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Deutsche Wirtschaft verzeichnet im Januar wieder Zuwächse beim
Auftragseingang; stärkster Rückgang der Einkaufspreise seit 2009 Ergebnisse auf einen Blick:
Flash Deutschland Composite Index
Produktion bei 52.6 (Finalwert Dez. 52.0),
3-Monatshoch
Flash Deutschland Service Index Geschäftstätigkeit bei 52.7 (Finalwert Dez. 52.1),
3-Monatshoch
Flash Deutschland EMIâ„¢ Industrie bei 51.0
(Finalwert Dez. 51.2), 2-Monatstief
Flash Deutschland Index Industrieproduktion(4)
bei 52.3 (Finalwert Dez. 51.8), 3-Monatshoch
Dank neuerlicher Zuwächse beim Auftragseingang
hat die deutsche Wirtschaft im Januar wieder leicht
an Dynamik gewonnen. Dies signalisiert der
saisonbereinigte Markit Flash Deutschland
Composite Index Produktion, der gegenüber
Dezember um 0.6 Punkte auf 52.6 stieg und damit
ein Drei-Monatshoch erreichte. Erfreulich, dass
sowohl die Industrieproduktion als auch die
Geschäfte im Servicesektor stärker zulegten als
zuletzt.
Nach zweimonatigem Rückgang verbuchten die
Unternehmen im Januar zwar wieder einen
geringfügigen Zuwachs beim Auftragseingang,
das Plus fiel jedoch insgesamt deutlich niedriger
aus als zum Jahresauftakt 2014. In der Industrie
gingen so viele Neuaufträge ein wie zuletzt im
August, die Steigerungsrate blieb jedoch – wie
auch im Servicesektor – unterdurchschnittlich. Bei
den Auslandsbestellungen mussten die Industriebetriebe
das zweite Minus innerhalb der letzten drei
Monate hinnehmen, wofür die Befragten vor allem
die rückläufige Nachfrage aus Russland und Asien
verantwortlich machten.
Der Arbeitsmarkt zeigte sich weiter robust. So legte
die Beschäftigung wegen der hohen Geschäftsanforderungen
und der Abarbeitung der Auftragsbestände
insgesamt zum 15. Mal hintereinander zu.
Folglich nahmen die Auftragspolster auch in
beiden Sektoren ab, wenngleich insgesamt weniger
zügig als in den beiden Vormonaten.
Die Einkaufspreise sanken im Januar vor allem
wegen der Verbilligung von Öl und Energie nicht
nur zum zweiten Mal hintereinander, sondern auch
so stark wie seit fast fünfeinhalb Jahren nicht mehr.
Infolgedessen reduzierten die Unternehmen ihre
Verkaufspreise so deutlich wie zuletzt im Februar
2010.
In der Industrie verlängerten sich die
durchschnittlichen Lieferzeiten ein weiteres Mal.
Gleichzeitig nahmen die Bestände an
Vormaterialien und Fertigwaren gegenüber
Dezember ab.
Nach dem jüngsten Stimmungstief im Oktober
hellten sich die Geschäftsaussichten binnen
Jahresfrist im Servicesektor im Januar wieder
merklich auf. Für Optimismus sorgten laut Befragten neben neuen Geschäftschancen auch
neue Investitionen und der jüngste
Auftragszuwachs.
Oliver Kolodseike, der als Ökonom bei Markit auch
den Bericht zum Markit EMIâ„¢ Deutschland verfasst
hat, kommentiert:
“Dank neuerlicher Auftragszuwächse hat sich das
Wachstum der deutschen Wirtschaft im Januar wieder
leicht beschleunigt, womit Deutschland einen guten
Start ins 2015 erwischt hat. Gegenüber dem
Jahresauftakt 2014 fällt der Aufschwung diesmal aber
merklich schwächer aus.
Dessen ungeachtet brummt der Jobmotor - trotz der
Einführung des Mindestlohns – weiter, was die
Umfrageteilnehmer auf die wieder in Schwung
gekommene Nachfrage und die höheren
Geschäftsanforderungen zurückführten.
Die niedrigeren Öl- und Energiepreise sorgten
gleichzeitig dafür, dass die Einkaufpreise nicht nur
zum zweiten Mal hintereinander, sondern auch so
stark sanken wie zuletzt im September 2009.“
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