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Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Juli: Österreichs Industrie spürt Rückenwind aus Europa
- Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Juli nur noch knapp unter Wachstumsbereich:
Anstieg um 0,8 Punkte auf 49,1 ist höchster Wert seit November 2012
- Spürbar verbesserte Auftragslage: Unternehmen steigern Produktionsleistung
- Österreichs Industrie folgt Europa auf Wachstumskurs: Erholung in zweiter
Jahreshälfte ermöglicht Anstieg der Industrieproduktion um ein Prozent 2013; mehr
Schwung 2014 mit Plus von 4 Prozent erwartet
- Beschleunigter Jobabbau unterstreicht noch Konjunktur
Ein Ende der Seitwärtsbewegung der österreichischen Industrie ist in Sicht. Die monatliche
Umfrage unter heimischen Einkaufsmanagern signalisiert für die zweite Jahreshälfte eine
Erholung des Produktionssektors. „Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex ist im Juli spürbar auf 49,1 Punkte gestiegen.Damit liegt er nur noch knapp unterhalb der Grenze von 50, die auf
Wachstum im Sektor hinweist. In einigen Details zeigen sich jedoch aktuell klare Anzeichen einer
Aufhellung der Industriekonjunktur in Österreich“, meint Bank Austria Chefvolkswirt Stefan
Bruckbauer. Nach der Stabilisierung im Verlauf des zweiten Quartals hat der Bank Austria
EinkaufsManagerIndex im Juli den höchsten Wert seit November 2012 erreicht. „Die Produktion
der österreichischen Industrie wurde durch mehr Neuaufträge im Juli angekurbelt. Doch
weiterhin herrscht Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung, die sich in einem
zurückhaltenden Einkauf, einem sehr kostenbewussten Lagermanagement und einer weiteren
Verringerung des Beschäftigtenstands zeigt“, fasst Bruckbauer die wichtigsten Ergebnisse der
Umfrage von Markit Economics im Auftrag der Bank Austria zusammen.
Das Nachfrageumfeld für die heimische Industrie hat sich spürbar verbessert. „Im Juli haben die
österreichischen Unternehmen zum dritten Mal in Folge mehr Neu- und Folgeaufträge erhalten.
Der Auftragszuwachs war darüber hinaus der stärkste seit eineinhalb Jahren und war
gleichermaßen die Folge einer anziehenden Binnen- als auch einer verstärkten
Exportnachfrage“, so Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Noch im Vormonat waren die
Auslandsaufträge gesunken.
Die erfreuliche Entwicklung im Neugeschäft wirkte sich prompt auf die Produktionsleistung der
heimischen Industrieunternehmen aus. „Im Juli nahm zum zweiten Mal innerhalb der letzten drei
Monate die Produktionsleistung im Vergleich zum jeweiligen Vormonat in Österreichs Industrie
zu. Zwar war das Plus noch sehr moderat, dennoch aber die stärkste Aufwärtsbewegung seit genau einem Jahr“, betont Pudschedl.
Trotz verbessertem Nachfrageumfeld, haben die heimischen Industriebetriebe aufgrund noch
bestehender Konjunktursorgen die Einkaufsmenge abermals reduziert. Dies gilt vor allem für die
Konsum- und Vorleistungsgüterhersteller. Im Investitionsgüterbereich wurde die Einkaufsmenge
ausgeweitet, was sich bereits als Vorbote einer kommenden Geschäftsbelebung erweisen
könnte. Auch im Lagermanagement setzten die österreichischen Industriebetriebe ihre
vorsichtige und daher kostenbewusste Gangart fort. Aufgrund gezielter Lagerabbauprogramme
gingen im Juli sowohl in den Vormaterial- als auch Fertigwarenlagern die Bestände zurück,
wobei sich der Trend der Vormonate zusätzlich durch die anziehende Nachfrage verstärkte. „Der
positive Nachfragetrend trifft in den heimischen Industriebetrieben noch auf bestehende
Kapazitätsüberhänge, die sich in sinkenden Auftragsbeständen sowie vor allem in dem sich im
Juli sogar noch beschleunigtem Jobabbau im Sektor zeigt“, meint Pudschedl.
Kostensenkungsmaßnahmen und Restrukturierungen führen die heimischen Betriebe als
Gründe für die Stellenstreichungen an.
„Die jüngsten Preistrends unterstreichen eine beginnende Auffrischung der Industriekonjunktur
dank der stärker werdenden Nachfrage. Nach der Stabilisierung im Vormonat konnte trotz des
scharfen Wettbewerbs die Verkaufspreise im Juli erstmals seit fast einem halben Jahr
angehoben werden“, analysiert Bruckbauer. Wegen sinkender Rohstoffpreise, insbesondere bei
Stahl, reduzierten sich dagegen die durchschnittlichen Einkaufspreise noch etwas stärker als im
Vormonat. Den siebten Monat in Folge führte die Preisdynamik im Ein- bzw. Verkauf nun bereits
zu einer Kostenentlastung für die heimischen Betriebe.
„Die Aufwärtsbewegung des aktuellen Bank Austria EinkaufsManagerIndex zeigt, dass sich die
österreichische Industriekonjunktur wieder im Aufwind befindet. Im Vergleich zu Europa ist dieser
Trend zeitlich etwas verzögert: Der EinkaufsManagerIndex für die Verarbeitende Industrie für die
Eurozone ist erstmals seit Jänner 2012 mit 50,1 Punkten bereits in den Wachstumsbereich
gestiegen, während der österreichische EMI im Juli knapp aber doch noch unterhalb des
Wachstumsbereichs liegt, fasst Bruckbauer zusammen. Nicht nur in den Kernländern, wie
Deutschland, wo auch der IFO-Index wieder gestiegen ist, sondern auch in den Peripherieländern hellt sich die Stimmung unter den Unternehmern auf und verspricht für die
zweite Jahreshälfte ein Comeback Europas auf dem Wachstumspfad.
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