ADNOC und OMV bündeln Borouge‐Anteile unter neuer Holding
Die gemeinsame Borouge Group International hält nun 90 Prozent
der Anteile am Petrochemie-Konzern Borouge - 36 Prozent der
Anteile hat die OMV-Tochter Borealis eingebracht
Die neu geschaffene Holding Borouge Group
International (BGI) hat 90 Prozent der Anteile am arabischen
Petrochemiekonzern Borouge übernommen. Dies teilte Borouge am Montag
in einer Pflichtveröffentlichung an der Börse in Abu Dhabi mit.
Damit vollziehen der staatliche Ölkonzern Abu Dhabi National Oil
Company (ADNOC) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und die
österreichische OMV einen wichtigen Schritt zur Schaffung eines
globalen Petrochemie-Riesen.BGI erwarb den Mehrheitsanteil von 54 Prozent an Borouge von
ADNOC sowie die 36 Prozent vom österreichischen Petrochemiekonzerns
Borealis, an dem die OMV die Mehrheit hält und ADNOC mit einem
Minderheitsanteil beteiligt ist. Insgesamt kommt BGI damit auf 90
Prozent an Borouge. Die restlichen rund zehn Prozent der Aktien
befinden sich im Streubesitz.
Mit dem Schritt setzen ADNOC und OMV ihre lang geplante Bündelung
der Beteiligungen an Borouge und Borealis unter dem Dach von BGI um.
In einem weiteren Schritt soll der nordamerikanische
Kunststoffhersteller Nova Chemicals, der im Eigentum des Staatsfonds
Mubadala in Abu Dhabi steht, in die Gruppe eingebracht werden. Der
neue Konzern soll mit einer Kapazität von 13,6 Millionen Tonnen zum
viertgrößten Polyolefin-Produzenten der Welt aufsteigen und seinen
Sitz in Österreich haben. Nach Abschluss der Transaktion werden die
OMV und der internationale ADNOC-Investmentarm XRG das neue
Unternehmen gemeinsam besitzen.
Fusion wird trotz des Iran-Krieges vorangetrieben
In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass OMV und ADNOC
den Börsengang des neuen Konzerns verschieben. Die Notierung in Abu
Dhabi sowie eine Kapitalerhöhung seien nun vorbehaltlich der
Marktbedingungen erst für 2027 geplant. Zudem soll die Dividende für
2026 halbiert werden, was auch zu geringeren Ausschüttungen für die
OMV-Aktionäre führt.
Der Vollzug der Übernahme fällt in eine Zeit massiver
geopolitischer Spannungen. Anlagen von ADNOC waren zuletzt Ziel
iranischer Angriffe. Die Regierung in Teheran reagierte damit auf
israelische Attacken auf ihre eigenen Gasanlagen im Zuge des Krieges
zwischen den USA, Israel und dem Iran. Wegen Störungen des
Schiffsverkehrs in der Straße von Hormuz musste die Tochter ADNOC
Gas zuletzt ihre Produktion von Flüssigerdgas (LNG) anpassen. Zudem
war in der vergangenen Woche ein großer Gaskomplex nach dem Fund von
Raketentrümmern geschlossen worden. Aus Kreisen verlautete, die
Fusion sei strategisch langfristig angelegt und werde trotz des
regionalen Konflikts vorangetrieben.
ivn
ISIN AT0000743059
WEB http://www.omv.com
http://www.borealisgroup.com
ISIN AT00BUWOG001 AT0000809058
WEB http://www.buwog.at
http://www.immofinanz.com
http://www.rlbooe.at