Konjunktur - Deutschland: Kräftiges Industriewachstum im März trotz abgeschwächter Zuwachsrate

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Deutschland: Kräftiges Industriewachstum im März trotz abgeschwächter Zuwachsrate



- Verringertes aber markantes Plus bei Produktionsleistung und Auftragseingängen
- Geringster Exportanstieg seit Oktober 2013
- Sinkende Ein- und Verkaufspreise

Der saisonbereinigte Markit/BME Einkaufsmanager Index, der die Geschäftslage von über 500 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in einem Wert widerspiegelt, wies im März ein verlangsamtes aber kräftiges Industriewachstum aus. Der Index verringerte sich gegenüber Februar von 54.8 auf 53.7 Punkte. Damit sank er zwar auf ein 4-Monatstief, hielt sich aber deutlich über seinem Langzeit-Durchschnitt und rundete das beste Quartal seit fast drei Jahren ab.

Die Industrieunternehmen hoben ihre Produktionsleistung saldiert erneut deutlich an, wenngleich nicht mehr ganz so stark wie in den Monaten zuvor. Insgesamt erhöhten knapp über ein Drittel der Befragten ihre Fertigungsvolumen. Bei den Neuaufträgen zeichnete sich eine ähnliche Entwicklung ab, so dass diese mittlerweile den neunten Monat in Folge zunehmen. Besonders das milde Wetter und die allgemein guten Wirtschaftsaussichten hatten sich positiv auf die Nachfrage ausgewirkt.

Auch die Exportaufträge legten im März weiter zu, hier sank die Zuwachsrate allerdings auf ein 5-Monatstief. Die Nachfrage nach Produkten ‘Made in Germany’ war insgesamt breit gestreut, zu den Abnehmern zählten unter anderem China, Spanien und die USA.

Indessen gaben die Einkaufspreise so stark nach wie seit Juli nicht mehr. Viele Umfrageteilnehmer führten die Kostensenkung auf erfolgreiche Preisverhandlungen, Nachlässe auf Großbestellungen und einen günstigeren Bezug von Rohstoffen wie Aluminium, Kupfer und Stahl zurück. Die Hersteller gaben die Verbilligungen teilweise an ihre Kunden weiter und senkten damit ihre Verkaufspreise erstmals seit sieben Monaten.

Bei der Beschäftigung zeichnete sich im März nur ein zögerlicher Aufbau ab. In den meisten der befragten Unternehmen blieb der Personalbestand gegenüber dem Vormonat unverändert. Die Auftragspolster wuchsen ebenfalls weiter an, jedoch langsamer als in den drei Vormonaten. Das Abflachen des Neuauftragsanstiegs hatte dafür gesorgt, dass sich der Druck auf die Produktionskapazitäten verlangsamt aufbaute.

Parallel zu Fertigungsvolumen und Neuaufträgen nahm auch die Einkaufstätigkeit im März weniger stark zu als zuvor. Wenngleich die Hersteller ihre Bestellmengen den neunten Monat in Folge anhoben, kamen die Orderzuwächse nicht an die der letzten drei Monate heran. Derweil nahmen die Vormateriallager wieder ab, nachdem sie sich im Februar zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren vergrößert hatten. Hierzu hatten sowohl gezielte Abbaumaßnahmen als auch verlängerte Lieferzeiten der Zulieferer beigetragen. Letztere weisen darauf hin, dass die gestiegene Nachfrage zu einer erhöhten Auslastung der Lieferanten geführt hatte.

Oliver Kolodseike, Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Markit/BME Einkaufsmanager Index:

“Der Einkaufsmanager Index ist im März auf ein 4-Monatstief gerutscht und signalisiert damit, dass Deutschlands Industriesektor ein wenig an Wachstumsdynamik verloren hat. Sowohl die Auftragseingänge als auch die Produktionsleistung nahmen zwar weiter kräftig aber dennoch schwächer zu als in den Vormonaten. Dies ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich der Aufwärtstrend in der Industrie etwas verlangsamt hat. Zugleich deuten der nahezu stagnierende Beschäftigungsaufbau und ein 5-Monatstief bei den Exportzuwächsen darauf hin, dass die Industrie auf ihrem Erholungskurs womöglich noch manches Hindernis überwinden muss.

Positiv anzumerken ist jedoch, dass sich der Einkaufsmanager Index seit nunmehr neun Monaten über der Wachstumsmarke hält und die deutsche Industrie – trotz des verringerten Wachstums im März – das beste Quartal seit fast drei Jahren abgeschlossen hat.”




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