Konjunktur - Deutschland: Leicht reduzierte Geschäftstätigkeit im Oktober bei weniger Neuaufträgen

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Deutschland: Leicht reduzierte Geschäftstätigkeit im Oktober bei weniger Neuaufträgen



Nach einer weitgehenden Stabilisierung im September verschlechterte sich die Geschäftslage im Oktober geringfügig. Der saisonbereinigte finale Service-Index Geschäftstätigkeit gab von 49.7 auf 48.4 Punkte nach und entfernte sich damit noch etwas weiter von den Werten für das erste Halbjahr. Zudem notierte er den dritten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und lag auch unter seinem Langzeit- Durchschnitt von 52.9. Am stärksten war der Rückgang in den Bereichen Transport & Lagerhaltung und Alle sonstigen Dienstleistungen zu spüren, lediglich der Bereich Hotels & Gaststätten konnte einen Zuwachs erzielen.

Der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor vereint, gab von 49.2 auf 47.7 nach und verzeichnete den niedrigsten Wert seit August. Dies bedeutet auch, dass der Index die neutrale 50-Punkte-Marke seit sechs Monaten nicht mehr überschritten hat.

Aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage im Dienstleistungssektor nahm auch die Anzahl an Neu- und Folgeaufträgen im Oktober weiter ab und sank den siebten Monat hintereinander. Obwohl der Auftragsschwund abermals markant ausfiel, war er der schwächste seit Juni und die Rückgangsrate lag weit unter dem 38-Monatshoch von August. Bezieht man die Auftragszahlen der Industrie mit ein, so ergibt sich auch für die deutsche Privatwirtschaft insgesamt ein Rückgang.

Die Dienstleister nutzten ihre freien Kapazitäten, um unerledigte Aufträge abzuarbeiten, weshalb die Auftragspolster zum achten Mal in Folge abnahmen, diesmal in allen sechs Dienstleistungsbereichen. Auf den deutschen Privatsektor umgerechnet sind die Auftragsbestände nunmehr seit sechzehn Monaten rückläufig.

Hinsichtlich der Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist zeigten sich die Dienstleister wie bereits in vier der vergangenen fünf Monate weiter pessimistisch. Sorgen um die globale Wirtschaftsentwicklung und die andauernde Eurokrise hatten dafür gesorgt, dass die Dienstleister ihre Prognosen weiter nach unten korrigierten. Jedoch fiel die Verschlechterung bei Weitem milder aus als noch im September, als das Stimmungsbarometer auf ein Dreieinhalbjahres-Tief gesunken war. Die negativsten Erwartungen hatten im Oktober die Dienstleistungsunternehmen im Bereich Vermittlung von Finanzdienstleistungen, gefolgt von Transport & Lagerhaltung.

Die Zahl der Stellen erhöhte sich gegenüber September zwar nur leicht, doch in Anbetracht der rückläufigen Beschäftigtenzahlen im Vormonat stellt dies bereits eine Verbesserung der Arbeitsmarktsituation dar. Viele Unternehmen begründeten ihre Neueinstellungen mit einem gestiegenen Bedarf aufgrund neuer Projekte und langfristiger Expansionspläne. In der Industrie wurden hingegen wieder Arbeitskräfte entlassen, weshalb das Beschäftigungsniveau auf privatwirtschaftlicher Ebene den zweiten Monat in Folge abnahm.

Die Inflationsrate der Einkaufspreise verharrte auf ihrem Dreimonats-Hoch von September, was darauf schließen lässt, dass die Kostenbelastung für die Dienstleistungsunternehmen im Vergleich zum Vormonat erneut deutlich zugenommen hat. Mittlerweile legen die Einkaufspreise seit knapp über drei Jahren zu, wobei sich der derzeitige Anstieg hauptsächlich auf höhere Treibstoff- und Nebenkosten zurückführen lässt. Auch der deutsche Privatsektor wies einen ähnlich starken Kostenanstieg wie im September aus.

Nach den marginalen Preisnachlässen der letzten drei Monate legten auch die Angebotspreise im Oktober wieder zu, doch aufgrund des starken Wettbewerbsdrucks fiel die Erhöhung nur gering aus. Obwohl die Preise der Hersteller weitgehend stabil blieben, stiegen damit auch insgesamt in der deutschen Privatwirtschaft die Angebotspreise wieder an, und zwar zum ersten Mal seit vier Monaten.

Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert die finalen Markit-Indizes:

„Die finalen Umfragedaten für Deutschland zeigen, dass es sowohl dem Dienstleistungssektor als auch der Industrie zu Beginn des vierten Quartals 2012 an positiven Impulsen mangelt. Im Oktober sanken die Geschäftstätigkeit und die Industrieproduktion etwas stärker als noch im September. Der derzeitige Wert des finalen Composite Index Produktion lässt die Wahrscheinlichkeit steigen, dass das BIP im letzten Quartal abnehmen wird. Zugleich verstärken die gegenüber dem Vormonat geschwundenen Beschäftigtenzahlen sowie die erneut schmerzlichen Auftragsverluste und Prognoseverschlechterungen den Eindruck, dass die deutsche Wirtschaft dem Jahresende etwas geschwächt entgegengeht.“




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