Konjunktur - Deutschland kehrt im Dezember wieder auf den Wachstumspfad zurück

KONJUNKTUR

→ Chart → Stammdaten → Forum

Deutschland kehrt im Dezember wieder auf den Wachstumspfad zurück



Dank gut laufender Geschäfte im Servicesektor verzeichnete die deutsche Privatwirtschaft im Dezember erstmals seit April wieder ein minimales Wirtschaftswachstum. Dies signalisiert der Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion, der binnen Monatsfrist um 1.3 Punkte auf 50.5 zulegte und damit wieder über der Wachstumsmarke von 50 Punkten notiert. Die Industrieproduktion wurde hingegen etwas stärker zurückgefahren als im November.

Der Service-Index Geschäftstätigkeit stieg auf den höchsten Wert seit April. Der Geschäfts-zuwachs resultierte jedoch eher aus verstärkten Marketingaktivitäten und dem Start neuer Projekte als vom Auftragseingang, wo das neunte Minus in Folge allerdings nur noch minimal ausfiel.

Beim Auftragseingang in der Industrie schlug das 18. Minus in Folge zu Buche. Zurückzuführen war dies laut Befragten auf die Verunsicherung der Kunden hinsichtlich der weiteren Konjunktur-entwicklung und den daraus resultierenden Bemühungen, die Lagerbestände möglichst niedrig zu halten. Dies waren auch die Gründe dafür, dass die Exportbestellungen weiter zurückgingen. Insgesamt fiel das Minus jedoch weniger gravierend aus als in den zurückliegenden acht Monaten. Wie einige Industrieunternehmen berichteten, wurde die anziehende Nachfrage aus Asien und den USA von der hartnäckigen Auftragsflaute innerhalb Europas überkompensiert.

Die Industrieproduktion wurde wegen des Mangels an Neu- und Folgeaufträgen jedenfalls zum neunten Mal hintereinander zurückgefahren. Zügig abnehmende Auftragspolster sowohl in der Industrie als auch im Servicesektor sorgten dafür, dass die Auftragsbestände insgesamt zum 18. Mal hintereinander sanken.

Nach dreimonatigem Jobabbau stabilisierte sich die Beschäftigung in der deutschen Privatwirtschaft im Dezember wieder. Die Dienstleister stellten wegen des ermutigenden Geschäftsverlaufs wieder vereinzelt neue Mitarbeiter ein, in der Industrie wurden hingegen in moderatem Tempo Arbeitsplätze abgebaut.

Der Anstieg der durchschnittlichen Einkaufspreise schwächte sich auf ein Vier-Monatstief ab. Ausschlaggebend hierfür waren die erstmals seit vier Monaten wieder rückläufigen Kosten in der Industrie, wo die Firmen von der Nachfrageflaute und der niedrigen Kapazitätsauslastung auf Seiten der Lieferanten profitierten. Im Servicesektor legten die Kosten aufgrund der höheren Energie- und Transportkosten hingegen mit beschleunigter Rate zu. Die Lieferzeiten in der Industrie verkürzten sich den zweiten Monat in Folge und zum neunten Mal innerhalb der letzten zehn Monate.

Infolge des scharfen Wettbewerbsdrucks mussten die Verkaufs- bzw. Angebotspreise im Dezember ein weiteres Mal reduziert werden. Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist fielen im Dezember im Servicesektor wieder leicht positiv aus, der entsprechende Index erreichte ein Sieben-Monatshoch. So rechnen die Dienstleister in den nächsten Monaten wieder mit einer anziehenden Nachfrage und höheren Investitionen.

Paul Smith, Senior-Ökonom bei Markit, kommentiert den aktuellen Markit Flash EMI™ Deutschland:

“Deutschland hat im Dezember erfreulicherweise wieder auf den Wachstumspfad zurückgefunden. Zwar laufen die Entwicklungen in der Industrie und im Servicesektor weiter eklatant auseinander, doch deuten die Daten insgesamt darauf hin, das die deutsche Wirtschaft im Dezember nach einem schwierigen Jahresverlauf wieder Tritt gefasst hat.

Die PMI-Daten deuten insgesamt auf eine Stagnation der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2012 hin. Wegen der enttäuschenden Exportnachfrage aus Europa dürfte die Industrie die Hauptwachstumsbremse bleiben.”




ATX (Wiener Börse Index) : 5866.33 -1.6% ATX Intraday Chart Börse Wien
          [Aktienkurse >>]

BÖRSE-NEWS
Fabasoft — Fabasoft beschließt Aktienrückkauf
Addiko Bank — Addiko-HV - Unzufriedenheit über Dividendenblockade
Allgemeines — Hipp-Rückruf - Ermittlung wegen Erpressung, noch ein Glas in Umlauf
Allgemeines — Hipp-Rückruf - Ermittlung wegen Erpressung, noch ein Glas in Umlauf
OMV — OMV holt sich 56.000 Tonnen Rohöl aus der Notstandsreserve
Semperit — Semperit - Warburg erhöht Kursziel von 21 auf 22 Euro
OMV — Spritpreisbremse - SPÖ erneuert Kritik an OMV-Vorgehen
Allgemeines — Hipp-Rückruf: Sichergestelltes Glas im Burgenland enthielt Rattengift
Allgemeines — Hipp-Rückruf: Laut Ministerium möglicherweise Rattengift beigemengt
Allgemeines — Rückruf aller HiPP-Gläser bei Spar - Ermittlungen wegen Manipulation
Erste Group Bank — Drei neue Aufsichtsratsmitglieder für die Erste Group
Semperit — Semperit erwartet gutes erstes Quartal - Jahresprognose unverändert
Allgemeines — wiiw: Exporte nach Indien steigen wegen Handelsabkommen kräftig
Miba Vz — Technologiegruppe Miba mit Rekordumsatz von mehr als 1,2 Mrd. Euro
   [weitere News >>]