Konjunktur - Talfahrt der Eurozone verlangsamt sich im Juni spürbar

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Talfahrt der Eurozone verlangsamt sich im Juni spürbar



- Flash Eurozone Composite Index Produktion bei 48.9 (Mai 47.7); 15-Monatshoch
- Flash Eurozone Service-Index Geschäftstätigkeit bei 48.6 (Mai 47.2); 15-Monatshoch
- Flash Eurozone EMIâ„¢ Industrie bei 48.7 (Mai 48.3); 16-Monatshoch
- Flash Eurozone Index Industrieproduktion bei 49.5 (Mai 48.8); 16-Monatshoch

Mit 48.9 nach 47.7 im Mai erreichte der Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion im Juni den höchsten Wert seit März 2012.

Ungeachtet dessen fällt das zweite Quartal 2013 mit einem Durchschnittswert von 47.8 nach 47.7 im Vorquartal unverändert schwach aus. Dies deutet darauf hin, dass die Eurozone das siebte Quartal in Folge in der Rezession verharrt ist.

Der dritte Anstieg des Composite-PMI in Folge signalisiert jedoch, dass sich die Wachstumseinbußen insgesamt weiter abgeschwächt haben.

So sank die Industrieproduktion mit der niedrigsten Rate seit Beginn der Talfahrt vor 16 Monaten, und auch der Service-Index Geschäftstätigkeit näherte sich der neutralen Wachstumsmarke von 50 Punkten so stark an wie zuletzt im März 2012.

Auch beim Auftragseingang entschärfte sich die Lage zum dritten Mal hintereinander, hier schlugen niedrigere Verluste als in den fünf Vormonaten zu Buche. Die Industriebetriebe verzeichneten den schwächsten Auftragsrückgang seit zwei Jahren, die Dienstleister den schwächsten seit fünf Monaten.

Die Wachstumsunterschiede im einheitlichen Währungsgebiet blieben jedoch groß, insbesondere zwischen den beiden Schwergewichtsländern Deutschland und Frankreich. Deutschland vermeldete zum zweiten Mal hintereinander Wachstum. Frankreich steckte zwar weiter tief in der Krise, doch verbesserten sich der Composite- PMI und der Index Neuaufträge, beide Indizes erreichten wieder die Werte von letztem August.

Außerhalb dieser beiden Länder wurden die schwächsten Wachstums- und Auftragseinbußen seit zwei Jahren verzeichnet, womit sich die Lage auch hier im Vergleich zum Jahresanfang deutlich entspannt hat.

Wie bereits seit zwei Jahren nahmen die Auftragsbestände im Juni zwar ein weiteres Mal ab, der Rückgang fiel jedoch so schwach aus wie zuletzt im März 2012. In beiden Sektoren schwanden die Auftragspolster in verlangsamtem Tempo, im Servicesektor jedoch stärker als in der Industrie.

Der 18. Jobabbau in Folge beschleunigte sich gegenüber Mai nochmals geringfügig. Mit einem leicht verlangsamten Rückgang in der Industrie und dem stärksten Abbau seit vier Monaten im Servicesektor lagen beide Sektoren fast gleichauf.

In Deutschland wurden per Saldo so viele Stellen gestrichen wie zuletzt im Januar 2010, was auf Produktivitätssteigerungen zurückzuführen war.

Auch in Frankreich beschleunigte sich der Jobabbau leicht. In den übrigen Ländern wurden hingegen per Saldo so wenige Arbeitsplätze abgebaut wie seit Oktober 2011 nicht mehr.

Vor dem Hintergrund der hartnäckigen Nachfrageflaute blieb der Wettbewerbsdruck enorm, weshalb die Verkaufspreise zum 15. Mal hintereinander reduziert wurden. In beiden Sektoren kam es zu Preisnachlässen. Die Einkaufspreise legten hingegen erstmals seit drei Monaten wieder geringfügig zu. In der Industrie purzelten die Rohstoffpreise weiter zügig, im Servicesektor legten die Einkaufspreise hingegen abermals zu.

Die Frühindikatoren liefern im Juni wieder Anlass zur Hoffnung. So erholten sich die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Servicesektor infolge der abgeschwächten Auftragsverluste zwar leicht von ihrem Fünf- Monatstief im Mai, der entsprechende Index notiert jedoch weiter unter den Werten vom Jahresanfang. Gleichzeitig hielt sich die Quote Auftragseingang/ Fertigwarenlager in der Industrie auf einem der höchsten Werte seit zwei Jahren.

Chris Williamson, Chief Economist bei Markit, kommentiert den aktuellen Eurozone Flash-EMI:

“Die PMI-Vorabschätzung zeigt, dass die Eurozone Privatwirtschaft auch im Juni geschrumpft ist. Damit fällt das zweite Quartal 2013 zwar erneut schwach aus, doch häufen sich die Anzeichen für eine weitere Entschärfung der Lage.

Unseren Berechnungen zufolge dürfte das BIP in Q2 mit 0.2% in etwa genauso stark geschrumpft sein wie in Q1, womit sich die Rezession das siebte Quartal in Folge und damit so lang wie nie zuvor hingezogen haben dürfte.

Immerhin hat sich die Talfahrt im Verlauf des zweiten Quartals verlangsamt, was das 15- Monatshoch des Composite-PMI zeigt. Auf diesem Niveau sollte sich das Wirtschaftswachstum in Q3 stabilisieren, und im vierten Quartal dürfte dann auch wieder Wachstum drin sein.

Besonders erfreulich ist, dass sich die Talfahrt außerhalb Frankreichs und Deutschlands in den letzten Monaten deutlich verlangsamt hat und die Wachstumseinbußen im Juni hier so schwach ausgefallen sind wie zuletzt vor zwei Jahren. Auch in Frankreich hat sich der Abwärtstrend spürbar verlangsamt, und Deutschland vermeldet für Juni ein leicht beschleunigtes, wenngleich noch immer moderates Wirtschaftswachstum.

Den Entscheidungsträgern der Eurozone werden diese ermutigenden Daten zweifelsohne gefallen, und die EZB dürfte keinen Anlass haben, kurzfristig in Aktion zu treten. “




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