Konjunktur - Erstes Wachstum der deutschen Privatwirtschaft seit drei Monaten

KONJUNKTUR

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Erstes Wachstum der deutschen Privatwirtschaft seit drei Monaten



- Finaler Service-Index Geschäftstätigkeit Deutschland(1) bei 50.4 (Mai 49.7)
- Finaler Composite Index Produktion Deutschland(2) bei 50.4 (Mai 50.2)

Die aktuelle Befragung unter den deutschen Dienstleistungsunternehmen hat ergeben, dass diese im Juni ein geringes Geschäftswachstum erzielen konnten. Dieses wurde jedoch begleitet von einem Rückgang bei den Neuaufträgen und einem verstärkten Stellenabbau. Außerdem stiegen die Kosten steiler an als die Angebotspreise, so dass sich der Druck auf die Gewinnmargen im Juni weiter erhöhte.

Der saisonbereinigte finale Service-Index Geschäftstätigkeit nahm von 49.7 im Mai auf 50.4 im Juni zu und überschritt erstmals seit drei Monaten wieder die neutrale 50-Punkte Grenze. Der Index signalisierte damit einen marginalen Anstieg der Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor, blieb aber unter seinem Langzeit-Durchschnitt von 52.9. Drei der sechs von der Dienstleistungsumfrage erfassten Bereiche konnten ein Plus verbuchen, insbesondere die Bereiche Hotels & Gaststätten und Post & Telekommunikation.

Im Vergleich hierzu stieg der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor vereint, von 50.2 auf 50.4 Punkte an und erreichte somit ein 3-Monatshoch. Zugleich wies er damit aber nur ein marginales Wachstum für die deutsche Privatwirtschaft aus und blieb unter seinem Langzeit-Durchschnitt von 52.9.

Dass die Zuwächse bei den Dienstleistern in Zeiten sinkender Neuauftragszahlen erzielt werden konnten, weist darauf hin, dass hierfür zumindest bis zu einem gewissen Grad die Abarbeitung unerledigter Aufträge nötig war. Aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage in der Eurozone und der schwachen Kundennachfrage verringerten sich die Neuaufträge den vierten Monat in Folge, wenngleich mit der geringsten Rate seit März. Die Auftragseingänge der Hersteller verringerten sich im Juni ebenfalls, wodurch sich auch für den gesamten Privatsektor der vierte Rückgang in Folge einstellte.

Die Auftragspolster der Dienstleister schrumpften im Juni insgesamt den 16. Monat in Folge. Dies veranlasste viele Unternehmen dazu, weitere Arbeitsplätze abzubauen. Wenngleich die Entlassungsrate moderat blieb, war sie doch die höchste seit September 2012. Auch der anhaltende Druck auf die Gewinnmargen hatte zu den Stellenkürzungen beigetragen. Auch die Industrieunternehmen kürzten vermehrt Arbeitsplätze, so dass auf privatwirtschaftlicher Ebene der größte Jobabbau seit Januar 2010 stattfand.

Die durchschnittliche Kostenlast der Dienstleistungsunternehmen nahm im Juni kräftig zu, auch wenn sich die Inflationsrate gegenüber dem Vormonat verringerte und sich auch von dem bisherigen Jahreshöchstwert von Januar weiter entfernte. Zahlreiche Umfrageteilnehmer führten den aktuellen Anstieg hauptsächlich auf höhere Energiepreise und Gehaltskosten zurück. Die Angebotspreise der Dienstleister stiegen dagegen den zweiten Monat in Folge nur leicht an. Angesichts der stark gefallenen Einkaufspreise im produzierenden Gewerbe gaben die Einkaufspreise insgesamt betrachtet leicht nach, während die Verkaufspreise im Privatsektor weitgehend unverändert blieben.

Hinsichtlich der Geschäftsentwicklung binnen Jahresfrist zeigten sich die Unternehmen zwar weiterhin zuversichtlich, jedoch weniger optimistisch als in den vergangenen fünf Monaten. Sorgen bereiten ihnen vor allem die unsichere Konjunkturentwicklung und der fortgesetzte Rückgang bei den Neuaufträgen.

Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert die finalen Markit-Indizes:

„Die PMI-Daten für Juni dürften die Sorge verstärken, dass die deutsche Privatwirtschaft im bisherigen Sommerverlauf nur ein marginales Wachstum erzielen konnte. Sowohl bei den Dienstleistern als auch bei den Herstellern ist die Zahl der Neuaufträge über einen längeren Zeitraum zurückgegangen, worunter auch das Beschäftigungsniveau des Privatsektors in den vergangenen Monaten verstärkt gelitten hat. Der jüngste Stellenabbau war dabei insgesamt der größte seit knapp dreieinhalb Jahren. Die erneuten Stellenkürzungen zeigen, dass die Unternehmen trotz des Produktionsanstiegs am Ende des zweiten Quartals mit ihren Prognosen zunehmend vorsichtiger geworden sind.”




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