Konjunktur - Deutschlands Rückkehr auf den Wachstumspfad sorgt im Dezember für verlangsamte Talfahrt der Eurozone-Privatwirtschaft

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Deutschlands Rückkehr auf den Wachstumspfad sorgt im Dezember für verlangsamte Talfahrt der Eurozone-Privatwirtschaft



Die Talfahrt der Eurozone hat sich im Dezember zum zweiten Mal hintereinander verlangsamt. Dies signalisiert der Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion, der binnen Monatsfrist um 0.8 Punkte auf 47.3 zulegte und damit ein Neun-Monatshoch erreichte. Der Tiefpunkt der Rezession scheint damit überwunden zu sein. Ungeachtet dessen schrumpfte die Wirtschaftsleistung zum 15. Mal innerhalb der letzten 16 Monate.

Die Geschäftstätigkeit im Servicesektor sank mit abgeschwächter Rate, so dass der entsprechende Index den besten Wert seit Juli erreichte. Der Index Industrieproduktion verharrte auf dem 7-Monats-hoch von November.

Deutschland wies erstmals seit acht Monaten wieder ein minimales Wirtschaftswachstum aus. Hier liefen die Geschäfte der Dienstleister wieder ganz ordentlich, während die Industrieproduktion mit beschleunigter Rate zurückging.

In Frankreich sank die Wirtschaftsleistung zum zehnten Mal hintereinander, allerdings weniger stark als in den letzten drei Monaten. Auch in den übrigen Ländern verlangsamte sich der Abwärtstrend im Durchschnitt und fiel schwächer aus als in den letzten acht Monaten.

Anhaltend hohe Auftragsverluste

Die Verluste beim Auftrageingang verringerten sich zwar den dritten Monat in Folge, unterm Strich schlug jedoch erneut ein hohes Minus zu Buche.

Die Industrie wies einen annähernd so starken Auftragsrückgang aus wie im November, ungeachtet der niedrigsten Verluste beim Exportneugeschäft seit neun Monaten. Seit 19 Monaten hält die Auftragsflaute in der Industrie nun bereits an. Im Servicesektor fielen die 15. Auftragsverluste so niedrig aus wie zuletzt im Juni.

Erneuter Jobabbau

Der Jobabbau verlangsamte sich im Dezember und erreichte in etwa wieder das August-Niveau. Im historischen Vergleich blieb er jedoch stark, da die Firmen ihre Kapazitäten infolge der hartnäckigen Auftragsflaute weiter reduzierten. Seit genau einem Jahr sinkt die Beschäftigung im Industriesektor nun bereits, während die Auftragsbestände zum 18. Mal hintereinander abnahmen.

In der Industrie und im Servicesektor fiel der Stellenabbau in etwa gleich stark aus. In Deutschland stabilisierte sich der Arbeitsmarkt im Dezember wieder, während sich der Jobabbau in Frankreich und in den übrigen Ländern fortsetzte.

Gedämpfter Preisdruck

Vor dem Hintergrund der Nachfrageschwäche blieb der Preisdruck gedämpft. Die Verkaufspreise wurden sogar stärker reduziert als in den beiden Vormonaten, hauptsächlich aufgrund von Preisnachlässen im Servicesektor. In der Industrie blieben die Verkaufspreise nach sechsmonatigem Rückgang hingegen stabil.

Der Anstieg der Einkaufspreise beschleunigte sich zwar leicht, er fiel aber den fünften Monat in Folge schwächer aus als im langjährigen Mittel. Der Servicesektor vermeldete eine höhere Teuerungsrate als die Industrie.

Aussichten hellen sich auf

Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist hellten sich im Servicesektor zum zweiten Mal hintereinander auf, so dass der entsprechende Index ein Vier-Monatshoch erreichte. Er blieb jedoch unter seinem Langzeit-Durchschnittswert und unterschritt auch die Werte von vor der Finanzkrise 2008/2009.

In Deutschland verbesserte sich der Ausblick auf ein Sieben-Monatshoch, in Frankreich auf ein Vier-Monatshoch, während er sich in den übrigen Ländern im Durchschnitt leicht verschlechterte.

Chris Williamson, Chief Economist bei Markit, kommentiert den aktuellen Eurozone Flash-EMI:

“Die Talfahrt der Eurozone hat sich im Dezember weiter verlangsamt, was die Hoffnung auf Besserung im nächsten Jahr nährt. Der Tiefpunkt von Oktober scheint zwar überwunden, doch ist die leichte Verbesserung des Composite Index seither alles andere als berauschend.

Unsere Umfrageergebnisse deuten weiter darauf hin, dass das BIP in der Eurozone das dritte Quartal in Folge schrumpfen wird. So wie es momentan aussieht, dürfte der Rückgang auch stärker ausfallen als mit 0.1% im Vorquartal. Sollte sich der Abwärtstrend in den nächsten Monaten jedoch weiter verlangsamen, ist es durchaus möglich, dass die Eurozone im ersten Halbjahr 2013 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehrt.

Angeführt wird die Wende von Deutschland, wo der Composite Index die neutrale Wachstumsmarke von 50 Punkten im Dezember wieder übersprungen hat. In Frankreich und in den übrigen Ländern geht es jedoch nach wie vor in Besorgnis erregendem Tempo bergab. “




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