Irin Emma Delaney wird neue OMV-Chefin
Nachfolge von Alfred Stern ab 1. September - Aufsichtsrat
entscheidet in nächster Sitzung - Erste Frau an der
Konzernspitze - Vertrag von Finanzvorstand Florey soll
verlängert werden - BILD
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Mehr Hintergrund (Absätze 4 und 5), Reaktion Stocker/Hattmannsdorfer (7. Absatz).
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Der teilstaatliche Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV
soll künftig von der Irin Emma Delaney geführt werden. Der
Präsidial- und Nominierungsausschuss der OMV hat die bisherige
BP-Managerin am Freitag als neue CEO vorgeschlagen. Sie soll am 1.
September 2026 die Nachfolge von Alfred Stern antreten. Stimmt der
Aufsichtsrat zu, übernimmt erstmals eine Frau die Spitze des
börsennotierten Unternehmens.
Die Laufzeit des Mandats soll drei Jahre betragen, wobei eine
Verlängerungsoption um zwei weitere Jahre vorgesehen ist. Der
Gesamtaufsichtsrat wird in seiner nächsten Sitzung formell über die
Bestellung entscheiden. Zugleich soll dem Gremium auch die
zweijährige Vertragsverlängerung von Finanzvorstand (CFO) Reinhard
Florey zur Abstimmung vorgelegt werden.
Die designierte Konzernchefin, die perfekt Deutsch sprechen soll,
verfügt über 30 Jahre Erfahrung in der Branche. In ihrer aktuellen
Funktion als Bereichsvorständin beim britischen Konzern BP leitet
Delaney eine Organisation mit über 50.000 Beschäftigten in rund 50
Ländern. Zu ihren Verantwortungsbereichen zählen unter anderem
Kraftstoffe, Schmierstoffe sowie E-Mobilität. Sie bringe zudem
profunde Kenntnisse im Up- und Downstream- sowie im LNG-Geschäft
mit, hieß es.
Erste Frau an der OMV-Spitze
Mit der geplanten Bestellung von Emma Delaney setzt die OMV ein
deutliches Signal für den laufenden Konzernumbau. Delaney wäre nicht
nur die erste Frau an der Spitze des teilstaatlichen Energie- und
Chemiekonzerns, sondern voraussichtlich auch die einzige Frau im
Sessel einer Vorstandsvorsitzenden unter allen ATX-Unternehmen.
Zuletzt war dieser Kreis nach dem Ausscheiden der CPI-Europe-Chefin
Radka Doehring im Sommer 2025 rein männlich besetzt.
Delaney folgt auf Alfred Stern, der bereits im Mai 2025
überraschend bekannt gegeben hatte, seinen bis zum 31. August 2026
laufenden Vertrag nicht zu verlängern. Stern, der die OMV seit
September 2021 führt und zuvor die Kunststofftochter Borealis
leitete, ebnete den Weg für die Transformation weg vom klassischen
Öl- und Gasgeschäft hin zu nachhaltiger Chemie - ein Kurs, den
Delaney nun weiter forcieren soll.
ÖBAG-Vorständin Hlawati: "Eine Punktlandung"
ÖBAG-Vorständin und stellvertretende OMV-Aufsichtsratsvorsitzende
Edith Hlawati begrüßte die Entscheidung. Für sie "ist die Empfehlung
eine Punktlandung. Die Vorstandsnominierung von Emma Delaney wird
OMV eine noch stärkere internationale Sichtbarkeit geben. Mit ihrer
Wahl wäre sie die erste Vorstandsvorsitzende in der Geschichte von
OMV." Auch Aufsichtsratschef Lutz Feldmann bezeichnete Delaney als
"herausragende und hochqualifizierte CEO-Kandidatin", die alle
Voraussetzungen erfülle, um den Konzern erfolgreich zu führen.
Erfreut zeigten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme auch
Bundeskanzler Christian Stocker und Wirtschaftsminister Wolfgang
Hattmannsdorfer (beide ÖVP). Die Nominierung Delaneys sei ein
"starkes Signal", die OMV als "eines der führenden
Energieunternehmen Europas weiterzuentwickeln und strategisch zu
stärken", wie es mit Verweis auf ihre "einschlägige internationale
Erfahrung in der Branche" hieß.
Die OMV erzielte im Jahr 2025 mit weltweit rund 22.300
Beschäftigten einen Umsatz von 24 Mrd. Euro. Das Unternehmen hält
unter anderem strategische Beteiligungen an der OMV Petrom und
Borouge International.
ivn/tpo
ISIN AT0000743059
WEB http://www.omv.com