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Abgeschwächter Produktions- und Auftragsrückgang in der deutschen
Industrie im November
Abgeschwächte Rückgänge bei Produktion,
Auftragseingang und Beschäftigung sorgten dafür,
dass sich die Talfahrt der deutschen Industrie im
November leicht verlangsamt hat. Wegen der
Unterauslastung der Kapazitäten und der
unsicheren Nachfrageperspektiven reduzierten die
Unternehmen die Einkaufsmenge jedoch ein
weiteres Mal in ganz erheblichem Ausmaß,
wodurch die Bestände an Vormaterialien so stark
abnahmen wie zuletzt vor drei Jahren. Bei den
Fertigwarenlagern kam es indes zum kräftigsten
Rückgang seit Februar 2010.
Der finale saisonbereinigte Markit/BME
Einkaufsmanager Index verbesserte sich binnen
Monatsfrist um 0.8 Punkte auf 46.8 und
kennzeichnete einen leicht verlangsamten
Abwärtstrend. Dessen ungeachtet verharrt der
Index damit den neunten Monat in Folge unter der
neutralen Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum
signalisiert wird. Detailergebnissen der November-
Umfrage zufolge verzeichnete der
Investitionsgüterbereich die weitaus stärksten
Wachstumseinbußen. Besser als im Oktober liefen
die Geschäfte lediglich bei den
Konsumgüterherstellern. Der Einkaufsmanager
Index spiegelt das Ergebnis der aktuellen Umfrage
unter mehr als 500 Unternehmen zur
Industriekonjunktur in Deutschland in einem Wert
wider.
Der Produktionsindex näherte sich der Marke von
50 Punkten wieder an und erreichte mit dem
November-Wert wieder den höchsten Stand seit
Beginn der Produktionskürzungen vor acht
Monaten. Auch der Auftragsrückgang schwächte
sich binnen Monatsfrist leicht ab, hier kletterte der
entsprechende Index auf den besten Wert seit
März. Die Verluste im Exportneugeschäft blieben
zwar gravierend, sie fielen jedoch schwächer aus
als in den zurückliegenden sieben Monaten. So
glich die wieder anziehende Nachfrage nach
Industrieerzeugnissen ‚Made in Germany’ aus
China laut Umfrageteilnehmern die nach wie vor
rückläufigen Bestellungen aus der Eurozone
zumindest teilweise aus.
Der siebte Beschäftigungsabbau in den letzten acht
Monaten fiel im November nur noch minimal aus.
Begründet wurden Entlassungen mit den niedrigeren Produktionsanforderungen und der
Unterauslastung der Kapazitäten – worauf nicht
zuletzt der 15. Rückgang der Auftragsbestände
hintereinander hindeutet.
Infolge der konsequenten Umsetzung von
Lagerabbauprogrammen nahmen die Bestände an
Fertigwaren im November den vierten Monat in
Folge ab. Bei den Vormateriallagern kam es sogar
zum stärksten Rückgang seit November 2009, was
in erster Linie darauf zurückzuführen war, dass die
Einkaufsmenge zum zehnten Mal hintereinander
und auch erneut drastisch reduziert wurde.
Der Anstieg der durchschnittlichen Einkaufspreise
fiel nicht nur schwächer aus als in den beiden
Vormonaten, der entsprechende Index unterschritt
auch seinen Langzeit-Durchschnittswert, und zwar
erheblich. Im Zuge von Preisnachlässen wurden die
Verkaufspreise in der deutschen Industrie wie
bereits seit Beginn der zweiten Jahreshälfte 2012
ein weiteres Mal leicht reduziert. mehr.
Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert den
finalen Markit/BME Einkaufsmanager Index:
„Der finale November-PMI zeigt zwar, dass die
deutsche Industrie im November weiter
geschrumpft ist, doch bergen einige Teilindizes die
Hoffnung auf Besserung.
Am erfreulichsten ist sicher, dass sich die
Rückgänge bei Produktion und Auftragseingang
erheblich verlangsamt und die jeweiligen Indizes in
etwa wieder das Niveau von März erreicht haben.
Dies dürfte den Jobabbau gebremst haben.
Schließlich nährt der stärkste Abbau der
Fertigwarenlager seit drei Jahren zumindest die
Hoffnung, dass die Betriebe ihre Produktion mit
Beginn des nächsten Jahres wieder hochfahren
werden.
Vieles wird jedenfalls davon abhängen, in welchem
Ausmaß sich die unsicheren globalen
Konjunkturaussichten und die - unmittelbar
spürbaren - Turbulenzen der Euro-Krise auf die
Investitionsbereitschaft der Unternehmen und das
Geschäftsklima in wichtigen Schlüsselmärkten
auswirken.“
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