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Bank Austria Konjunkturindikator: Konjunkturerholung macht Fortschritte
- Bank Austria Konjunkturindikator steigt im August auf 0,4 Punkte – erstmals seit März
wieder im Plus
- Verbessertes Industrieklima überträgt sich nun auch auf Konsumentenstimmung in
Österreich
- Solides Erholungstempo in zweiter Jahreshälfte ermöglicht BIP-Anstieg um 0,4
Prozent im Gesamtjahr 2013
- Verbesserte globale Rahmenbedingungen: Anhebung der BIP-Prognose auf 1,8
Prozent 2014
Der österreichische Konjunkturmotor hat begonnen schneller als in der ersten Jahreshälfte 2013
zu laufen. Immer mehr einlangende Wirtschaftsdaten und Stimmungswerte zeigen eine
dynamischere Gangart der heimischen Konjunktur an. „Der Bank Austria Konjunkturindikator ist im August deutlich angestiegen. Mit 0,4 Punkten liegt er erstmals seit fünf Monaten wieder im
positiven Bereich“, fasst Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer zusammen. Der
Aufwärtstrend des aktuellen Indikators verspricht eine solide Konjunkturerholung in Österreich in
den kommenden Monaten. „Erstmals seit fast drei Jahren haben alle Komponenten unseres
Indikators spürbar nach oben gezogen. Das wirtschaftliche Umfeld in Österreich verbessert sich,
die Konjunktur kommt in die Gänge“, meint Bruckbauer.
Die Trendwende des Bank Austria Konjunkturindikators im August unterstreicht, dass die
heimische Wirtschaft ihren Tiefpunkt überwunden hat. Die Zuversicht nimmt nun wieder auf
breiter Front zu. Bereits seit einigen Monaten zeigte die Stimmung in der österreichischen
Industrie nach oben. Im August wurden von den heimischen Betrieben die Geschäftsaussichten
sogar deutlich günstiger eingeschätzt als im Vormonat. Dahinter steht die kontinuierliche
Verbesserung des Industrieklimas in Europa. Der mit dem österreichischen Handelsanteil
gewichtete Stimmungsindikator für die europäische Industrie zeigt den höchsten Wert seit rund
eineinhalb Jahren an. In den wichtigsten europäischen Partnerländern der heimischen
Wirtschaft, wie Deutschland, Frankreich und auch Italien steigt die Zuversicht im
Produktionssektor. „Der seit einigen Monaten zunehmende Optimismus in der Industrie hat sich
im August auf die österreichischen Konsumenten übertragen. Auch die sinkende Inflation hat
den Stimmungsumschwung der Verbraucher unterstützt, die der entscheidende Impuls für die
Trendwende des Bank Austria Konjunkturindikators war“, so Bank Austria Ökonom Walter
Pudschedl zu den Hintergründen.
Seit Beginn der zweiten Jahreshälfte zeichnet sich eine lebhaftere Wirtschaftsentwicklung in
Österreich ab, nach dem noch mageren BIP-Anstieg im zweiten Quartal 2013 um 0,1 Prozent
zum Vorquartal. Die Wachstumsimpulse kommen vorerst noch hauptsächlich von der Nachfrage
aus dem Ausland. Nur langsam wird der private Konsum an Schwung gewinnen, wofür im
Einzelhandel erste Signale erkennbar sind. Die sinkende Inflation, erste Lichtblicke am
Arbeitsmarkt und damit verbunden eine weitere Aufhellung der Stimmung unter den
Verbrauchern werden jedoch in den kommenden Monaten für Unterstützung sorgen. Da sich die Auftragsbücher der Unternehmen zu füllen beginnen, ist für den Herbst erstmals seit Anfang
2012 wieder mit einem Anstieg der Kapazitätsauslastung in der heimischen Wirtschaft zu
rechnen, was die Investitionstätigkeit vorantreiben wird. „Zwar ist noch der Rückenwind aus dem
Ausland bestimmend, doch die Inlandsnachfrage wird im laufenden Jahr wichtiger für die
Konjunkturerholung, die dadurch an Tempo zulegen kann. Wir erwarten bis zum Jahresende
Zuwachsraten von rund einem halben Prozent zum jeweiligen Vorquartal. Damit wird sich der
leichte Rückgang aus der ersten Jahreshälfte noch in einen BIP-Anstieg von 0,4 Prozent für
2013 insgesamt verwandeln“, prognostiziert Pudschedl.
Potenzielle Probleme bei der Nachbereitung der europäischen Staatsschuldenkrise sind
weiterhin die bestimmenden Risikofaktoren für eine zügige Erholung der europäischen und damit
auch der österreichischen Wirtschaft. Allerdings sind jüngst die Risiken einer Verzögerung bei
der Umsetzung der Bankenunion gesunken. Zwar werden die Ergebnisse der Bankenprüfungen
vor der Übernahme der Aufsicht durch die EZB nochmals kurzfristig herausfordern, danach
könnte sich die Situation am europäischen Bankenmarkt jedoch ähnlich positiv entwickeln, wie in
den USA, wenn auch mit deutlich weniger Unterstützung durch die Wirtschaftspolitik.
Zunehmend werden damit Erfolge bei der Umsetzung von strukturellen Maßnahmen und nicht
kurzfristige Kriseninterventionen, vor allem an der Peripherie, zur wichtigsten Vorbedingung für
Wachstum. Dabei sind die Ökonomen der Bank Austria optimistisch, dass die Erholung in
Europa 2014 an Beständigkeit und Tempo gewinnen wird. „Die Sparpolitik in Europa hat ihren
Höhepunkt bereits überschritten. Das wird im kommenden Jahr die Nachfrage auch in Österreich
beleben. Dazu kommt ein nach unserer Einschätzung günstigeres globales Wirtschaftsumfeld.
Die Erholung in den USA verläuft sehr solide, Japan ist mit fiskal- und geldpolitischer
Unterstützung besonders schwungvoll unterwegs und die jüngsten vielversprechenden Daten
zerstreuen die Konjunktursorgen über die Entwicklung in den Schwellenländern, insbesondere
von China. Wir haben unsere Wachstumsprognose für Österreich für 2014 von 1,6 auf 1,8
Prozent angehoben“, zeigt sich Bruckbauer optimistisch.
Der angenommene Erholungspfad der österreichischen Wirtschaft ist dabei ein sehr vorsichtiger,
der spürbar schwächer ausgeprägt ist, als in vergangenen Erholungsphasen nach Rezessionen,
wie etwa im Jahr 1993 oder 2001. „Unser Prognoseszenario ist sehr vorsichtig gewählt, so dass ich angesichts des sich verbessernden globalen Umfelds eine positive Konjunkturüberraschung
im Jahr 2014 für zunehmend wahrscheinlich halte“, meint Bruckbauer abschließend.
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