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Konjunkturforscher erwarten eine moderate Erholung im Euroraum
Konjunkturforscher aus drei Staaten erwarten eine
moderate Erholung im Euroraum. Das Wachstum dürfte sich im zweiten Quartal
des Jahres mit 0,3 Prozent geringfügig beschleunigt haben, nach 0,2
Prozent im Quartal zuvor. Das berichteten die Institute ifo, Insee und
Istat am Freitag in München, Paris und Rom. Im dritten und vierten Quartal
wird sich demnach der reale Anstieg des Bruttoinlandsprodukts stabilisieren
bei je 0,3 Prozent.
Die Erholung dürfte zahlreiche Sektoren und Mitgliedsländer erfassen. Sie
wird vor allem von einem Anstieg der Inlandsnachfrage getragen. Der
Außenbeitrag dürfte eher gering ausfallen. Die privaten
Investitionsausgaben werden durch zunehmende Ersatz-, aber auch
Erweiterungsinvestitionen belebt, die aufgrund der Finanz- und
Wirtschaftskrise aufgeschoben worden waren. Im Gegensatz dazu dürften sich
die privaten Konsumausgaben nur schwach entwickeln, da die Arbeitslosigkeit
anhaltend hoch ist und die real verfügbaren Einkommen bestenfalls mäßig
steigen.
Unter der Annahme, dass der Ölpreis im Prognosezeitraum um 114 Dollar pro
Fass und der Wechselkurs um 1,36 Dollar je Euro schwanken werden, wird die
Inflationsrate in den kommenden zwei Quartalen lediglich geringfügig
zulegen und weiterhin deutlich unter dem Inflationsziel der EZB von knapp
zwei Prozent verharren. Die größten Risiken für die konjunkturelle
Erholung bestehen in einem möglichen Anstieg der Sparquote der privaten
Haushalte im Euroraum, um die zum Teil beträchtlichen Schuldenstände zu
reduzieren, in einer schwächeren Nachfrage aus Asien und Lateinamerika
sowie in einer Eskalation der internationalen Konflikte in Osteuropa und
dem Nahen Osten, die zu einem starken Anstieg der Energiepreise führen
könnten.
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