Konjunktur - Eurozone verzeichnet im Januar dank des beschleunigten Aufschwungs das stärkste Wirtschaftswachstum seit Juni 2011

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Eurozone verzeichnet im Januar dank des beschleunigten Aufschwungs das stärkste Wirtschaftswachstum seit Juni 2011



- Flash Eurozone Composite Index Produktion bei 53.2 (Dez. 52.1); 31-Monatshoch
- Flash Eurozone Service-Index Geschäftstätigkeit bei 51.9 (Dez. 51.0); 4-Monatshoch
- Flash Eurozone EMIâ„¢ Industrie bei 53.9 (Dez. 52.7); 32-Monatshoch
- Flash Eurozone Index Industrieproduktion bei 56.7 (Dez. 54.9); 33-Monatshoch

Das 7. Wachstum der Eurozone-Privatwirtschaft in Folge fiel im Januar so stark aus wie zuletzt im Juni 2011. Dies signalisiert der Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion, der gegenüber Dezember um 1.1 Punkte auf 53.2 stieg. Der Composite Flash PMI bildet die Produktionssteigerungsrate der Industrie und das Geschäftswachstum des Servicesektors in einem Wert ab.

In Deutschland beschleunigte sich das Wachstum, in Frankreich schwächte sich der Abwärtstrend ab, und in den übrigen Ländern festigte sich der Aufschwung.

Der Auftragseingang legte in der Eurozone den sechsten Monat in Folge und mit unverminderter Rate zu. Die Auftragsbestände schrumpften hingegen abermals minimal, was darauf hindeutet, dass die Kapazitäten trotz der anziehenden Nachfrage noch immer nicht ausgelastet waren und die Firmen damit keine Sicherheitspolster anlegen konnten.

Folglich nahm die Beschäftigung ein weiteres Mal leicht ab, nachdem sie im Dezember noch konstant geblieben war. Zuletzt gestiegen war die Beschäftigung im Dezember 2011, wenngleich sich der Jobabbau im vergangenen Jahr bereits beträchtlich abgeschwächt hatte.

Wegen der nach wie vor wackligen Nachfrage wurden die Verkaufspreise – wie in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren – auch im Januar reduziert. Allerdings fielen die Preisnachlässe so schwach aus wie seit Mai 2012 nicht mehr und waren insgesamt nur moderat. Ausschlaggebend hierfür war, dass einige Firmen die gestiegenen Einkaufspreise an ihre Kunden weitergaben. Die Teuerungsrate legte gegenüber Dezember leicht zu, sie blieb aber unter dem jüngsten Hoch im November.

Die Industrie war auch im Januar Wachstumsmotor Nummer eins. Hier fielen die jeweils siebten Zuwächse bei Produktion, Auftragseingang und Exportbestellungen allesamt so hoch aus wie zuletzt im April 2011. Die hervorragende Nachfrageentwicklung zog in der Industrie auch den ersten Stellenaufbau seit Anfang 2012 nach sich. Wenngleich nur in moderatem Tempo, wurden in der Industrie per Saldo wieder so viele neue Arbeitsplätze geschaffen wir seit September 2011 nicht mehr.

Der Servicesektor schnitt zwar nicht ganz so gut ab wie die Industrie, doch legte die Geschäftstätigkeit hier immerhin mit der zweithöchsten Rate seit Juni 2011 zu. Lediglich im September 2013 war die Wachstumsrate noch etwas höher ausgefallen. Überdies blieb der Index Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist auf dem Zweieinhalb-Jahreshoch von Dezember und signalisierte damit anhaltenden Optimismus.

Dessen ungeachtet deutet die nachlassende Nachfrage im Servicesektor darauf hin, dass die Geschäfte im Februar nicht großartig anziehen dürften. Zudem bauten die Dienstleister wegen des verringerten Auftragszuwachses im Januar per Saldo erneut Stellen ab, nachdem es im Dezember erstmals seit zwei Jahren wieder zu einem minimalen Aufbau gekommen war.

Die tiefe Kluft zwischen den Ländern blieb im Januar bestehen. So beschleunigte sich das ohnehin starke Wachstum in Deutschland ein weiteres Mal, während Frankreich weiter in der Rezession steckte, wenngleich mit abgeschwächter Schrumpfungsrate.

In Deutschland legte die Wirtschaftsleistung so kräftig zu wie seit Juni 2011 nicht mehr, angekurbelt vom siebten Auftragszuwachs in Folge. Während die Industrieproduktion hier so stark ausgeweitet wurde wie zuletzt im April 2011, verzeichneten die deutschen Dienstleister gegenüber Dezember nur ein leicht beschleunigtes Geschäftswachstum. Der dritte Jobaufbau in Folge verlangsamte sich in der deutschen Wirtschaft allerdings und fiel nur noch moderat aus.

In Frankreich schrumpfte die Wirtschaftleistung zwar den dritten Monat in Folge, die Talfahrt verlangsamte sich jedoch gegenüber November und Dezember, und zwar sowohl in der Industrie als auch im Servicesektor. Auch das Auftragsminus fiel nicht mehr ganz so gravierend aus wie zuletzt. Der Jobabbau beschleunigte sich hingegen leicht.

Außerhalb dieser beiden Schwergewichtsländer stieg die Wirtschaftsleistung im Durchschnitt nicht nur zum sechsten Mal hintereinander, sondern auch so stark wie seit Februar 2011 nicht mehr. Der Jobabbau verlangsamte sich spürbar und fiel so schwach aus wie nie seit Beginn der Entlassungswelle vor 32 Monaten. Der entsprechende Jobindex notierte nur knapp unterhalb der neutralen Referenzlinie von 50 Punkten.

Chris Williamson, Chief Economist bei Markit, kommentiert den aktuellen Eurozone Flash-EMI:

“Der Aufschwung der Eurozone hat im Januar weiter an Dynamik gewonnen. Der Anstieg des Composite-PMI dürfte einem BIP-Zuwachs von 0.4- 0.5% auf Quartalsbasis entsprechen. Dabei dürfte Deutschlands Wachstumsrate von 0.6-0.7% die wahrscheinliche Stagnation in Frankreich kompensieren. Die übrigen Länder verzeichneten im Durchschnitt die höchste Wachstumsrate seit Anfang 2011, was darauf hindeutet, dass die Peripherie-Länder einen ausgesprochen guten Jahresstart hingelegt haben.

Trotz der Wachstumsbeschleunigung steht der Aufschwung weiter auf wackligen Beinen. So setzten die Unternehmen den Jobabbau fort, und die Verkaufspreise wurden wegen der nach wie vor schwachen Nachfrage reduziert. In vielen Ländern sind deflationäre Entwicklungen durchaus Anlass zur Besorgnis.

Dies gilt auch für die hartnäckigen Wachstums-unterschiede auf Länderebene. Unserer Einschätzung nach dürfte Deutschland - insbesondere dessen boomender Industriesektor - die Wachstumslokomotive bleiben, während die Entwicklung in Frankreich wohl noch für einige Zeit das Wachstum dämpfen könnte.“




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