Konjunktur - Beschleunigter Abwärtstrend der Eurozone-Industrie im Oktober

KONJUNKTUR

→ Chart → Stammdaten → Forum

Beschleunigter Abwärtstrend der Eurozone-Industrie im Oktober



Die Eurozone-Industrie verzeichnete im Oktober wieder höhere Wachstumseinbußen als im September. Dies zeigt der finale Markit Eurozone Einkaufsmanager Index (PMI), der binnen Monatsfrist um 0.7 Punkte auf 45.4 (rev. vom Flash-Wert von 45.3) sank und damit zum 15. Mal hintereinander unter der neutralen Wachstumsmarke von 50 notiert. Verantwortlich für die beschleunigte Talfahrt war den befragten Industrieunternehmen zufolge die Nachfrageschwäche in den jeweiligen Binnenmärkten sowie die rückläufigen Handelsströme innerhalb der Eurozone und auf den Weltmärkten.

Der Abwärtstrend hat sich im Oktober nicht nur beschleunigt, er hat auch mehr Länder erfasst als im Vormonat. So vermeldet aktuell nur noch Irland Wirtschaftswachstum. Holland rutschte wieder in negatives Terrain ab, und in Deutschland, Italien, Spanien, Österreich und Griechenland ging es verstärkt bergab. Frankreich schnitt trotz der leicht verlangsamten Talfahrt erneut schlechter ab als der Eurozone-Durchschnitt.

Der Produktion wurde im Oktober den 8. Monat in Folge und auch stärker zurückgefahren als im September. Mit Abstand am kräftigsten fielen die Produktionskürzungen im Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich aus, doch auch im Konsumgüterbereich wurde weniger hergestellt als im Vormonat.

Infolge der schwachen Nachfrage auf den heimischen Märkten und rückläufiger internationaler Handelsströme schlug beim Auftragseingang insgesamt das 17. Minus hintereinander zu Buche. Lediglich in Irland legten Produktion und Neugeschäft zu.

Die Exportorderbücher wiesen insgesamt das 16. Minus in Folge aus. Hohe Verluste vermeldeten vor allem die Vorleistungs- und Investitionsgüterhersteller, während es im Konsumgüterbereich zu einem marginalen Zuwachs kam. Starke Rückgänge im Exportgeschäft verbuchten Frankreich, Deutschland, Österreich und Griechenland. Im Gegensatz dazu legten die Auslandsbestellungen in Irland, Italien und in den Niederlanden moderat zu. Spanien vermeldete weitgehend Stagnation.

Aufgrund der dominierenden Ausgabenzurückhaltung wurden neben der Beschäftigung auch die Lager und die Einkaufsmenge reduziert. Der neunte Jobabbau in Folge fiel so stark aus wie zuletzt im Juli. Dessen ungeachtet nahmen die Auftragsbestände zum 17. Mal hintereinander ab.

Lediglich in Irland legte die Beschäftigung zu. Am stärksten fiel der Jobabbau in Griechenland (6- Monatstief) und in Spanien aus. Nach leichten Zuwächsen im September vermeldeten Deutschland und die Niederlande wieder Rückgänge, während sich der Jobabbau in Frankreich, Italien und Österreich fortsetzte.

Da die Unternehmen im Oktober noch weniger einkauften als im September, sanken die Bestände an Vormaterialien so zügig wie zuletzt im Dezember 2009. Die Fertigwarenlager wurden zum 12. Mal hintereinander abgebaut.

Die durchschnittlichen Einkaufspreise legten den zweiten Monat in Folge und mit leicht erhöhter Rate zu. Wegen der Nachfrageschwäche und dem scharfen Wettbewerb blieb die Preismacht der Unternehmen jedoch beschränkt.

So wurden die Verkaufspreise in Deutschland, Italien und in den Niederlanden leicht, in Spanien und Griechenland hingegen stark reduziert. Im Gegensatz dazu wurden die Verkaufspreise in Frankreich so stark angehoben wie seit März nicht mehr, in Irland und Österreich fiel die Erhöhung jeweils schwächer aus als im September.

Rob Dobson, Senior-Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Markit Eurozone EMI:

“Die Talfahrt der Eurozone-Industrie hat sich zu Beginn des vierten Quartals 2012 wieder beschleunigt – eine herbe Enttäuschung. So wurde die Produktion wegen der Nachfrageschwäche in den jeweiligen Binnenmärkten und der rückläufigen Handelsströme innerhalb der Eurozone und auf den Weltmärkten im Konsum-, Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich zurückgefahren. Überdies dominierte nach wie vor strikte Ausgabenzurückhaltung, was Rückgänge bei Beschäftigung, Einkaufsmenge und Lagerbeständen zur Folge hatte.

Auch auf nationaler Ebene hat sich die Lage verdüstert. Bis auf Irland ging es in den meisten Ländern mit beschleunigter Rate bergab – ein weiterer Beweis dafür, dass die Krise der Peripherieländer den vormals starken Kern aus Frankreich und Deutschland immer stärker in Mitleidenschaft zieht.

Auch an der Preisfront ist die Lage alles andere als rosig. So konnte der rasante Kostenauftrieb wegen der Nachfrageflaute und dem starken Wettbewerbsdruck nicht in Form höherer Verkaufspreise an die Kunden weitergegeben werden – zu Lasten der Gewinne.”




ATX (Wiener Börse Index) : 5809.61 -0.7% ATX Intraday Chart Börse Wien
          [Aktienkurse >>]

BÖRSE-NEWS
Allgemeines — Amazon will im oberösterreichischen Reichersberg investieren -Zeitung
Allgemeines — AUA springt nach Lufthansa-Streichungen mit mehr Flügen in Bresche
Allgemeines — AUA springt nach Lufthansa-Streichungen mit mehr Flügen in Bresche
Allgemeines — Autozulieferer Nemak plant Werkschließung in NÖ, 330 Jobs betroffen
Telekom Austria — Telekom Austria dank Geschäft in CEE im ersten Quartal im Aufwind
Kapital&Wert — Purgstaller als Vorstand bei Wiener Privatbank bestellt
Telekom Austria — Telekom Austria dank Geschäft in CEE im ersten Quartal im Aufwind
Allgemeines — Billig-Airline Ryanair droht und lockt Österreichs Regierung
Allgemeines — Billig-Airline Ryanair droht und lockt Österreichs Regierung
Agrana — Agrana - Erste Group erhöht Kursziel leicht von 12,5 auf 12,7 Euro
BAWAG — BAWAG will Irland-Übernahme in Q4 2026 oder Q1 2027 abschließen
Raiffeisen Bank International — RBI - Barclays erhöht Kursziel leicht von 39,0 auf 40,0 Euro
Erste Group Bank — Erste Group - Barclays erhöht Kursziel von 119 auf 123 Euro
BAWAG — BAWAG-Expansion schiebt Gewinn im 1. Quartal weiter an
   [weitere News >>]