Mehr Beschwerden zu Paket- und Telekomdiensten
Um 16 Prozent mehr Postschlichtungsverfahren - Neue Verordnung
soll Betrug mit SMS einbremsen
Sowohl im Bereich Telekom und Medien als auch bei
den Postschlichtungsverfahren sind im Vorjahr die Beschwerden
gestiegen, teilte die Regulierungsbehörde RTR am Mittwoch mit. Vor
allem bei den Postschlichtungsverfahren und bei den
Post-Empfangsbeschwerden stieg die Zahl der eingebrachten Verfahren.
Im Telekom-Bereich verzeichnete die RTR einen Anstieg der
Beschwerden bei Betrugs-SMS um 60 Prozent. Eine neue Verordnung soll
nun diese Betrugsmasche einbremsen.Im Vorjahr wurden 631 Postschlichtungsverfahren bei der RTR
eingebracht - um 16 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die mit 433
meisten Verfahren entfielen auf die österreichische Post. Von der
Entwicklung her negativer Spitzenreiter war Hermes. Hier stiegen die
Verfahren um 250 Prozent auf 109 Verfahren. Wobei sich dieser
Zusteller zudem als weniger kooperativ gezeigt hat, merkte
RTR-Geschäftsführer Klaus Steinmaurer dazu an.
Die Anzahl der Postempfangsbeschwerden stieg um 4 Prozent auf
8.540 Fälle. Kritisiert wurde vor allem, dass nicht angeläutet
wurde, die Postsendung direkt im Abholshop landete und dass trotz
Anwesenheit des Empfängers keine Benachrichtigung erfolgte.
Allerdings seien hier die Möglichkeiten der Regulierungsbehörde
begrenzt. "Wir sind kein Gericht", so Steinmaurer, "Ich kann ihnen
nicht helfen, wenn der Postler wieder nicht anläutet." Bei den
Postdiensten komme hinzu, dass nur der Versender Verfahren
anstrengen dürfe. Wobei der Versender sich etwa für die billigere
Zustellvariante direkt in den Abholshop entscheide. Sollte eine
schriftliche Beschwerde beim Versender erfolglos sein, kann ein
Schlichtungsantrag gestellt werden.
Streitwert zwischen 20 und 12.000 Euro
Im Bereich Telekommunikation und Medien gab es insgesamt 1.667
Schlichtungsfälle - um 8 mehr als im Jahr davor. Wobei nur 83 Fälle
Medien betrafen. Der durchschnittliche Streitwert lag bei 375 Euro.
Es gebe Fälle mit einem Streitwert von 12.000 Euro und mit 20 Euro.
In 74 Prozent der Fälle kam es zu einer Einigung. Die meisten
Schlichtungsverfahren gab es bei A1, gefolgt von Magenta. Allerdings
bei beiden Anbietern mit leicht rückläufiger Tendenz. Bei Drei und
den Diskontanbietern gab es hingegen etwas mehr Verfahren als im
Jahr 2024.
Bei den Betrugs-SMS - also die Vorspiegelung falscher
SMS-Absender wie Banken, Finanzdienstleister und Behörden - gab es
im Vorjahr mit 10.205 gemeldeten Fällen einen Anstieg um 60 Prozent.
Mit der SMS-Trust-Verordnung der RTR soll diese Betrugsmasche
zumindest eingebremst werden. Die RTR führt dazu mit 1. Juli ein
Register mit vertrauenswürdigen Absenderkennungen ein. Wer eine SMS
mit einer entsprechenden Kennung verschicken möchte, muss die
Senderkennung über den Mobilfunkanbieter an die RTR geschickt
werden. Ab 1. Oktober dieses Jahres werden ausschließlich
vertrauenswürdige SMS zugestellt. Die Mobilfunkanbieter unterbinden
dann SMS mit alphanumerischen Kennungen aus dem Ausland.
Dass sich tendenziell mehr Personen an die RTR wenden, sei auch
auf die Künstliche Intelligenz zurückzuführen, merkte Steinmaurer
an: Es vereinfache es, die RTR als zuständige Stelle zu eruieren -
und sich das entsprechende Schreiben formulieren zu lassen.
fel/stf
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