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Konjunkturstabilisierung in Sicht – 2013 bringt mehr Wachstum
- Tiefpunkt scheint überwunden: Bank Austria
Konjunkturindikator im November abermals mit leichtem
Anstieg auf minus 0,8 Punkte
- Industriestimmung in Europa am Weg der Besserung;
Verbraucher gehen mit stabilen Erwartungen ins neue Jahr
- Moderater Anstieg des Wirtschaftswachstums: Nach 0,5
Prozent für 2012 aufgrund steigender Exportnachfrage
bereits 0,9 Prozent für 2013 erwartet
- Langfristiger Ausblick: Mit schwungvollerer
Inlandsnachfrage ist 2014 ein Anstieg um 1,5 Prozent
möglich
- Inflation sinkt 2013 auf 2,2 Prozent im Jahresdurchschnitt
Seit wenigen Wochen zeichnet sich die Stabilisierung der Geschäftsentwicklung in der Industrie
ab, nun sind erste positive Auswirkungen auch auf die Gesamtwirtschaft zu spüren. Der
Konjunkturindikator der Bank Austria hat sich im November nach dem leichten Anstieg im
Vormonat abermals verbessert. Mit minus 0,8 Punkten liegt der Indikator zwar weiterhin
deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt, die jüngste Entwicklung untermauert jedoch
unsere Ansicht, dass der Tiefpunkt des aktuellen Konjunkturzyklus bereits überwunden ist.
Durch die jüngsten Daten hat sich zudem die Aussicht auf eine Aufhellung der Konjunktur in den
kommenden Monaten spürbar verbessert.
Unsere vorsichtig optimistische Einschätzung stützt sich auch auf die beginnende Verbesserung
der Stimmung in der europäischen Industrie. Der mit dem österreichischen Außenhandel
gewichtete Indikator ist im November leicht gestiegen. Dies sollte in weiterer Folge positive
Auswirkungen auf die noch als sehr zurückhaltend eingestuften Geschäftsaussichten in der
heimischen Industrie haben und bald in den realen Zahlen Niederschlag finden. Der Bank
Austria EinkaufsManagerIndex hat mit seinem starken Anstieg im November bereits einen
Hinweis auf die zu erwartende Entwicklung gegeben. Obwohl die Arbeitsmarktlage weiter
anspannt ist, hat sich das Vertrauen der heimischen Verbraucher im November stabilisiert. Die
fortschreitende Beruhigung der Eurokrise schlägt hier positiv zu Buche. Derzeit ist die Stimmung
unter den in- und ausländischen Wirtschaftsakteuren weiterhin gedämpft. Aufgrund der
zunehmenden positiven Signale rechnen wir jedoch mit einer optimistischeren Grundhaltung
für den Jahresbeginn 2013.
Für das Schlussquartal 2012 ist eine leicht rückläufige Wirtschaftsentwicklung zu erwarten. Die
heimische Industrie schwächelt angesichts der verhaltenen Nachfrage aus dem Ausland –
bedingt durch die Rezession in wichtigen Handelspartnerländern Österreichs. Aber auch hier
sind bereits Signale für eine Trendwende erkennbar. Ebenso weist die Binnennachfrage
mittlerweile Anzeichen einer Stabilisierung auf – gestützt auf eine unter diesen
Rahmenbedingungen immer noch solide Konsumentwicklung. Seit dem Sommer befindet sich
die österreichische Wirtschaft in einer Stagnationsphase. Dennoch ist für das Gesamtjahr ein
leichter BIP-Anstieg zu erwarten. Wir gehen für 2012 von einem Plus um zumindest 0,5 Prozent
aus.
Im kommenden Jahr wird es die Konjunktur zwar voraussichtlich langsam angehen, aber die
Aussicht auf eine fortschreitende Erholung wird durch die jüngste Entwicklung des Bank Austria
Konjunkturindikators gestützt. Die Belebung wird vor allem durch verbesserte internationale
Rahmenbedingungen getrieben sein. Ausgehend von den asiatischen Schwellenländern, sollte
sich dieser Aufschwung auch auf die europäische Wirtschaft übertragen, die zudem von einer
weniger restriktiven Haushaltspolitik als noch in diesem Jahr profitiert. In Österreich wird die
Auslandsnachfrage zur tragenden Säule des Aufwinds, was der heimischen Industrie 2013 zu
spürbar mehr Dynamik verhelfen wird. Doch auch die Inlandsnachfrage wird im späteren
Verlauf des Jahres 2013 etwas an Schwung gewinnen, unterstützt durch die bereits eingesetzte
Aufhellung der Stimmung. Der private Konsum wird zudem von den aktuellen Lohnabschlüssen,
die einen Anstieg der realen Kaufkraft im Jahr 2013 erwarten lassen, geringfügig gestärkt.
Allerdings begrenzt die weiter steigende Arbeitslosigkeit den Auftrieb. Die Investitionstätigkeit
wird 2013 trotz der günstigen Finanzierungsbedingungen nur langsam in Schwung kommen,
sodass die Impulse durch die Inlandsnachfrage insgesamt nur sehr zaghaft sein werden. Wir
gehen für 2013 mit 0,9 Prozent von einem höheren Wirtschaftswachstum als im laufenden Jahr
aus. Dieses wird auf einer stärkeren Exportnachfrage basieren, die dann 2014 von einer an
Schwung gewinnenden Inlandsnachfrage ergänzt wird. Daher ist aus heutiger Sicht für 2014
bereits ein Anstieg des BIP um 1,5 Prozent möglich.
Keine Inflationsgefahr
Aufgrund der nur sehr zögerlichen Wirtschaftsbelebung und der sogar leicht steigenden
Arbeitslosigkeit ist im kommenden Jahr von einem Rückgang der Inflation auszugehen. Nach
durchschnittlich 2,4 Prozent im Jahr 2012 erwarten wir für 2013 eine etwas geringere
Teuerungsrate von 2,2 Prozent. Die Nahrungsmittelpreise sorgen zwar für einen leichten
Auftrieb, dafür ist das Risiko, dass die Rohölpreise die Inflation überraschend stärker nach oben
treiben angesichts der eher zurückhaltenden globalen Nachfrageentwicklung für 2013 eher
gering. Der Preis für Rohöl, der im Jahresdurchschnitt 2012 auf rund 112 USD pro Barrel
gestiegen ist, wird im kommenden Jahr voraussichtlich sogar moderat sinken. Dieser
dämpfende Effekt sollte durch eine leichte Stärkung des Euros gegenüber dem US-Dollar dank
der Beruhigung der Krise in Europa unterstützt werden. Erst 2014 wird die Inflationsrate im
Jahresdurchschnitt unter der 2-Prozent-Marke liegen.
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