Konjunktur - Chinesisches Neujahr als Konjunktur-Impuls

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Chinesisches Neujahr als Konjunktur-Impuls



Dieses Jahr feiern die Chinesen am 10. Februar ihr Neujahr – das „Jahr der Schlange“ beginnt. Das größte Fest der Chinesen, das traditionell auf einen Neumond zwischen 21. Jänner und 21. Februar fällt, wird von tagelangen Festlichkeiten begleitet, die Börsen in China haben eine Woche lang geschlossen.

Angesichts der Tatsache, dass die chinesische Wirtschaft nach einer langen Flaute zuletzt wieder an Fahrt aufgenommen hat, kommt auch dem konjunkturellen Aspekt des Festes große Bedeutung zu. Immerhin geht es auch um die Frage, wie erfolgreich China den Übergang von einer export- auf eine konsumgetriebene Wirtschaft schafft. Im Schlussquartal 2012 verbuchte China ein Wachstum von 7,9 Prozent und damit nach sieben Quartalen in Folge mit rückläufigen Wachstumsraten erstmals wieder eine positive Dynamik. Auch das Verbrauchervertrauen hat sich im vierten Quartal 2012 etwas erholt. Geschätzte 250.000 Wanderarbeiter werden während des Neujahrsfestes in ihre Heimatdörfer zurückkehren. Dieser Umstand wird zwar die Industrieproduktion im Februar dämpfen, gleichzeitig sollte der Einzelhandel aber von den Feierlichkeiten profitieren. Im Dezember 2012 haben die Einzelhandelsumsätze im Reich der Mitte um 15,2 Prozent zugelegt (vs. Dezember 2011), nach einer Steigerung um 14,9 Prozent im November. Also auch hier geht die Dynamik nach oben, und die Zeichen stehen auf weitere Zuwächse. Immerhin hat die Regierung in Peking diese Woche mit der Meldung aufhorchen lassen, man werde die Mindestlöhne weiter anheben – ein vorgezogenes Neujahrsgeschenk für die Verbraucher und laut Analysten eine gute Voraussetzung, um die Chinesen bei Kauflaune zu halten.

Ähnlich wie bei uns zu Weihnachten, kaufen auch die Chinesen für das Neujahrsfest elektronische Geräte, Haushaltsgeräte, aber auch Kosmetik und Nahrungsmittel. Die Regierung, die letzten November installiert wurde und im März offiziell ihr Amt antreten wird, hat jedes Interesse, den Konsum als Stütze der chinesischen Wirtschaft zu stärken, um deren Abhängigkeit vom Export zu reduzieren. Und die Richtung stimmt eindeutig: Der Dienstleistungssektor hat 2011 bereits 44 Prozent zur chinesischen Wirtschaftsleistung beigetragen, im Jahr 2000 waren es noch 35 Prozent gewesen.

Fazit: Wir gehen davon aus, dass China die konjunkturelle Talsohle durchschritten hat, und dass das Land auch weiterhin zu den absoluten Zugpferden der Weltkonjunktur zählen wird. In unserer Anlagestrategie haben wir sowohl die Aktien als auch die Anleihen der Schwellenmärkte übergewichtet, wobei wir Asien besonders hohe Chancen einräumen. Gerade chinesische Aktien haben in den letzten Jahren nicht immer zu den Outperformern gezählt und sind deshalb unserer Meinung nach umso reifer für eine Gegenbewegung.

Mag. Monika Rosen
Chefanalystin im Bank Austria Private Banking




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