Konjunktur - Deutschland: Erste Geschäftseinbußen im April seit fünf Monaten

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Deutschland: Erste Geschäftseinbußen im April seit fünf Monaten



- Finaler Service-Index Geschäftstätigkeit Deutschland bei 49.6 (März 50.9)
- Finaler Composite Index Produktion Deutschland bei 49.2 (März 50.6)

Der saisonbereinigte finale Service-Index Geschäftstätigkeit, der die Lage im deutschen Dienstleistungssektor in einer Zahl wiedergibt, ist im April knapp unter die Wachstumsgrenze von 50 Punkten gerutscht. Der Index nahm von 50.9 im März auf 49.6 im April ab und signalisiert damit die ersten Einbußen seit November 2012. Am stärksten betroffen waren Unternehmen aus dem Bereich Transport & Lagerhaltung.

Der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor zusammenfasst, gab von 50.6 im März auf 49.2 im April nach. Damit wurde zum ersten Mal seit fünf Monaten die Produktion der Industrieunternehmen zurückgefahren. Beides zusammengenommen sorgte dafür, dass der deutsche Privatsektor im April leicht schrumpfte.

Grund für den Rückgang im Dienstleistungssektor war in erster Linier der Schwund an Neuaufträgen. Diese verringerten sich nicht nur zum zweiten Mal in Folge, sondern auch mit der höchsten Rate seit Oktober 2012. Die größten Verluste meldeten die Bereiche Transport & Lagerhaltung und Alle sonstigen Dienstleistungen. Sorgen um die weitere Konjunkturentwicklung hatten die Ausgabebereitschaft der Kunden deutlich sinken lassen. Auf die Privatwirtschaft umgerechnet ergab sich der zweite Rückgang in Folge und zugleich der höchste seit letztem November.

Die damit verbundene geringere Auslastung führte bei den Dienstleistern dazu, dass sie sich verstärkt der Abarbeitung unerledigter Aufträge zuwandten. Aus diesem Grund bauten sie ihre Auftragsbestände moderat ab, die mittlerweile den 14. Monat in Folge schrumpfen. In fünf der sechs von der Umfrage erfassten Bereiche verringerten sich die Auftragspolster, einzige Ausnahme blieb der Bereich Vermittlung von Finanzdienstleistungen. Der Privatsektor insgesamt erlitt den größten Schwund seit Dezember.

Trotz der gedämpften Nachfrage zu Anfang des zweiten Quartals blicken die Dienstleister den kommenden zwölf Monaten weiterhin optimistisch entgegen. Der Anteil an Unternehmen mit positiven Geschäftsprognosen (29 %) erwies sich mehr als doppelt so hoch wie der Prozentsatz derer, die mit einem Geschäftsrückgang binnen Jahresfrist rechnen (14 %). Besonders zuversichtlich zeigten sich die Unternehmen aus dem Bereich Vermietung & Unternehmensnahe Dienstleistungen. Vor allem anlaufende Projekte und anstehende Marketingaktionen sollen binnen Jahresfrist für einen spürbaren Auftrieb sorgen.

Die günstigen Geschäftsaussichten und langfristige Expansionspläne veranlassten die Dienstleister dazu, ihre Beschäftigtenzahlen weiter anzuheben. Wenngleich die Stellenzuwächse relativ moderat ausfielen, hielt der Jobaufbau damit den fünften Monat in Folge an. Im produzierenden Sektor wurden indessen Arbeitsplätze abgebaut.

Die Kostenbelastung der Dienstleistungsunternehmen erhöhte sich im April weiter und setzt damit ihren Trend seit Oktober 2009 fort. Besonders stark stiegen die Treibstoff- und Nebenkosten. Insgesamt verringerte sich die Inflationsrate jedoch gegenüber den letzten sieben Monaten und fiel wieder unter ihren Langzeit-Durchschnitt von 55.1 zurück. Aufgrund sinkender Einkaufspreise für die Hersteller kam es im Privatsektor insgesamt zur ersten Kostensenkung seit 43 Monaten.

Der verminderte Kostendruck und die abgeflachte Nachfrage hatten zur Folge, dass die Dienstleister ihre Angebotspreise zum ersten Mal seit September 2012 senkten. Auch auf Ebene der Privatwirtschaft reduzierten sich die Preise zum ersten Mal seit September leicht.

Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert die finalen Markit-Indizes:

„Der finale PMI für den deutschen Dienstleistungssektor hat sich gegenüber seiner Vorabschätzung der neutralen Wachstumsgrenze von unten weiter genähert. Dennoch zeichnet sich im Dienstleistungsbereich ein zunehmend düsteres Bild ab.

Die aktuellen Umfragedaten weisen die ersten Geschäftseinbußen seit Ende 2012 aus. Angesichts dieser Einbußen und dem zusätzlichen Absinken der Industrieproduktion erhöht sich die Gefahr, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal die Wachstumsgrenze nicht überschreiten wird.”




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