FORMAT: Japanische KDDI-Gruppe prüft Kauf von S&T
"Projekt Kleopatra" läuft - Morgan Stanley führt Due Diligence durch
Nach dem Rücktritt von S&T-Firmenchef Thomas
Streimelweger kommt Bewegung in den geplanten Verkauf des
IT-Unternehmens. Das US-Investmenthaus Morgan Stanley hat im Auftrag
der japanischen KDDI Corporation bereits mit der Due Diligence
begonnen, schreibt FORMAT in seiner morgen, Freitag, erscheinenden
Ausgabe. S&T will sich dazu "derzeit nicht äußern." Der
Verkaufsprozess läuft unter dem Codenamen "Projekt Kleopatra."
KDDI Corporation ist mit 18.300 Mitarbeitern Japans größter
Telekommunikationskonzern nach NTT und gilt als aussichtsreichster
Käufer für S&T.
Zum Verkauf steht der 29-Prozent-Anteil des in die Insolvenz
geschlitterten Kärntner Beraters AvW, dazu kommen die Anteile von
Thomas Streimelweger. Der S&T-Gründer hält 28 Prozent am
börsennotierten Unternehmen, davon sind rund 12 Prozent an die Hypo
Group Alpe Adria und 10 Prozent an die Investkredit verpfändet.
Die Kreditverbindlichkeiten Streimelwegers bei den beiden Banken
belaufen sich auf insgesamt 12,7 Millionen Euro. Fast vier Millionen
Euro schuldet er zudem der Hypo Niederösterreich, diese Frist läuft
allerdings erst im März 2011 aus.
Bis zuletzt hatte Streimelweger betont, sich zum jetzigen Zeitpunkt
nicht von seinen Anteilen trennen zu wollen, zumal die Aktie bei nur
vier Euro vor sich hindümpelt - 2007 waren es schon mal 59 Euro. Doch
darüber wird Streimelweger vielleicht nicht mehr zu entscheiden
haben: Die Banken machen Druck und wollen auf seine Anteile
zugreifen, die Hypo hat einen entsprechenden Konkursantrag bereits
eingebracht, Mitte Dezember wird verhandelt.