Konjunktur - Deutschland: Höchste Geschäftseinbußen im August seit Juli 2009

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Deutschland: Höchste Geschäftseinbußen im August seit Juli 2009



Nach einer leichten Erholung im Juli ist die Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor mittlerweile wieder rückläufig. Dies zeigt der saisonbereinigte finale Service-Index Geschäftstätigkeit, der binnen Monatsfrist von 50.3 auf 48.3 Punkte zurückging und seinen Langzeit-Durchschnittswert von 53.0 Punkten deutlich unterschritt. Obwohl der Rückgang nur moderat ausfiel, notiert der Index im August auf dem tiefsten Stand seit Juli 2009. Auch nahm die Geschäftstätigkeit zum ersten Mal seit April 2009 in allen sechs Bereichen des Dienstleistungssektors ab. Die Umfrageteilnehmer machten hierfür vor allem die Ausgabenzurückhaltung der Geschäfts- und Privatkunden verantwortlich.

Der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor in einem Wert widerspiegelt, gab im August weiter nach und sank von 47.5 Punkten im Juli auf 47.0. Dies ist der niedrigste Wert seit Juni 2009.

Infolge der verringerten Ausgaben ging auch die Zahl der Neu- und Folgeaufträge den fünften Monat in Folge und mit der höchsten Rate seit Juni 2009 nach unten. Betroffen waren wiederum alle sechs Dienstleistungsbereiche, wobei die Bereiche Post & Telekommunikation und Vermittlung von Finanzdienstleistungen am schlechtesten abschnitten. Nimmt man das Ergebnis der deutschen Industrie mit hinzu, so ergibt sich der stärkste Rückgang seit Mai 2009.

Aufgrund der Ordereinbußen konzentrierten sich die Dienstleister auf die Abarbeitung bestehender Aufträge, weshalb die Auftragsbestände den sechsten Monat in Folge abnahmen, wenngleich nicht so stark wie noch im Juli. Insgesamt betrachtet setzt sich der Negativtrend der deutschen Privatwirtschaft damit den 14. Monat in Folge fort.

Dennoch fassten viele Dienstleister wieder ein wenig Zuversicht und blicken den nächsten zwölf Monaten zum ersten Mal seit Mai verhalten optimistisch entgegen. Am positivsten sind die Dienstleister aus dem Bereich Hotels & Gaststätten gestimmt, während die Prognosen aus den Bereichen Vermittlung von Finanzdienstleistungen und Transport & Lagerhaltung erneut negativ ausfielen.

Bei den Beschäftigungszahlen setzte sich der moderate Aufwärtstrend der letzten drei Monate fort, wobei sich der Jobaufbau gegenüber Juni und Juli leicht beschleunigte. Die Unternehmen begründeten die Neueinstellungen mit langfristigen Expansionsplänen. Für den deutschen Privatsektor wurde das höchste Beschäftigungsniveau seit drei Monaten gemessen.

Die Gewinnmargen blieben allerdings nach wie vor unter Druck. Während die Kosten weiter in die Höhe kletterten, ging es mit den Verkaufspreisen den zweiten Monat hintereinander leicht bergab. Immerhin lag die Teuerungsrate bei den Einkaufspreisen so niedrig wie zuletzt im September 2010 und erfasste nicht alle Bereiche. Während sich die Kosten im Bereich Vermittlung von Finanzdienstleistungen verringerten, stiegen sie im Bereich Hotels & Gaststätten steil an. Auf privatwirtschaftlicher Ebene nahm die Kosteninflation eine moderate Geschwindigkeit an, während die Verkaufspreise im Durchschnitt leicht abnahmen.

Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert die finalen Markit-Indizes:

„Die deutschen Dienstleister haben sich dem Niveau des Industriesektors genähert und sind im August wieder in den Minusbereich abgerutscht. Daher wirkt die zwischenzeitliche Stabilisierung der Geschäfts-tätigkeit im Juli nur noch wie eine kurze Verschnaufpause, denn das aktuelle Ergebnis ist das schlechteste seit knapp über drei Jahren. Die Zahl der Neu- und Folgeaufträge ging so stark zurück wie seit Sommer 2009 nicht mehr und sinkt bereits den fünften Monat in Folge. Einzig die Beschäftigungszahlen für August sind einigermaßen ermutigend: Zuwächse im Dienstleistungssektor sorgten dafür, dass in der deutschen Privatwirtschaft per Saldo geringfügig neue Stellen geschaffen wurden.“




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