar positiv,
die Zuversicht ließ gegenüber dem jüngsten Mai-Hoch jedoch
leicht nach.
Derweil verlängerten sich die Lieferzeiten erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder, was viele Umfrageteilnehmer auf
verzögerte Lieferungen aus Asien zurückführten. Ungeachtet
dessen sanken die Einkaufspreise angesichts der Nachfrageflaute und die Verkaufspreise wurden aufgrund des hohen
Wettbewerbsdrucks zum zweiten Mal hintereinander reduziert.
Der saisonbereinigte UniCredit Bank Austria Einkaufsmanagerindex rutschte mit 47,0 Punkten im Juni nach dem
28-Monatshoch von Mai (48,4) tiefer unter die neutrale
Referenzlinie und verharrte damit im rezessiven Bereich. Der
Hauptindex setzt sich aus den Unterindizes für Produktion,
Auftragseingang, Beschäftigung, Vormateriallager und Lieferzeiten zusammen und spiegelt das Ergebnis der Juni-Umfrage
zur Konjunkturlage der Industrie Österreichs in einem Wert
wider.
Die Produktion wurde im Berichtsmonat wegen der schwachen
Nachfrage wieder leicht zurückgefahren, nachdem sie im Mai
erstmals seit drei Jahren geringfügig gesteigert worden war.
Beim Auftragseingang mussten die Branchenakteure ein noch
gravierenderes Minus hinnehmen als im Vormonat, nicht zuletzt
aufgrund der Ausgabenzurückhaltung der Kunden. Und auch
bei den Auslandsbestellungen ging es mit beschleunigter Rate
bergab.
Infolge der Unterauslastung der Kapazitäten wurden die
Auftragsbestände noch etwas stärker abgebaut als zuletzt,
wenngleich deutlich langsamer als im Vorjahresdurchschnitt.
Gleichzeitig sanken die Beschäftigtenzahlen im Juni wieder
kräftiger als in den beiden Vormonaten.
Die Lagerabbaubemühungen setzten sich ebenfalls fort. So
nahmen die Bestände an Vormaterialien mit beschleunigter
Rate ab, und auch mit den Beständen an Fertigwaren ging es
erstmals wieder bergab.
Trotz reduzierter Einkaufsmenge verlängerten sich die durchschnittlichen Lieferzeiten das erste Mal seit Ende 2022 wieder.
Ursächlich hierfür waren unter anderem Verzögerungen bei
Lieferungen aus Asien, so die Befragten.
Nachdem sie im Mai nahezu unverändert geblieben und davor
drei Monate lang gestiegen waren, sanken die Einkaufspreise
wieder leicht. Mit dazu beigetragen haben laut Detailergebnissen der aktuellen Umfrage Preisnachlässe der Lieferanten.
Ähnlich verhielt es sich bei den Verkaufspreisen, die zum zweiten
Mal hintereinander reduziert wurden, allerdings nur moderat
und weniger stark als im Mai. Als Grund nannten die Betriebe
den hohen Wettbewerbsdruck.
Letztlich blieben die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Juni positiv, da viele Branchenakteure auf eine
generelle Konjunkturbelebung hoffen. Der Optimismus war
überdurchschnittlich hoch, wenngleich er gegenüber dem Elf-Monatshoch im Mai und dem Aprilwert nachließ.
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