Konjunktur - Deutschland: Verminderte Produktions- und Auftragszuwächse lassen Einkaufsmanagerindex im Mai sinken

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Deutschland: Verminderte Produktions- und Auftragszuwächse lassen Einkaufsmanagerindex im Mai sinken



- Einkaufsmanagerindex auf 7-Monatstief, aber über Langzeitdurchschnitt
- Abgeschwächte Auftragszuwächse
- Fortgesetzter, wenngleich marginaler Jobaufbau

Im Mai dehnte sich der Aufwärtstrend der Industrie auf elf Monate aus. Der saisonbereinigte Markit/BME Einkaufsmanager Index hielt sich entsprechend oberhalb der Wachstumsmarke von 50 Punkten.

Allerdings gab er gegenüber April von 54.1 auf 52.3 Punkte nach und signalisierte damit eine Verlangsamung des Wachstums. Durch den Index wird die Geschäftslage von über 500 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in einem Wert zusammengefasst.

Der Rückgang des Einkaufsmanagerindex ist hauptsächlich auf verminderte Zuwachsraten bei Produktion und Auftragseingängen zurückzuführen. So fiel der Produktionsanstieg schwächer aus als in den sechs Vormonaten und war deutlich geringer als im April. Er war aber dennoch größer als im Langzeitdurchschnitt. Bei den Auftragseingängen wurde ebenfalls das geringste Plus seit Oktober gemessen.

Viele der befragten Unternehmen gaben an, dass zu Jahresanfang das milde Wetter ihre Geschäfte beflügelt habe, die Auftragsentwicklung aber mittlerweile abgeflacht sei. Die allgemein positive Konjunkturentwicklung habe jedoch dabei geholfen, die Auftragsbücher zu füllen.

Auch bei den Exportgeschäften verringerte sich die Expansionsrate im Mai. Dennoch nahmen sie den zehnten Monat in Folge zu und verzeichnen damit den längsten Aufwärtstrend seit Mitte 2011.

Die Auftragsbestände schwanden derweil erstmals seit acht Monaten und ließen erkennen, dass die deutschen Industrieunternehmen derzeit über ungenutzte Kapazitäten verfügen. Angesichts der abgeschwächten Produktions- und Auftragsentwicklung stellten die Unternehmen weniger Arbeitskräfte ein als in den fünf Vormonaten. Einige Umfrageteilnehmer mussten ihre Belegschaft infolge eines verringerten Geschäftswachstums gar reduzieren.

Indes sorgten günstige Wechselkurse, erfolgreiche Preisverhandlungen und gesunkene Einkaufspreise für einige Rohmaterialien dafür, dass die Kostenlast der Hersteller saldiert weiter abnahm. Die Kostensenkung fiel dabei schwächer aus als in den beiden Vormonaten. Ihre Verkaufspreise hoben die Unternehmen im Durchschnitt nur leicht an.

Die Einkaufsmanager weiteten ihre Bestelltätigkeit im Mai den elften Monat in Folge aus, ihre Ordermengen erhöhten sie allerdings geringfügiger als in den sechs Monaten zuvor. Trotzdem verlängerten sich die Lieferzeiten der Zulieferer so deutlich wie seit Januar nicht mehr. Nach Angaben der Befragten hatten die Zulieferer Mühe, ihre gestiegenen Auftragsvolumen zeitnah abzuarbeiten.

Im Hinblick auf ihre Lagerhaltung zeigten sich die Produzenten vorsichtig. Sowohl die Vormaterial- als auch die Fertigwarenbestände verringerten sich gegenüber dem letzten Befragungszeitraum.

Oliver Kolodseike, Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Markit/BME Einkaufsmanager Index:

“Der Aufwärtstrend der Industrie hat im Mai etwas an Kraft verloren, so dass der finale Einkaufsmanagerindex auf ein 7-Monatstief nachgab. Seit April hat das Produktions- und Auftragswachstum spürbar nachgelassen. Zahlreichen Befragten zufolge hatten milde Wetterverhältnisse in den Anfangsmonaten noch einen kräftigen Wachstumsschub ausgelöst, während nun die Fertigungsgeschwindigkeit angepasst werden musste. Dennoch ist der durchschnittliche EMI-Wert für das zweite Quartal der zweithöchste seit fast drei Jahren.

Das Zusammenwirken der abgeschwächten Produktions- und Neuauftragsentwicklung einerseits und schwindender Auftragsbestände andererseits hat auch den Arbeitsmarkt merklich beeinträchtigt. Der Beschäftigungstrend näherte sich im Mai der Stagnationsgrenze an, einige Unternehmen setzten infolge ihres verringerten Produktionsbedarfs Arbeitskräfte frei.

Die jüngsten Umfrageergebnisse führen vor Augen, dass ein anhaltend starkes Industriewachstum kein Selbstläufer ist und auf dem Wachstumspfad noch einige Hindernisse liegen könnten.”




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