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Stärkstes Wirtschaftswachstum der Eurozone im Januar seit sechs Monaten
Ergebnisse auf einen Blick:
Finaler Eurozone Composite Index: 52.6 (Flash 52.2, Finalwert Dezember 51.4)
Finaler Eurozone Service-Index: 52.7 (Flash 52.3, Finalwert Dezember 51.6)
Rangliste nach Composite Output Index (Jan.):
Irland 60.4 2-Monatstief
Spanien 56.9 5-Monatshoch
Deutschland 53.5 (Flash: 52.6) 3-Monatshoch
Italien 51.2 2-Monatshoch
Frankreich 49.3 (Flash: 49.5) 2-Monatstief
Die Eurozone erlebte einen positiven Start ins Jahr 2015. Das Wirtschaftswachstum beschleunigte sich den zweiten Monat in Folge und mit der höchsten Rate seit Juli letzten Jahres. Von den vier großen Volkswirtschaften der Eurozone verzeichneten Deutschland, Italien und Spanien Zuwächse, Frankreich setzte indes seine Talfahrt den neunten Monat hintereinander fort.
Der finale Markit Eurozone Composite Index (PMI®) legte gegenüber seiner Vorabschätzung um 0.4 Punkte zu und schloss bei 52.6 Punkten. Damit entsprach er in etwa dem Durchschnittswert für das gesamte letzte Jahr (52.7). Mittlerweile notiert er seit 19 Monaten im Wachstumsbereich.
Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor beschleunigte sich der Aufwärtstrend. Erneut erzielten die Dienstleister die größeren Zuwächse.
Die aktuelle Entwicklung speiste sich nicht zuletzt aus einer Zunahme der Neuaufträge. Ein robustes Plus verbuchten Irland (wenngleich etwas geringer als im Dezember) und Spanien (6-Monatshoch). Auch in Deutschland nahm die Auftragsvergabe an Unternehmen nach einem zweimonatigen Rückgang wieder zu. In Frankreich zeichnete sich indes eine weitgehende Stagnation ab, während Italien den fünften Monat in Folge Einbußen hinnehmen musste.
Auf Ebene der Eurozone verringerten sich die Auftragsbestände im Januar leicht. Dies trug zusammen mit den vermehrten Auftragseingängen dazu bei, dass sowohl Industrie- als auch Dienstleistungsunternehmen ihren Personalbestand aufstockten.
In Deutschland erreichte die Einstellungsrate ein 11-Monatshoch und in Spanien ein 88-Monatshoch. In Irland wurde erneut ein robuster Jobaufbau gemessen, wenngleich dieser schwächer ausfiel als in den beiden Vormonaten. Unternehmen in Frankreich und Italien bauten indes weitere Stellen ab.
Der jüngste Fall des globalen Ölpreises wirkte sich spürbar auf den Trend der Ein- und Verkaufspreise aus. Die durchschnittlichen Kosten verringerten sich erstmals seit insgesamt 20 Monaten. Dabei überwog die Entwicklung der Industrie, welche die größte Senkung der Einkaufspreise seit fünfeinhalb Jahren erlebte, einen durch höhere Löhne und Gehälter bedingten leichten Anstieg im Dienstleistungssektor. Die Kostenlast verringerte sich in Deutschland, Frankreich und Spanien, in Irland und Italien nahm sie hingegen zu.
Zugleich reduzierten sich die Verkaufspreise der Unternehmen so stark wie seit fast fünf Jahren nicht mehr. Alle vier großen Volkswirtschaften der Eurozone registrierten einen Preisverfall.
Servicesektor:
Im Dienstleistungssektor der Eurozone kletterte die Wachstumsrate im Januar auf ein 5-Monatshoch. Der finale Eurozone Service-Index Geschäftstätigkeit notiert seit nunmehr eineinhalb Jahren im Plus. Auch die Geschäftsaussichten* verbesserten sich und fielen so gut aus wie seit 10 Monaten nicht mehr.
Den stärksten Auftrieb verspürte nach wie vor Irland, wo die Steigerungsrate sich nahe ihres 6-Monatshochs von Dezember hielt. Spanien verbuchte den größten Zuwachs seit August letzten Jahres, in Deutschland wurde ein 3-Monatshoch gemessen.
Italien schaffte es zurück in den Wachstumsbereich und erzielte nach einem kleinen Aussetzer im Dezember den dritten Anstieg in vier Monaten. Frankreich bewegte sich derweil in die Gegen-richtung und erlitt die vierten Einbußen in fünf Monaten.
Förderlich für den allgemeinen Geschäftsverlauf in der Eurozone wirkten sich die weiter zunehmenden Neuaufträge aus. Deutschland, Spanien, Irland und Frankreich verbuchten jeweils ein Plus. Zugleich stabilisierten sich die Auftragsbestände nach einer siebenmonatigen Abbauphase.
Der Beschäftigungsaufbau weitete sich auf drei Monate aus. Obwohl die Einstellungsrate niedrig ausfiel, war sie doch die höchste seit Juli 2014.
Den größten Stellenzuwachs konnte Irland vor-weisen, wenngleich dieser geringer war als im Dezember. In Deutschland und Spanien beschleu-nigte sich der Trend auf ein 6- bzw. 9-Monatshoch.
Frankreich und Italien meldeten jeweils einen Jobabbau. Italien erlebte die größte Entlassungswelle seit April letzten Jahres, während in Frankreich zum zweiten Mal die mildeste Entlassungsrate seit 15 Monate gemessen wurde.
Hinsichtlich der Kosten fiel die Inflationsrate so niedrig aus wie seit fast fünf Jahren nicht mehr, da die Auswirkung von begrenzten Gehaltssteigerungen zumindest teilweise durch die Abnahme des Ölpreises und anderer Kosten ausgeglichen wurden. Bei den Verkaufspreisen zeichnete sich der stärkste Fall der letzten fünf Jahre ab.
*Zur Bestimmung der Geschäftsaussichten werden die Umfrageteilnehmer gebeten einzuschätzen, ob die Geschäftstätigkeit binnen Jahresfrist gegenüber dem aktuellen Befra-gungszeitraum höher, gleich oder niedriger ausfallen wird.
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