Konjunktur - Frankreich bremst Wachstum der Eurozone-Industrie im Juni ab

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Frankreich bremst Wachstum der Eurozone-Industrie im Juni ab



- Finaler PMI für die Eurozone-Industrie bei 51.8 Punkten im Juni (Vorabschätzung: 51.9)
- Positive Entwicklung in Spanien und Irland, vermehrte Einbußen in Frankreich
- Anstieg der Ein- und Verkaufspreise

Rangliste nach PMI®-Indexwerten (Juni)

Irland 55.3 2-Monatshoch
Spanien 54.6 84-Monatshoch
Italien 52.6 3-Monatstief
Niederlande 52.3 11-Monatstief
Deutschland 52.0 (Flash 52.4) 8-Monatstief
Österreich 50.4 11-Monatstief
Griechenland 49.4 7-Monatstief
Frankreich 48.2 (Flash 47.8) 6-Monatstief

Die Erholung des Eurozone-Industriesektors hat sich im Juni auf ein Jahr ausgedehnt. Allerdings war ersichtlich, dass der Auftrieb weiter nachgelassen hat. Sowohl bei der Produktion als auch bei den Auftragseingängen verlangsamte sich das Wachstum.

Der finale Markit Eurozone Einkaufsmanager Index (PMI) gab auf ein 7-Monatstief nach. Gegenüber Mai verringerte er sich um 0.4 Punkte und schloss bei 51.8, im Vergleich zu seiner Vorabschätzung verlor er 0.1 Zähler. Auch der Durchschnittswert für das zweite Quartal (52.4) fiel etwas niedriger aus als im ersten Quartal (53.4). Im Monatsverlauf legten der irische und der spanische Länder-PMI auf ein 2-Monats- bzw. 7-Jahreshoch zu. Die PMIs für die anderen Volkswirtschaften gingen allesamt zurück, wobei nur Frankreich und Griechenland im Schrumpfungsbereich schlossen.

Das Produktionsniveau erhöhte sich insgesamt so geringfügig wie seit September 2013 nicht mehr. Die tendenzielle Abschwächung war besonders in Frankreich zu sehen, wo die Fertigungsraten erstmals seit fünf Monaten abnahmen und auf einen neuen Jahrestiefststand fielen. In Deutschland sanken die Produktionszuwächse auf ein 9-Monatstief, in Italien und Irland auf ein 4-Monatstief, in den Niederlanden auf ein 11-Monatstief und in Griechenland auf ein 3-Monatstief.

Die Fertigungsentwicklung wurde maßgeblich von den rückläufigen Auftragszuwächsen beeinflusst. Diese fielen so gering aus wie seit Oktober 2013 nicht mehr, hielten aber den zwölften Monat in Folge an.

Generell blieb die Binnennachfrage eher verhalten, bei den Exportbestellungen meldeten die Unternehmen derweil das geringste Plus seit fast einem Jahr. Frankreich verzeichnete den schlechtesten Trend. Dort büßten die Unternehmen zum zweiten Mal hintereinander an Gesamt- und Auslands-aufträgen ein und verbuchten ein neues Jahrestief.

Auch Österreich meldete neben Export- auch Gesamtauftragsrückgänge, während letztere in Griechenland trotz vermehrter Auslandsbestellungen stagnierten. In Deutschland, Italien und den Niederlanden verringerte sich der Gesamtanstieg, in Irland und Spanien beschleunigte er sich dagegen erheblich.

Der Jobaufbau dehnte sich im Juni auf sechs Monate aus, wenngleich die Einstellungsrate weiter insgesamt niedrig blieb. Während in Frankreich zum dritten Mal hintereinander Stellen gekürzt und auch in Griechenland Arbeitskräfte freigesetzt wurden, blieb das Beschäftigungsniveau in Deutschland und Österreich weitgehend unver-ändert. In den meisten anderen erfassten Ländern verringerte sich die Einstellungsrate deutlich. Die große Ausnahme war Spanien, wo die Unternehmen ihre Belegschaft so kräftig aufstockten wie seit Juli 2007 nicht mehr.

Die Einkaufspreise nahmen den fünften Monat in Folge zu und spiegelten gestiegene Ölpreise wieder. Angesichts der moderaten Preiszunahme hoben auch die Hersteller ihre Verkaufspreise den zweiten Monat hintereinander an. In beiden Fällen gestaltete sich die Teuerungsrate allerdings sehr moderat. Zugleich verlängerten sich die Lieferzeiten der Zulieferer den zwölften Monat in Folge und so deutlich wie seit Juni 2011 nicht mehr.

Chris Williamson, Chef-Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Markit Eurozone EMI:

“Die PMI-Umfrageergebnisse für Juni weisen das schwächste Industriewachstum der letzten sieben Monate aus und werden Bedenken auslösen, dass der Aufwärtstrend der Eurozone an Kraft verliert.

Zwar zeigt die ‚Peripherie„ der Region ermutigende Zeichen einer Besserung, besonders in Spanien und Irland, und der abgeschwächte Auftrieb in Deutschland könnte durch die vielen Ferien und Feiertage bedingt worden sein. Doch das Gesamtbild führt vor Augen, wie fragil die Erholung der Eurozone wirkt.

Derzeit nimmt die Beschäftigung im Industriesektor kaum zu, da den Unternehmen schwindende Auftragszuwächse Sorgen bereiten. Die Auftragsentwicklung reflektiert wiederum eine sehr gedämpfte Nachfrage seitens der Privat- und Geschäftskunden.

Der Dynamikverlust wird den Druck auf die EZB-Entscheidungsträger erhöhen, aktiver einer möglichen Stagnation entgegenzuwirken, und wir werden zweifellos mehr Rufe nach großangelegten Anleihekäufen vernehmen.”




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