Konjunktur - Deutschland: Produktion und Neuaufträge ziehen im Januar leicht an

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Deutschland: Produktion und Neuaufträge ziehen im Januar leicht an


 Einkaufsmanager Index zu Jahresbeginn weiterhin im Plus

 Deutlich gebremster Beschäftigungsaufbau

 Stärkster Fall der Einkaufspreise seit fünfeinhalb Jahren

Der saisonbereinigte Markit/BME Einkaufsmanager Index hielt sich zum Jahresauftakt weiterhin im Wachstumsbereich. Der Index spiegelt die Lage des produzierenden Gewerbes in einem Wert wider. Allerdings gab er gegenüber Dezember von 51.2 auf 50.9 Punkte nach und wies damit lediglich ein moderates Industriewachstum aus. Negativ wirkte sich hierbei besonders eine Verlangsamung des Stellenzuwachses aus. Das Produktionsniveau nahm weiter zu und setzte so seinen Trend den 21. Monat in Folge fort. Der jüngste Anstieg entsprach einem 3-Monatshoch, lag aber unter seinem Langzeit-Durchschnitt.

Auch bei den Gesamtauftragseingängen ließ sich abermals ein Plus verzeichnen, doch auch dieses fiel unterdurchschnittlich gering und deutlich schwächer als zu Anfang des letzten Jahres aus. Einige der Befragten verwiesen diesbezüglich auf eine magere Exportnachfrage. Diese hatte sich insgesamt geringfügig verringert, nachdem im Dezember noch vermehrt Auslandsbestellungen eingegangen waren. Besonders aus Russland und Asien nahm die Nachfrage nach Angaben der Umfrageteilnehmer ab.

Der Jobaufbau schritt im Januar indes zwar weiter voran, doch waren nicht zuletzt aufgrund des neu eingeführten Mindestlohns und notwendiger Rationalisierungsmaßnahmen nur noch wenige Unternehmen zu Neueinstellungen bereit. Zugleich nahmen die Auftragsbestände zum zweiten Mal innerhalb der letzten drei Monate ab und wiesen damit auf freie Kapazitäten in den Industriebetrieben hin.

Dank verringerter Öl- und Energiepreise sanken die Kosten der Unternehmen weiter. Aktuell verringerten sie sich so markant wie seit Mitte 2009 nicht mehr.

Dies führte in Kombination mit einem gestiegenen Wettbewerbsdruck dazu, dass die Hersteller ihre Verkaufspreise den dritten Monat in Folge senkten. Die Vergünstigungen waren die höchsten seit Juli 2013, nahmen sich insgesamt aber nur gering aus.

Aus den jüngsten Umfrageergebnissen geht auch hervor, dass die Produzenten bei ihrer Lagerhaltung Vorsicht walten ließen. Sowohl die Vormaterial- als auch die Fertigwarenbestände nahmen mit annähernd derselben Rate wie im Dezember ab. Ihre Bestelllisten kürzten die Einkäufer den dritten Monat in Folge.

Hinsichtlich der Lieferzeiten der Zulieferer ließ sich die 18. Verlängerung in Folge messen, wobei sich die Wartefristen jedoch weniger ausweiteten als im Vormonat.

Oliver Kolodseike, Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Markit/BME Einkaufsmanager Index:

“Die EMI-Daten der Januar-Umfrage zeichnen ein gemischtes Bild von der Lage im deutschen Industriesektor. Wenngleich das Produktionsniveau gegenüber dem Vormonat leicht zugelegt hat, fiel der Zuwachs unterdurchschnittlich gering aus und wesentlich niedriger als zu Beginn des letzten Jahres. Zudem kam der Beschäftigungsaufbau beinahe zum Erliegen und die Auftragseingänge erhöhten sich nur geringfügig, wobei ein leichter Rückgang der Exportnachfrage das Neugeschäft belastete.

Die Hersteller profitierten indes – nicht zuletzt dank niedriger Öl- und Energiepreise – von der stärksten Kostensenkung seit Mitte 2009 und konnten ihre Verkaufspreise weiter reduzieren. Somit kommen die Preisnachlässe letztlich auch den Kunden zugute und es lässt sich hoffen, dass das Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten wieder anzieht.”




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