Konjunktur - Kräftige Frühjahrsbelebung der deutschen Wirtschaft im April

KONJUNKTUR

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Kräftige Frühjahrsbelebung der deutschen Wirtschaft im April



- Flash Deutschland Composite Index Produktion(1) bei 56.3 (Mär. 54.3), 2-Monatshoch
- Flash Deutschland Service Index Geschäfts-tätigkeit(2) bei 55.0 (Mär. 53.0), 2-Monatshoch
- Flash Deutschland EMI™ Industrie(3) bei 54.2 (Mär. 53.7), 2-Monatshoch
- Flash Deutschland Index Industrieproduktion(4) bei 58.8 (Mär. 57.0), 3-Monatshoch

Die deutsche Wirtschaft ist mit Schwung ins zweite Quartal 2014 gestartet. Dies zeigt der saisonbereinigte Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion, der gegenüber März um 2.0 Punkte auf 56.3 zulegte und damit den zweithöchsten Wert seit knapp drei Jahren erreichte. Seit genau einem Jahr verzeichnet die deutsche Wirtschaft bereits eine kontinuierliche Steigerung der Wirtschaftsleistung, wozu im Berichtsmonat nach Angaben der befragten Unternehmen die günstigen Konjunkturbedingungen und der verstärkte Auftragseingang maßgeblich beigetrugen.

Beide von der Umfrage erfasste Sektoren vermeldeten im April beschleunigte Wachstumsraten. Die Industrieproduktion wurde stärker ausgeweitet als in den beiden Vormonaten, was der zweithöchste Wert des entsprechenden Indexes seit Mitte 2010 kennzeichnete. Und auch die Geschäfte der Dienstleister liefen deutlich besser als im Vormonat.

Die weiter anziehende Binnen- und Export-nachfrage und der generelle Konjunkturaufschwung bescherten den deutschen Unternehmen im April einen überdurchschnittlichen Auftragszuwachs. In der Industrie fiel das Plus trotz eines Fünf- Monatstiefs erneut kräftig aus, während im Servicesektor so viele Neu- und Folgeaufträge eingingen wie seit November letzten Jahren nicht mehr.

Die Exportnachfrage nach Industrieerzeugnissen ‚Made in Germany’ zog noch etwas stärker an als im März, vor allem aus Asien, Europa und den USA.

Dank der boomenden Geschäfte setzte sich der Jobaufbau in der deutschen Wirtschaft im April fort. Der Stellenzuwachs fiel nur unwesentlich schwächer aus als zum 25-Monatshoch im Februar. Die Auftragsbestände blieben indes weitgehend konstant, nachdem sie im Vormonat noch gesunken waren.

Nach neunmonatigem Anstieg blieben die Einkaufspreise saldiert im Berichtsmonat stabil. Im Servicesektor fiel der Kostenauftrieb so schwach aus wie zuletzt vor über dreieinhalb Jahren. Die Industrieunternehmen vermeldeten den stärksten Rückgang der Einkaufspreise seit letztem Juli und führten dies auf erfolgreiche Preisverhandlungen, niedrigere Rohstoffkosten und den verstärkten Wettbewerb unter den Lieferanten zurück. Folglich wurden die Verkaufspreise geringfügig reduziert.

Trotz der guten Geschäfts- und Auftragszuwächse wurde die Einkaufsmenge mit der niedrigsten Rate seit letztem Oktober ausgeweitet. Im Zuge der anziehenden Nachfrage sanken die Bestände an Fertigwaren so zügig wie seit über einem Jahr nicht mehr.

Im Servicesektor blieben die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist ausgesprochen optimistisch. Begründet wurde die Zuversicht mit der gestiegenen Kauflaune der Verbraucher, der anziehenden Binnen- und Exportnachfrage und dem anhaltenden Konjunkturaufschwung.

Oliver Kolodseike, der als Ökonom bei Markit auch den Bericht zum Markit Flash EMI™ Deutschland verfasst hat, kommentiert:

„Nach dem soliden Wachstum im ersten Quartal 2014 ist die deutsche Wirtschaft unseren April- Vorabschätzungen zufolge mit großemSchwung ins zweite Quartal gestartet.

Dass die Unternehmen auch in den kommenden Monaten auf Wachstumskurs bleiben dürften, signalisieren die gestiegene Geschäftstätigkeit, die erneuten Auftragszuwächse und der weitere Jobaufbau sowohl in der Industrie als auch im Servicesektor.

Die Preisdaten deuten hingegen darauf hin, dass das Risiko einer Deflation in der größten Volkswirtschaft der Eurozone gestiegen ist. Einige Unternehmen begründeten den aktuellen Rückgang der Einkaufspreise mit erfolgreichen Preisverhandlungen, dem verschärften Wettbewerb unter den Lieferanten und den verbilligten Rohstoffen. Offiziellen Daten zufolge sank die Inflationsrate in Deutschland auf 1%, den niedrigsten Wert seit Mitte 2010.“




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