Konjunktur - Trotz leicht nachlassenden Wachstums abermals kräftige Expansion der Eurozone Privatwirtschaft

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Trotz leicht nachlassenden Wachstums abermals kräftige Expansion der Eurozone Privatwirtschaft



- Flash Eurozone Composite Index Produktion bei 53.9 (Apr. 54.0); 2-Monatstief
- Flash Eurozone Service-Index Geschäfts-tätigkeit bei 53.5 (Apr. 53.1); 35-Monatshoch
- Flash Eurozone EMI™ Industrie bei 52.5 (Apr. 53.4); 6-Monatstief
- Flash Eurozone Index Industrieproduktion bei 54.7 (Apr. 56.5); 6-Monatstief

Die Eurozone ist auf dem besten Weg, im zweiten Quartal 2014 das stärkste Wirtschaftswachstum seit drei Jahren zu verzeichnen. Das signalisiert der Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion mit aktuell 53.9 Punkten nach 54.0 im April. Dies ist der zweithöchste Wert seit drei Jahren. Das höchste Auftragsplus seit Mai 2011 deutet überdies auf einen starken Geschäftsverlauf im Juni hin.

Zwar expandierten beide von der Umfrage erfasste Sektoren weiter, die Entwicklungen liefen jedoch auseinander. So verbuchten die Dienstleister bei Geschäftstätigkeit und Auftragseingang die höchsten Steigerungsraten seit Juni 2011, während die Industrieunternehmen bei Produktion und Neugeschäft die niedrigsten Zuwächse seit letztem November vermeldeten. Dass die Industrie schwächelte, war teilweise auf das nachlassende Exportneugeschäft zurückzuführen. Hier wies der entsprechende Index das niedrigste Plus seit Juli letzten Jahres aus.

Da die Kapazitäten jedoch in beiden Sektoren aufgestockt wurden, kam es insgesamt zum stärksten Jobaufbau seit September 2011. In der Industrie verlangsamte sich der fünfte Beschäftigungszuwachs in Folge gegenüber April leicht, im Servicesektor wurden zum zweiten Mal hintereinander per Saldo neue Stellen geschaffen. Unterm Strich blieb der Jobaufbau in beiden Sektoren jedoch verhalten.

Die zurückhaltende Einstellungsbereitschaft war der im historischen Vergleich nach wie vor schwachen Nachfrage und der Tatsache, dass Umsatzsteigerungen oftmals nur durch Preisnachlässe erreicht werden konnten, geschuldet. Insgesamt wurden die Verkaufspreise mit konstanter Rate reduziert. (In der Industrie legten die Verkaufspreise geringfügig zu, im Servicesektor wurden die Angebotspreise so stark reduziert wie zuletzt im November 2013).

Die Einkaufspreise legten hingegen stärker zu als in den beiden Vormonaten. Beide Preisentwicklungen deuten darauf hin, dass die Margen der Unternehmen im Mai weiter unter Druck gerieten.

Auf Länderebene kontrastierte anhaltend robustes Wachstum in Deutschland mit einer enttäuschenden Entwicklung in Frankreich. Deutschland verzeichnete das kräftigste Wirtschaftswachstum seit drei Jahren, was - zusammen mit dem beschleunigten Zuwachs beim Auftragseingang – den stärksten Jobaufbau seit Dezember 2011 nach sich zog. Auch der Anstieg der Verkaufspreise beschleunigte sich in Deutschland leicht. Während die Geschäfte der deutschen Dienstleister deutlich besser liefen als im April, verlangsamte sich das Wachstum der Industrieproduktion gegenüber April.

In Frankreich schrumpfte die Wirtschaftsleistung im Mai – nach zwei Monaten moderaten Wachstums – wieder geringfügig. Die Dienstleister vermeldeten erstmals seit drei Monaten wieder Geschäftseinbußen, die Industrieproduktion wurde erstmals seit Januar wieder geringfügig zurückgefahren. In beiden Bereichen kam es überdies zu Auftragsverlusten, woraufhin die Unternehmen wieder mehr Stellen abbauten als in den beiden Vormonaten und die Verkaufspreise so stark reduzierten wie zuletzt vor zehn Monaten.

Außerhalb Deutschlands und Frankreichs beschleunigte sich der Aufschwung und führte zum stärksten Wirtschaftswachstum seit August 2007. Der Auftragseingang legte so kräftig zu wie zuletzt im Juli 2007. Wenngleich weiter verhalten, erreichte der Jobaufbau jedoch den höchsten Wert seit Februar 2008. Die Verkaufspreise sanken mit der niedrigsten Rate seit Juli 2011.

Chris Williamson, Chief Economist bei Markit, kommentiert den aktuellen Eurozone Flash-EMI:

“Trotz der minimalen Abschwächung verzeichnete die Eurozone im Mai das kräftigste Wirtschaftswachstum seit drei Jahren. Und da der verstärkte Auftragseingang auf eine weitere Wachstumsbeschleunigung im Juni hindeutet, ist der Aufschwung ganz offensichtlich nach wie vor intakt. Nach den bisherigen PMI-Daten dürfte das Eurozone-BIP im zweiten Quartal 2014 um 0,5% zulegen, nachdem es im ersten Quartal nur magere 0,2% waren.

Der Deflationsdruck ist hingegen weiter ein großes Problem. Angesichts des anhaltenden Rückgangs der Verkaufspreise für Güter und Dienstleistungen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB bei ihrer Juni-Sitzung Wachstumsanreize veranlasst. Den Entscheidungsträgern ist jedoch auch bewusst, dass sich der Aufschwung in der Region fortsetzt – womit diejenigen, die mit aggressiven Schritten der EZB rechnen, durchaus eine Enttäuschung erleben könnten.

Sorgenkind Nummer eins bleibt Frankreich, das mit der Rückkehr in die Rezession seinem Ruf als “kranker Mann Europas” gerecht wird. Deutschland verzeichnete weiter robustes Wachstum, und auch in den übrigen Ländern ging es mit der Wirtschaftsleistung so stark bergauf wie zuletzt Mitte 2007.“




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