Konjunktur - Eurozone-Konjunkturaussichten verbessern sich dank der Rückkehr Frankreichs auf den Wachstumspfad wieder

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Eurozone-Konjunkturaussichten verbessern sich dank der Rückkehr Frankreichs auf den Wachstumspfad wieder



- Flash Eurozone Composite Index Produktion bei 53.2 (Feb. 53.3); 2-Monatstief
- Flash Eurozone Service-Index Geschäftstätigkeit bei 52.4 (Feb. 52.6); 2-Monatstief
- Flash Eurozone EMIâ„¢ Industrie bei 53.0 (Feb. 53.2); 3-Monatstief
- Flash Eurozone Index Industrieproduktion bei 55.4 (Feb. 55.3); 2-Monatshoch

Die Eurozone expandierte im März weiter mit der höchsten Wachstumsrate seit der ersten Jahreshälfte 2011. Dies zeigt der Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion, der gegenüber dem 32-Monatshoch im Februar lediglich um 0.1 Punkte auf 53.2 nachgab und damit das neunte Wachstum in Folge signalisierte.

Das höchste Auftragsplus seit Mai 2011 und die stärkste Zunahme der Auftragsbestände seit Juni 2011 deuten darauf hin, dass der Aufschwung der Eurozone im April weiter an Dynamik gewinnen könnte.

Die Beschäftigung legte erstmals seit Ende 2011 wieder zu und deutete auf einen marginalen Jobaufbau hin. Dies steht in krassem Gegensatz zur Entlassungswelle im Vorjahresmonat und zeigt, dass die Zuversicht unter den Unternehmen wieder gestiegen ist. Im Servicesektor fielen die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist sogar so optimistisch aus wie zuletzt im Mai 2011.

Trotz der leichten Abschwächung liefen die Geschäfte im Servicesektor im März zum achten Mal hintereinander gut. Überdies wies das Neugeschäft hier das höchste Plus seit Juni 2011 aus, was – trotz nach wie vor verhaltender Einstellungsbereitschaft – den höchsten Jobaufbau seit Dezember 2011 nach sich zog.

Die Industrieunternehmen vermeldeten bei Produktion und Auftragseingang Zuwachsraten weitgehend auf Vormonatsniveau. Der dritte Job-aufbau fiel hier hingegen erneut nur schwach aus, da sich die Firmen weiter auf Produktivitätssteigerungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit konzentrierten.

Ungeachtet der guten Entwicklungen bei Geschäftstätigkeit und Auftragseingang nahm der Preisdruck im März weiter ab. Die Einkaufspreise legten mit der niedrigsten Rate seit neun Monaten zu, die Verkaufs- bzw. Angebotspreise sanken in der Industrie und im Servicesektor hingegen im Durchschnitt - vor allem wegen des scharfen Wettbewerbs - so stark wie seit letztem Juli nicht mehr.

Die größte Überraschung lieferte im März Frankreich, wo Geschäftswachstum und Auftragseingang gegenüber dem Vormonat jeweils so stark zulegten wie zuletzt im August 2011. Dass auch die Auftragsbestände so zügig zunahmen wie seit August 2011 nicht mehr deutet darauf hin, dass es mit der Beschäftigung im April wieder aufwärts gehen könnte. Die Lage am Arbeitsmarkt stabilisierte sich weitgehend, und die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist blieben weitgehend auf dem 23-Monatshoch von Februar.

In Deutschland ließ die Dynamik hingegen sowohl in der Industrie als auch im Servicesektor leicht nach, weshalb die Wachstumsrate hier auch auf ein Vier-Monatstief nachgab. Insgesamt legte die Wirtschaftsleistung jedoch erneut kräftig zu, so dass die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal 2014 so gut abschnitt wie zuletzt im zweiten Quartal 2011.

Angesichts des fünften Jobaufbaus in Folge und anhaltend optimistischster Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Servicesektor dürfte die deutsche Wirtschaft auch in den kommenden Monaten kräftig expandieren.

Außerhalb Deutschlands und Frankreichs legten sowohl die Geschäfte als auch der Auftragseingang den achten Monat in Folge zu, wenngleich sich beide Wachstumsraten gegenüber Februar leicht abschwächten.

Chris Williamson, Chief Economist bei Markit, kommentiert den aktuellen Eurozone Flash-EMI:

“Der anhaltende Frühjahrsaufschwung im März sorgte dafür, dass die Eurozone im ersten Quartal 2014 so gut abschnitt wie zuletzt im zweiten Quartal 2011. Unsere Daten signalisieren für Q1/2014 ein BIP-Wachstum von 0,5% nach der 0,3-prozentigen Verbesserung im Schlussquartal 2013.

Obwohl der deutsche Composite-PMI im März etwas niedriger notiert als im Februar, dürfte Deutschland mit einer Wachstumsrate von 0.7% im Auftaktquartal 2014 Spitzenreiter innerhalb der Eurozone werden. Am erfreulichsten ist jedoch, dass der Aufschwung auch Frankreich wieder erfasst hat. Zwar signalisiert der Composite-PMI hier lediglich eine Stabilisierung im ersten Quartal 2014, der höchste Indexwert seit zweieinhalb Jahren nährt jedoch die Hoffnung, dass Frankreichs Wirtschaft im zweiten Quartal wieder richtig in Schwung kommt.

Auch in den übrigen Ländern entwickelte sich die Konjunktur im ersten Quartal 2014 so gut wie seit drei Jahren nicht mehr, womit auch der Peripherie ein robuster Aufschwung bevorstehen dürfte.

Die politischen Entscheidungsträger dürften sich über die Anzeichen eines nachhaltigen Aufschwungs ebenfalls freuen, wenngleich die deflationären Tendenzen – insbesondere in der Peripherie – weiter Anlass zur Sorge sind. Die sinkenden Verkaufs- bzw. Angebotspreise in der Industrie und im Servicesektor liefern durchaus Argumente für Anreize, vor allem dann, wenn sich die Wachstumsrate im April wieder abkühlen sollte.“




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