Konjunktur - Beschleunigter Abwärtstrend der Eurozone-Privatwirtschaft im Februar trotz robustem Wachstum in Deutschland

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Beschleunigter Abwärtstrend der Eurozone-Privatwirtschaft im Februar trotz robustem Wachstum in Deutschland



- Finaler Eurozone Composite Index: 47.9 (Flash 47.3, Januar 48.6)
- Finaler Eurozone Service-Index: 47.9 (Flash 47.3, Januar 48.6)
Mit aktuell 47.9 nach 48.6 im Januar signalisiert der finale Markit Eurozone Composite Index (PMI®), dass sich der Abwärtstrend der Eurozone im Februar wieder beschleunigt hat. Die Vorabschätzung wurde jedoch um 0.6 Punkte übertroffen. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte im Berichtsmonat nicht mehr so stark wie zwischen April und Dezember letzten Jahres, und auch der Indexdurchschnitt für das erste Quartal 2013 fällt bislang höher aus als in den zurückliegenden drei Quartalen.

Auch im Servicesektor beschleunigte sich die Talfahrt im Februar. So gab der entsprechende Service Index Geschäftstätigkeit ebenfalls auf 47.9 von 48.6 im Januar nach, wobei auch hier die Schnellschätzung um 0.6 Zähler übertroffen wurde. Gleichzeitig wurde die Industrieproduktion stärker zurückgefahren als im Januar. In beiden Sektoren schwächte sich die jeweilige Schrumpfungsrate gegenüber Q4/2012 allerdings ab.

Die Verluste beim Gesamt-Auftragseingang vergrößerten sich gegenüber Januar zwar, sie fielen jedoch nicht so gravierend aus wie vom entsprechenden Flash signalisiert. Während die Nachfrage im Servicesektor stärker zurückging als im Vormonat, verbuchte der Industriesektor das niedrigste Auftragsminus seit Juni 2011.

Aufgrund der anhaltenden Nachfrageflaute wurde die Beschäftigung den 14. Monat in Folge abgebaut. Immerhin fiel der Rückgang schwächer aus als zum Drei-Jahrestief im Januar und vom entsprechenden Februar-Flash signalisiert.

Rangliste nach Composite Output Index (Feb):

- Deutschland 53.3 2-Monatstief
- Irland 52.8 6-Monatstief
- Spanien 45.3 2-Monatstief
- Italien 44.4 3-Monatstief
- Frankreich 43.1 2-Monatshoch


Chris Williamson, Chefökonom bei Markit, kommentiert den finalen Eurozone Composite Index:

„Zwar ist der Rückgang des Eurozone PMI gegenüber Januar eine Enttäuschung, doch dürfte das BIP in der Währungsunion im ersten Quartal 2013 nach bisherigen Erkenntnissen mit 0.2% deutlich langsamer sinken als mit 0.6% im Schlussquartal 2012.

Dass Deutschland und Frankreich momentan so weit auseinander driften wie nie zuvor in der 15-jährigen Umfragegeschichte ist jedoch Besorgnis erregend. Deutschland ist auf dem besten Weg zum stärksten Quartalswachstum seit Frühjahr 2011, Frankreichs Wirtschaft schrumpft hingegen so zügig wie seit vier Jahren nicht mehr.

Die sich verschlechternde Lage in der Europeripherie ist ebenfalls alarmierend. So schlittern Italien und Spanien immer tiefer in die Krise, und Italien droht in den nächsten Monaten wegen der unklaren politischen Verhältnisse weiteres Ungemach.

Insofern hängt vieles davon ab, ob die Wachstumslokomotive Deutschland die Schwäche Frankreichs, Italiens und Spaniens kompensieren kann. Da dies eher unwahrscheinlich ist, kann wohl nicht mehr damit gerechnet werden, dass die Eurozone bis Mitte 2013 wieder auf Wachstum einschwenken wird.“

Servicesektor und Industrie kombiniert

Die 11. Rückgang der Verkaufspreise in Folge fiel im Februar insgesamt so schwach aus wie zuletzt im Mai 2012. In der Industrie wurden die Verkaufspreise nur minimal reduziert. Im Servicesektor sanken die Angebotspreise, um der Nachfrageschwäche zu begegnen.

Die Einkaufspreise legten insgesamt mit der niedrigsten Rate seit sechs Monaten zu, doch hier liefen die Entwicklungen zwischen den beiden Sektoren stark auseinander. Während der Preisauftrieb im Servicesektor konstant blieb, sanken die Einkaufspreise in der Industrie erstmals seit sechs Monaten wieder.

Servicesektor:

Der Eurozone Servicesektor schrumpfte im Februar den 13. Monat in Folge und mit leicht beschleunigter Rate.

Während die deutschen Dienstleister trotz der leichten Abschwächung gegenüber Januar erneut kräftig expandierten, liefen die Geschäfte der französischen, spanischen und italienischen Dienstleister abermals ausgesprochen miserabel.

Die 18. Auftragsverluste in Folge fielen im Februar höher aus als im Januar, gegenüber dem Durchschnittswert des zweiten Halbjahrs 2012 schwächten sie sich jedoch ab.

Infolge der erneuten Verluste beim Auftragseingang nahmen die Auftragsbestände nicht nur zum 20. Mal hintereinander, sondern auch zügiger ab als in den beiden Vormonaten.

Der 14. Jobabbau in Folge verlangsamte sich gegenüber Januar und fiel weniger stark aus als von der entsprechenden Vorabschätzung signalisiert.

Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist verschlechterten sich zwar gegenüber dem Acht-Monatshoch von Januar wieder, der entsprechende Index hielt sich jedoch über dem Vorjahresdurchschnittswert.

Aufgrund der Verteuerung von Energie legten die durchschnittlichen Einkaufspreise im Februar mit unveränderter Rate zu. Die Angebotspreise wurden hingegen mit der niedrigsten Rate seit neun Monaten reduziert, was mit der hartnäckigen Nachfrageflaute und dem scharfen Wettbewerb begründet wurde.




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