Konjunktur - Deutsche Industrie im Mai auf Erholungskurs

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Deutsche Industrie im Mai auf Erholungskurs



- Moderater Zuwachs bei Produktion und Auftragseingang
- Fortgesetzter Stellenabbau
- Drastisch reduzierte Kostenbelastung

Nach einem zweimonatigen Rückgang konnten die Hersteller im Mai wieder ein Plus bei den Fertigungszahlen und eingehenden Aufträgen vorweisen. Der Markit/BME Einkaufsmanager Index, der die aktuelle Lage der Industrie in einem Wert wiedergibt, legte von 48.1 im April auf 49.4 im Mai zu und erreichte damit ein Drei-Monatshoch. Jedoch hinderten der Beschäftigungsabbau, rückläufige Einkaufsmengen und die Unterauslastung der Zulieferer den Index zum dritten Mal in Folge daran, die neutrale 50Punkte-Grenze zu überschreiten.

Den leichten Anstieg der Gesamtproduktion verdankt die deutsche Industrie in erster Linie den Steigerungen im Investitionsgüterbereich. Hersteller von Konsum- und Vorleistungsgütern hingegen mussten ihre Leistung im Schnitt erneut drosseln. Der Auftragseingang nahm im Mai insgesamt zu, wobei das Exportgeschäft aber stagnierte: Zwar bescherte die erstarkende Nachfrage aus China und den USA den Herstellern zusätzliche Aufträge, diese Zuwächse wurden jedoch durch Bestellrückgänge vor allem aus dem Euroraum ausgeglichen.

Trotz der allgemein höheren Nachfrage verfügten die Industrieunternehmen weiterhin über freie Kapazitäten, so dass sie ihre Auftragspolster zum zweiten Mal hintereinander abbauten. Zugleich setzten sie auch ihre Stellenstreichungen fort. Obwohl nur begrenzt Arbeitskräfte freigesetzt wurden, nahm die Entlassungsrate gegenüber den drei Vormonaten wieder zu. Jedoch unterschieden sich die Personalentscheidungen je nach Industriebereich: Die aktuellen Umfragedaten ergaben, dass die Investitionsgüterproduzenten ihre Belegschaft tendenziell vergrößerten, sie konnten aber die Einsparmaßnahmen im Konsum- und Vorleistungsgüterbereich saldiert nicht ausgleichen.

Bei ihren Materialbestellungen ließen die Hersteller auch im Mai Vorsicht walten. Da sie nicht nur ihre Einkaufsmengen reduzierten, sondern gleichzeitig ihre Produktion erhöhten, nahmen ihre Vormateriallager ein weiteres Mal ab. Auch ihre Fertigwarenbestände gingen binnen Monatsfrist zurück. Die verringerte Nachfrage nach Rohmaterial führte wiederum bei den Lieferanten zu einer geringeren Auslastung, was die stärkste Verkürzung der Lieferzeiten seit August 2012 zur Folge hatte.

Die Kostenlast der Hersteller nahm im Mai drastisch gesunken, doch diesmal verzeichnete das produzierende Gewerbe insgesamt die höchste Rückgangsrate seit Juli 2009. Umfrageteilnehmer führten die Entlastung vor allem auf verringerte Preise für Vormaterial, insbesondere Metalle, zurück. Der sinkende Kostendruck und die verstärkten Forderungen der Kunden nach Rabatten waren ausschlaggebend dafür, dass die Hersteller die größten Preisnachlässe seit Januar 2010 gewährten.

Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Markit/BME Einkaufsmanager Index:

“Der deutschen Industrie gelang es im Mai, dem Abwärtstrend stark entgegenzuwirken. Sowohl Produktion als auch Auftragseingang legten erstmals seit drei Monaten wieder zu. Der erneute Beschäftigungsabbau stellte für den Einkaufsmanager Index zwar eine gewisse Belastung dar, insgesamt fielen die Umfrageergebnisse jedoch wesentlich besser aus als noch im April.

Die anziehende Binnennachfrage brachte auch die Produktion im Mai wieder in Schwung, während die fallenden Exporte in die Euro-Länder von den vermehrten Bestellungen aus China und den USA weitgehend ausgeglichen wurden. Außerdem profitierten die deutschen Hersteller weiterhin von kräftigen Preisnachlässen: Die Materialpreise waren binnen Monatsfrist so stark gesunken wie seit fast vier Jahren nicht mehr.”




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