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Industrie zu Arbeitsmarkt: Deutschland überholt Österreich - Warnsignal für die Politik
IV-Generalsekretär Neumayer: Österreich verliert Platz 1 bei
geringster EU-Arbeitslosenquote - Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit Österreichs dringender denn je "Während die Arbeitslosigkeit in der Europäischen
Union insgesamt zurückgeht, kämpft Österreich mit weiterhin
steigenden Arbeitslosenzahlen und verliert seine EU-Spitzenposition
an Deutschland", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung
(IV), Mag. Christoph Neumayer, anlässlich der heute, Montag,
veröffentlichten Arbeitsmarktdaten. "Das ist ein Warnsignal für die
Politik - unsere Wettbewerbsfähigkeit hängt an einem seidenen Faden.
Der Faktor Arbeit ist in Österreich zu stark belastet, das dämpft
Investitionen und wirkt wachstums- und beschäftigungshemmend", so der
IV-Generalsekretär. "Während die realen Lohnstückkosten seit 2005 in
Österreich um 4,1 Prozent gestiegen sind, sind diese in Deutschland
um 0,4 Prozent gesunken." Auch bei den österreichischen
Arbeitszeitregelungen bestehe Modernisierungsbedarf. Das deutsche
Arbeitszeitgesetz ermögliche etwa eine flexible Durchrechnung der
Wochenarbeitszeit auf Betriebsebene, während das österreichische
Arbeitszeitgesetz einer praxisorientierten und betriebsbezogenen
Arbeitszeitgestaltung vielfach entgegen stehe. "Als ein wichtiger
Schritt muss endlich die im Regierungsprogramm vorgesehene Anhebung
der Höchstarbeitszeitgrenzen - ohne einen Kuhhandel mit die Arbeit
verteuernden Maßnahmen - umgesetzt werden. Genauso ist angesichts der
schwierigen konjunkturellen Lage die dauerhafte Verankerung der
erweiterten Kurzarbeit - wie im Regierungsprogramm vorgesehen -
dringend notwendig", wie Neumayer betonte.
"Es muss gehandelt sowie insbesondere die Bürokratie- und
Abgabenlast in Österreich gesenkt werden, um den Wohlstand in
Österreich zu halten. Rufe nach zusätzlichen Steuern und Bürokratie
für Betriebe schwächen dagegen den Arbeits- und Industriestandort",
warnte der IV-Generalsekretär. "Zudem braucht es positive Anreize, um
die Beschäftigung älterer Menschen weiter zu fördern. Denn auch hier
zieht Deutschland an uns vorbei." In Deutschland seien in der Gruppe
der 55-64-Jährigen um über 18 Prozent mehr Personen erwerbstätig als
in Österreich. "Unsere Unternehmen setzen eine Reihe von Aktivitäten
und Initiativen, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst lange
im Betrieb zu halten und gerade in der Industrie nimmt die Zahl der
älteren Beschäftigten deutlich zu", so Neumayer unter Verweis auf die
jüngst veröffentlichte Broschüre "Perspektive 50+ Best
Practice-Beispiele aus der österreichischen Industrie". "Es braucht
allerdings auch ein klares Bekenntnis der Politik, die Betriebe bei
der Beschäftigung Älterer zu unterstützen, allen voran ein
zeitgemäßes Arbeitszeitrecht, strukturelle Reformen im Pensionssystem
und eine Senkung der Lohnnebenkosten. Zusätzliche Belastungen, wie
ein Bonus-Malus-Quotenmodell, sind indes der falsche Weg und
gefährden Jobs", so der IV-Generalsekretär abschließend.
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