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Deutschland: Dienstleistungswachstum flacht im März leicht ab
- Finaler Service-Index Geschäftstätigkeit Deutschland bei 53.0 (5-Monatstief; Februar 55.9)
- Finaler Composite Index Produktion Deutschland bei 54.3 (5-Monatstief; Februar 56.4)
Im März nahmen die Geschäftstätigkeit und die Neuaufträge im deutschen Dienstleistungssektor abermals zu, wenngleich nicht mehr ganz so stark wie in den vier Vormonaten. Auch der Beschäftigungsaufbau verlangsamte sich. Die Kosteninflation fiel derweil sogar geringer aus als in den letzten dreieinhalb Jahren.
Der saisonbereinigte finale Service-Index Geschäftstätigkeit hielt sich erneut über der Wachstumsmarke von 50 Punkten, gab aber gegenüber
dem im Februar gemessenen 32-Monatshoch von 55.9 auf 53.0 Punkte nach und erreichte den tiefsten Stand seit Oktober. Zumindest war der Zuwachs breit gefächert: Alle sechs von der Umfrage erfassten Dienstleistungsbereiche verzeichneten insgesamt ein Plus, insbesondere Unternehmen aus dem Bereich Post & Telekommunikation.
Auch für die gesamte Privatwirtschaft fiel das Wachstum im März niedriger aus als im Februar, wie der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion zeigt. Der Index, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor zusammenfasst, rutschte binnen Monatsfrist von 56.4 auf 54.3 Punkte und schloss damit ebenfalls auf einem 5-Monatstief. Zugleich setze sich der Stellenaufbau den fünften Monat in Folge fort, allerdings nurmehr mit einer verschwindend geringen Einstellungsrate.
Die Auftragsvergabe an Dienstleistungsunternehmen weitete sich den neunten Monat in Folge aus, angesichts nachlassender Exportzuwächse allerdings nur noch geringfügig. Dass es überhaupt zu einer sanften Nachfragebelebung kam, ist hauptsächlich dem milden Wetter zu verdanken.
Der Beschäftigungsaufbau dauerte den fünften Monat in Folge an, schwächte sich gegenüber den Vormonaten aber ebenfalls ab. Bemüht um eine Steigerung ihrer Effizienz hatten einige der befragten Unternehmen ihren Personalbestand reduziert. Bei anderen führten zunehmende Neuauftragszahlen hingegen zu einer höheren Auslastung, so dass sich zumindest insgesamt ein begrenzter allgemeiner Stellenzuwachs einstellte. Das zusätzliche Personal half denn auch dabei, unerledigte Aufträge abzuarbeiten, wodurch die Auftragspolster so deutlich schwanden wie seit Juni 2013 nicht mehr.
Währenddessen ließ der Inflationsdruck im März deutlich nach und ist nunmehr so gering wie seit knapp über dreieinhalb Jahren nicht mehr. Hauptkostentreiber waren im März steigende Energie-und Lohnkosten. Der verringerte Belastungsanstieg trug dazu bei, dass die Dienstleister ihre Angebots-preise saldiert geringfügiger anhoben als im Vormonat.
Im Hinblick auf die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist zeigten sich die befragten Unternehmen weiterhin optimistisch. Ihre Prognosen gestalteten sich insgesamt so positiv wie im Februar und zählen damit zu den besten der letzten drei Jahre. Besonders hoffen lässt sie die Nachfragebelebung auf dem Binnenmarkt, aber auch Exportzuwächse sollen zu einer spürbaren Verbesserung in den kommenden zwölf Monaten beitragen.
Oliver Kolodseike, Ökonom bei Markit, kommentiert die finalen Markit-Indizes:
„Die deutsche Privatwirtschaft hat auch im März ein erneutes Wachstum verzeichnet, wenngleich sich dieses gegenüber den vier Vormonaten verlangsamt hat. Allerdings sollte man bedenken, dass die Expansionsrate im Februar außergewöhnlich hoch gelegen hatte, damals hatte der Geschäftszuwachs einem 33-Monatshoch entsprochen. Unternehmen berichteten, dass das ungewöhnlich milde Wetter den Aufwärtstrend weiter gefördert hatte, jedoch nicht mehr so stark wie zu Jahresbeginn.
Im Dienstleistungssektor legten sowohl die Geschäftstätigkeit als auch die Neuaufträge und das Beschäftigungswachstum im März schwächer zu. Dies deutet darauf hin, dass die Erholung derzeit etwas uneben verläuft. Dennoch blieben die Dienstleister hinsichtlich ihrer Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist ausgesprochen optimistisch und zeigten sich so zuversichtlich wie selten zuvor in den letzten Jahren.“
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