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Deutschland: Verstärkte Zuwächse bei Produktion und Auftragseingang im
November
- EMI erreicht den höchsten Wert seit knapp 2,5
Jahren
- Kräftige Produktions- und Auftragszuwächse
- Moderater Jobabbau im November
Die deutsche Industrie expandierte im November
nicht nur den fünften Monat in Folge, die Geschäfte
liefen sogar so gut wie seit Juni 2011 nicht mehr.
Dies signalisiert der finale saisonbereinigte
Markit/BME Einkaufsmanager Index, der sich binnen
Monatsfrist um 1.0 Punkte auf 52.7 verbesserte. Der
Einkaufsmanager Index spiegelt das Ergebnis der
November-Umfrage unter mehr als 500 Unternehmen
zur Industriekonjunktur in Deutschland in
einem Wert wider.
Ausschlaggebend für den verbesserten Geschäftsverlauf
waren in erster Linie die verstärkten
Zuwächse bei Produktion und Auftragseingang.
Dass der EMI nicht noch stärker zulegte, lag lediglich
am anhaltenden Jobabbau. Die Vorleistungs- und
Investitionsgüterhersteller vermeldeten im Berichtsmonat
kräftiges Wachstum, im Konsumgüterbereich
stagnierten die Geschäfte hingegen.
Infolge des anhaltend guten Auftragseingangs wurde
die Produktion im November zum siebten Mal
hintereinander ausgeweitet, wobei der Schub
diesmal so stark ausfiel wie zuletzt vor knapp
zweieinhalb Jahren. Spitzenreiter war in dieser
Kategorie der Investitionsgüterbereich.
Der saisonbereinigte Auftragsindex lag fast gleichauf
mit dem saisonbereinigten Produktionsindex. So
waren die Auftragsbücher der deutschen Industrieunternehmen
im November so gut gefüllt wie seit
August nicht mehr, und auch hier hatten die
Investitionsgüterhersteller mit dem höchsten Plus
seit über zweieinhalb Jahren die Nase vorn. Kräftig
angezogen hat binnen Monatsfrist laut Befragten
auch die Auslandnachfrage nach Industrieerzeugnissen
‚Made in Germany’. Insgesamt verbuchten
die Branchenakteure das höchste Exportorderplus
seit Februar diesen Jahres.
Trotz des stärksten Anstiegs der Auftragsbestände
seit Mai 2011 und dem daraus resultierenden
Kapazitätsdruck wurden im deutschen Industriesektor
im November weiter Arbeitsplätze abgebaut.
Der entsprechende saisonbereinigte Index sank auf
den tiefsten Wert seit fünf Monaten, wenngleich der
Jobabbau insgesamt verhalten blieb.
Wegen der höheren Produktionsanforderungen
weiteten die Betriebe die Einkaufsmenge in erheblich größerem Umfang aus als im Oktober. Prompt
verursachte dies die stärkste Verlängerung der
durchschnittlichen Lieferzeiten seit Juni 2011.
Ungeachtet dessen hielt sich der Kostenauftrieb in
Grenzen, was daran zu erkennen war, dass sich der
Anstieg der durchschnittlichen Einkaufspreise
gegenüber Oktober weiter abschwächte und der
entsprechende saisonbereinigte Index abermals
unter seinem Langzeit-Durchschnittswert blieb.
Gleichzeitig hoben die Branchenakteure ihre
Verkaufspreise nicht nur den zweiten Monat in Folge
an, die Erhöhung fiel sogar so kräftig aus wie seit
August 2011 nicht mehr.
Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert den
finalen Markit/BME Einkaufsmanager Index:
“Von den vier Kernländern der Eurozone belegte
Deutschland im November erneut die Spitzenposition
und konnte als einziges Land einen
Produktionszuwachs vorweisen, wie die jüngsten
Umfragedaten belegen.
Besonders die deutsche Investitionsgüterindustrie
steigerte ihr Fertigungsvolumen und verbuchte das
größte Plus bei ihren Exportaufträgen seit April 2011.
Doch auch die Hersteller von Vorleistungs- und
Konsumgütern erhöhten die Produktion, wobei
letzteren erneut die schleppenden Exportgeschäfte
zu schaffen machten.
Die Geschäftsaussichten für die deutsche Industrie
scheinen sich weiter aufzuhellen: Auf den Schlüsselmärkten
wird die Nachfrage voraussichtlich langsam
zunehmen. Zugleich dürften eine gedämpfte Kosteninflation
und eine höhere Kapazitätsauslastung dazu
beitragen, dass sich der Druck auf die Gewinnmargen
verringert.”
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