Konjunktur - Abwärtstrend in der deutschen Industrie im September spürbar verlangsamt

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Abwärtstrend in der deutschen Industrie im September spürbar verlangsamt



Die Talfahrt der deutschen Industrie scheint vorerst gestoppt. Dies zeigt der finale saisonbereinigte Markit/BME Einkaufsmanager Index, der sich gegenüber August um 2.7 Punkte auf 47.4 verbesserte und damit den höchsten Wert seit März dieses Jahres kennzeichnete. Der Anstieg des Index ergab sich hauptsächlich aus dem verlangsamten Rückgang beim Auftragseingang und der Produktion sowie einer Stabilisierung des Beschäftigungsniveaus.

Der aktuelle Produktionsabbau war nur noch moderat und gleichzeitig der niedrigste in der derzeitigen 6-monatigen Schrumpfungsperiode. Wie die befragten Einkaufsmanager berichteten, resultierte die Verbesserung nicht nur aus dem verstärkten Abbau der Auftragsbestände sondern auch aus der geringeren Schrumpfungsrate beim Auftragseingang.

Wie die Ergebnisse der Umfrage zeigten, war der Orderrückgang zwar weiterhin deutlich, er verminderte sich aber im Vergleich zu den beiden Vormonaten. Markante Einbußen mussten erneut beim Auftragsvolumen von den Exportmärkten hingenommen werden. Allerdings ließ auch hier die Rückgangsrate spürbar nach und entfernte sich vom Dreieinhalb-Jahrestief im August. Die Konsumgüterindustrie schnitt dabei am besten ab, gefolgt von der Vorleistungs- und Investitionsgüterindustrie.

Die Auftragsbestände in den befragten Unternehmen sanken auch im September deutlich und wiesen damit abermals auf ausreichende bzw. Überkapazitäten in der Produktion hin. Erfreulicherweise kam trotzdem der Personalabbau, der in den letzten fünf Monaten forciert worden war, zum Stillstand. Noch im Juli wurden in der deutschen Industrie immerhin so viele Stellen gestrichen, wie seit zweieinhalb Jahre nicht mehr.

Ihre Einkaufstätigkeit betreffend blieben die Einkaufsmanager hingegen weiterhin äußerst vorsichtig. Die Rückgangsrate beim Einkaufsvolumen war abermals signifikant, so dass sich die Schrumpfungsperiode auf mittlerweile acht Monate ausweitete.

Gleichzeitig fielen die Bestände der Fertigwarenlager so stark wie seit März 2011 nicht mehr. Die Vormateriallager nehmen ebenfalls schon seit mehr als einem Jahr kontinuierlich ab.

Wegen der schwachen Nachfrage verminderten sich die Lieferzeiten auch im September, was zur längsten Periode verkürzter Lieferzeiten seit 2008/2009 führte.

Während die Einkaufspreise im Industriesektor in den letzten drei Monaten nachgaben, stiegen sie im September saldiert erstmals wieder kräftig an. Die Hersteller von Konsumgütern vermeldeten die stärksten Zuwächse, namentlich bei Nahrungsmitteln. Sektorübergreifend stellten die Befragten Preiserhöhungen bei Inputs auf Rohölbasis sowie Treibstoff fest.

Trotzdem sahen sich die Unternehmen gezwungen, ihre Angebotspreise zu senken. Der starke Wettbewerb bei der Auftragsgewinnung und die geringe Preismacht der Anbieter wurden als Hauptgründe genannt.

Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Markit/BME Einkaufsmanager Index:

„Von den vier Schwergewichtsländern der Eurozone konnte Deutschland im September mit dem besten Ergebnis aufwarten und löste Frankreich damit an der Spitze der Tabelle ab. Abgeschwächte Rückgänge bei Produktion und Auftragseingang lassen hoffen, dass die Industrie nun ihren Tiefpunkt hinter sich gelassen hat.

Da die Bestände der Fertigwarenlager weiter verstärkt abnahmen, während die Auftragsverluste geringer ausfielen als im Vormonat, verbesserte sich das Order/Lager-Verhältnis, was sich wiederum förderlich auf die Produktionslevels auswirken dürfte. Die Stabilisierung der Beschäf-tigungslevels nach monatelangem Personalabbau ist außerdem ein Zeichen dafür, dass sich das verarbeitende Gewerbe in Deutschland auf dem richtigen Weg befindet. Enttäuschend, wenn auch nicht überraschend war, dass der Kostendruck nach einer kurzen Verschnaufpause im Sommer wieder zurückkehrte.“




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