EVN machte 2024/25 weniger Gewinn, Dividende auf Vorjahresniveau
7,4 Prozent weniger Gewinn - Weniger Wind und Wasser -
Dividendenvorschlag 0,90 Euro je Aktie - Investitionen von 900
Mio. Euro - 2026 soll niedrigere Stromkosten bringen - GRAFIK
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Ungünstigere Bedingungen für
Windkraft und Photovoltaik und niedrigere Preise in der Vermarktung
der eigenen Erzeugung haben dem niederösterreichischen
Energieversorger EVN im abgelaufenen Geschäftsjahr einen niedrigeren
Gewinn eingebracht. Das Konzernergebnis sank um 7,4 Prozent auf
436,7 Mio. Euro. Die Umsatzerlöse stiegen zugleich um 3,8 Prozent
auf 3,0 Mrd. Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen)
legte um 19,2 Prozent auf 909,1 Mio. Euro zu, das EBIT (Gewinn vor
Zinsen und Steuern) stieg auf 490,9 Mio. Euro. Belastend wirkte laut
EVN außerdem ein deutlich niedrigeres Finanzergebnis, unter anderem
wegen der geringeren Verbund-Dividende. Zudem wurden Effekte aus
Werthaltigkeitsprüfungen (unter anderem hochwasserbedingt) verbucht.
Gleichzeitig war der vergangene Winter vor allem in Österreich aber
auch in Bulgarien deutlich kühler, was die Energienachfrage erhöhte,
erklärte EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz auf einer
Pressekonferenz.
Investitionen erstmals über 900 Mio. Euro
Rund 60 Prozent des Konzernergebnisses stammen aus den
Aktivitäten in Bulgarien und Nordmazedonien sowie den Beteiligungen
hierzulande, etwa am Verbund, der RAG und der Burgenland Energie.
Die Gesamtinvestitionen überschritten erstmals 900 Mio. Euro, wobei
etwa vier Fünftel davon nach Niederösterreich fließen. Schwerpunkte
der Investitionsstrategie sind die Netzinfrastruktur, erneuerbare
Erzeugung, Großbatterie-Speicher, E-Ladeinfrastruktur und
Trinkwasserversorgung. In den kommenden fünf Jahren sollen die
Investitionen bei rund 1 Mrd. Euro pro Jahr liegen. "Zudem setzen
wir auf Digitalisierung und künstliche Intelligenz", sagte
Szyszkowitz.
Bis 2030 will die EVN in Summe 5,5 Mrd. Euro investieren. Die
Nettoverschuldung soll dadurch jährlich um 200 Mio. Euro steigen,
erklärte Finanzvorständin Alexandra Wittmann. Der Verschuldungsgrad
der EVN, der derzeit bei 17 Prozent liegt, wird sich dadurch
verdoppeln. Dennoch erwartet die EVN ein gleichbleibend gutes
Rating, "vor allem vor dem Hintergrund sehr stabiler
Ergebniserwartungen", so die Vorständin.
2026 soll niedrigere Stromkosten für Haushalte in NÖ bringen
Erfreuliche Nachrichten gibt es für EVN-Kundinnen und -Kunden:
Der Energieversorger kündigte an, im Jänner ein Fixangebot zu legen,
mit dem die Stromkosten für Haushalte in Niederösterreich im
Vergleich zum Vorjahr um rund 10 Prozent sinken sollen. Basis dafür
sind gesunkene Großhandelspreise und die von der Regierung
angekündigten Maßnahmen zur Preissenkung.
Die installierte Leistung erneuerbarer Erzeugungskapazitäten
erhöhte sich per Ende September auf 980 MW. Die Stromerzeugung lag
2024/25 mit 2.915 Gigawattstunden (GWh) um 12,2 Prozent unter dem
Vergleichswert des Vorjahres. Die erneuerbare Erzeugung sank um rund
17 Prozent, der Anteil der Erneuerbaren lag damit bei knapp 80
Prozent, nach 84 Prozent im Jahr davor. Bis 2030 will die EVN die
Windkraft auf 770 MW ausbauen, die Photovoltaik auf 300 MWp und
Batteriespeicher auf 300 MW Leistung bzw. 600 bis 1.200 MWh
Speicherkapazität.
EVN-Strategie auf 1,5-Grad-Ziel ausgerichtet
Die Klimainitiative der EVN wurde im heurigen April von der
Science Based Targets Initiative validiert, "das heißt das
1,5-Grad-Ziel steht für die EVN", sagte der Technikvorstand Stefan
Stallinger. Der Emissions-Reduktionspfad umfasse die Anlagen, den
Ausstieg aus Gaskraftwerken und die Gasversorgung bei Kundinnen und
Kunden. Zentral sei dabei neben dem Ausbau der Erneuerbaren auch die
Speicherung von Überschussproduktion, etwa in Großbatterien oder in
Form von grünem Wasserstoff.
Für 2025/26 erwartet der Konzern bei stabilem Umfeld ein
Konzernergebnis in einer Bandbreite von rund 430 bis 480 Mio. Euro.
Der Vorstand will der Hauptversammlung eine Dividende von 0,90 Euro
je Aktie vorschlagen. Bis 2029/30 soll die Dividende auf zumindest
1,10 Euro je Aktie steigen. Zu den konkreten Auswirkungen der
angekündigten Sonderdividende des Verbund blieb der Vorstand
unkonkret, zunächst soll der endgültige Beschluss auf der
Hauptversammlung im April abgewartet werden.
cgh/ivn/tpo
ISIN AT0000741053
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