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Aufschwung im Dienstleistungssektor verliert zum Jahresstart leicht an Dynamik
- Finaler Service-Index Geschäftstätigkeit Deutschland bei 53.1 (3-Monatstief; Dezember 53.5)
- Finaler Composite Index Produktion Deutschland bei 55.5 (31-Monatshoch; Dezember 55.0)
Die deutschen Dienstleister verzeichneten zu Beginn des neuen Jahres abermals eine Geschäftsbelebung, und auch das Beschäftigungsniveau stieg den dritten Monat in Folge an. Beide Zuwachsraten gingen jedoch gegenüber Dezember zurück. Die Auftragsvergabe an Dienstleistungsunternehmen blieb gegenüber dem Vormonat saldiert nahezu unverändert, während die Angebotspreise fast ein 2-Jahreshoch erreichten.
Der saisonbereinigte finale Service-Index Geschäftstätigkeit schloss im Januar bei 53.1 Punkten. Damit hält er sich seit nunmehr acht Monaten oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Allerdings ging er gegenüber seinem Dezemberwert leicht zurück und sank auf ein 3-Monatstief ab. Fünf der sechs Dienstleistungsbereiche notierten im Plus, nur der Bereich Hotels & Gaststätten verbuchte ein marginales Minus.
Währenddessen legte der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor zusammenfasst, binnen Monatsfrist von 55.0 auf 55.5 zu und erreichte den höchsten Stand seit knapp über zweieinhalb Jahren. Besonders das verarbeitende Gewerbe leistete hierzu einen kräftigen Beitrag. Insgesamt ging es in der Industrie so steil bergauf wie seit April 2011 nicht mehr. Auf privat-wirtschaftlicher Ebene nahmen auch die Auftragseingänge zu, der siebte Anstieg in Folge fiel aber geringer aus als im Dezember. Zudem wurden saldiert den dritten Monat in Folge neue Stellen geschaffen. Dies entspricht dem längsten Beschäftigungsaufbau seit Anfang 2012.
Im Gegensatz zur Geschäftstätigkeit der Dienstleister nahm das Neuauftragsaufkommen im Januar kaum zu und fiel schwächer aus als in den sieben Vormonaten.
Der Stellenzuwachs setzte sich im Dienstleistungssektor aktuell weiter fort, vor allem Unternehmen aus dem Bereich Vermietung und Unternehmensnahe Dienstleistungen nahmen neue Mitarbeiter unter Vertrag. Einige Dienstleister hatten dem all-gemeinen Auftragstrend trotzen können und zusätzliches Personal zur Abarbeitung gewachsener Auftragspolster eingestellt. Saldiert betrachtet schwanden die Orderbestände im Dienstleistungssektor jedoch zum vierten Mal innerhalb der letzten fünf Monate.
Bei den Kosten ging die Inflationsrate auf den niedrigsten Stand seit sieben Monaten zurück, sie entsprach aber ungefähr ihrem Langzeit-Durchschnitt. Einige Unternehmen verwiesen auf zusätzliche Personalausgaben.
Die Dienstleister reagierten auf den Kostenanstieg mit einer Erhöhung ihrer Angebotspreise, die insgesamt stärker zulegten als in den 19 Vormonaten.
Im Hinblick auf die kommenden zwölf Monate zeigten sich die Dienstleister ausgesprochen optimistisch. Das Stimmungsbarometer erreichte im Januar ein 32-Monatshoch. Dazu hatten nicht zuletzt die Aussichten auf eine Verbesserung der Marktbedingungen und vermehrte Neuaufträge sowie Akquisepläne beigetragen.
Oliver Kolodseike, Ökonom bei Markit, kom-mentiert die finalen Markit-Indizes:
„Die deutsche Privatwirtschaft legte zu Beginn des neuen Jahres erneut kräftig zu und wies die stärkste Wachstumsdynamik seit Juni 2011 auf. Ein genauerer Blick auf die Daten zeigt jedoch, dass primär die Industrie das Wachstum vorangetrieben hat. Die Expansionsrate im Dienstleistungssektor fiel hingegen auf ein 3-Monatstief.
Das Neuauftragsaufkommen im Dienstleistungssektor sank derweil fast auf ein Stagnationsniveau. Wie aus der Befragung hervorging, war es bei einigen Kunden zu Verzögerungen bei der Budgetvergabe gekommen. Dennoch schätzen die Dienstleister ihre Geschäftsaussichten insgesamt positiv ein, weshalb sie abermals saldiert neue Mitarbeiter einstellten.”
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