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Eurozone-Aufschwung verliert im Oktober leicht an Fahrt
- Flash Eurozone Composite Index Produktion
bei 51.5 (Sep. 52.2); 2-Monatstief
- Flash Eurozone Service-Index Geschäftstätigkeit bei 50.9 (Sep. 52.2); 2-Monatstief
- Flash Eurozone EMIâ„¢ Industrie bei 51.3
(Sep. 51.1); 2-Monatshoch
- Flash Eurozone Index Industrieproduktion bei
52.9 (Sep. 52.2); 2-Monatshoch
Die Wirtschaftsleistung der Eurozone ist im Oktober
zwar den vierten Monat in Folge gestiegen, das
Expansionstempo hat sich jedoch leicht
abgeschwächt. Dies zeigt der Markit Flash
Eurozone Composite Index Produktion, der von
seinem 27-Monatshoch im September um 0.7
Punkte auf 51.5 nachgab. Er liegt damit in etwa auf
dem Durchschnittsniveau des dritten Quartals
2013, in dem das stärkste Wirtschaftswachstum
seit dem zweiten Quartal 2011 verzeichnet wurde.
Zwar befand sich die gesamte Eurozone weiter auf
Wachstumskurs, in den beiden Schwergewichtsländern
Deutschland und Frankreich ließ die
Dynamik jedoch nach. So sank der deutsche
Composite-PMI auf ein Drei-Monatstief, und in
Frankreich signalisiert der Composite-Index aktuell
kaum noch Wachstum. In den übrigen Ländern
stieg die Gesamtleistung zum dritten Mal hintereinander
in moderatem Tempo - so lange wie seit
Anfang 2011 nicht mehr. Das dritte Auftragsplus in
Folge fiel nur noch schwach aus.
Zurückzuführen waren die nachlassenden
Wachstumsraten sowohl bei der Produktion als
auch beim Auftragseingang auf den Servicesektor,
wo die Zuwächse nur noch marginal ausfielen. Der
Industriesektor schnitt im Oktober besser ab, hier
beschleunigte sich das Produktionswachstum
gegenüber September leicht, der Auftragseingang
legte allerdings nur moderat zu.
Die weiterhin recht schwache Nachfrage zog erneut
Entlassungen nach sich. So fiel der 22. Jobabbau
in Folge in der Eurozone etwas stärker aus als im
September. Frankreich vermeldete zwar erstmals
seit Februar 2012 wieder ein leichtes Plus, in
Deutschland kam es jedoch zu einem moderten, im
Rest der Eurozone zu einem beschleunigten
Beschäftigungsrückgang.
Dass die Auftragsbestände geringfügig abnahmen
verdeutlicht, dass von einem Kapazitätsdruck
derzeit keine Rede sein kann - auch wenn die
Auftragspolster in der Industrie leicht zulegten.
Der fünfte Anstieg der Einkaufspreise in Folge fiel
so stark aus wie zuletzt im Januar, die Inflationsrate
blieb jedoch insgesamt auf historisch niedrigem
Niveau. Die Verkaufspreise wurden indes mit der
niedrigsten Rate seit Mai 2012 reduziert. Im
Servicesektor sanken die Angebotspreise mit der
niedrigsten Rate seit 17 Monaten, in der Industrie
wurden die Verkaufspreise hingegen zum zweiten
Mal hintereinander und so kräftig angehoben wie
zuletzt vor über eineinhalb Jahren.
Chris Williamson, Chief Economist bei Markit,
kommentiert den aktuellen Eurozone Flash-EMI:
“Dass sich der Composite-PMI im Oktober wieder
leicht verschlechtert hat ist zwar enttäuschend, man
sollte jedoch nicht allzu viel in die Oktober-Daten
hineininterpretieren. Es ist noch zu früh, um von
einem nachlassenden Aufschwung zu sprechen.
Wichtiger ist, dass sich die Composite-Indizes seit
nunmehr vier Monaten über der Wachstumsmarke
von 50 Punkten halten und darauf hindeuten, dass
die Eurozone mit einer Wachstumsrate von 0.2%
ins Schlussquartal 2013 gestartet ist. Der
Aufschwung dürfte sich also mit gedämpfter Rate fortsetzen.
Obwohl nur moderat, geht der Aufschwung
immerhin auf breiter Front weiter. Offensichtlich hat
er in den Peripherieländern endgültig Fuß gefasst
und sich in Deutschland fortgesetzt, während sich
die Lage in Frankreich stabilisierte.
Der leichte Dämpfer beim Composite-PMI dürfte die
Entscheidungsträger daran erinnern, dass ein
nachhaltiger Aufschwung keineswegs ausgemachte
Sache ist – er bestätigt vielmehr die Sichtweise der
EZB, die von einem zögerlichen, uneinheitlichen
und wackligen Aufschwung spricht. Somit dürfte
sich die Aufmerksamkeit wohl eher auf weitere
Wachstumsstimuli richten als auf einen Zeitplan zu
deren Rücknahme.“
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