SBO erzielte im ersten Halbjahr weniger Umsatz und Gewinn
Unsicherheiten am Markt prägten Berichtsperiode
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: CEO Mader (zweiter bis vierter Absatz)
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Der österreichische Öl- und Gasfeldausrüster
SBO hat im ersten Halbjahr 2025 die Unsicherheiten am Markt und eine
verhaltene Investitionstätigkeit zu spüren bekommen. Der Umsatz
reduzierte sich von 288,1 Mio. auf 253,6 Mio. Euro, das Ergebnis
nach Steuern sank von 25 Mio. auf 18,5 Mio. Euro, wie das
börsennotierte Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Auch der
Auftragseingang fiel mit 216,9 Mio. Euro geringer als im ersten
Halbjahr 2024 (248,7 Mio. Euro) aus.
"Das Marktumfeld wird zunehmend anspruchsvoller", kommentierte
Firmenchef Klaus Mader das Ergebnis im APA-Gespräch. Unsicherheit
gebe es nach wie vor durch die US-Zollwirren, von der man vor allem
indirekt betroffen sei, außerdem bestehe nach der Rücknahme von
Produktionskürzungen seitens der OPEC Sorge vor einem Überangebot an
Öl an den Märkten. "Man hat das ja auch gesehen, dass die Ölpreise
sehr volatil sind." Kunden hätten dadurch ihre
Investitionstätigkeiten heruntergefahren, was sich auch auf SBO
auswirke, erklärte Mader. Außerdem sehe man "ganz klar eine
Reduktion der Bohraktivitäten".
Firmenchef Mader: Aktuelle Marktdynamiken nur temporär
Nichtsdestotrotz gab sich der CEO mit den Ergebnissen unter
Verweis auf die zweistellige EBIT-Marge (11,3 Prozent) zufrieden.
"Der Umsatz ist zwar zurückgegangen, aber die Profitabilität ist
solide. Das ist jetzt nicht etwas, wo man verzweifeln muss."
Außerdem seien die aktuellen Marktdynamiken nur "temporär", mittel-
und langfristig mache er sich keine Sorgen, "weil der Energiebedarf
sehr hoch ist". Darüber hinaus stelle sich das Unternehmen mit
Investitionen in Geothermie auch im Bereich der Energiewende auf.
Mader wies weiters auf die neue Konzernstrategie hin, die sich
bereits jetzt mit der Eröffnung eines neuen Werks in Saudi-Arabien
und einer Vergrößerung des Werks in Vietnam manifestiere. "So
stellen wir uns gerade auch angesichts der Zollthemen sehr breit
auf." Außerdem habe SBO ein britisches Unternehmen, das im
3D-Metalldruck spezialisiert ist, erworben, für Mader eine
"spannende, zukunftsorientierte Technologie". Damit könne man unter
anderem in der Raum- und Luftfahrtindustrie andocken.
Das Geschäft der SBO-Gruppe ist in zwei Segmente unterteilt:
Precision Technology (PT) und Energy Equipment (EE). Die
Precision-Technology-Division war in der Berichtsperiode von einer
rückläufigen Kundennachfrage geprägt. Der Umsatz sank daher um 31,2
Prozent auf 107,6 Mio. Euro, nach 156,5 Mio. Euro in der
Vorjahresperiode. In der Sparte Energy Equipment lief es besser,
dort wurde unter anderem dank hoher Nachfrage nach technologischen
Innovationen von SBO ein Umsatzwachstum von 11 Prozent auf 146 Mio.
Euro erzielt.
Verhaltener Ausblick
Der Ausblick bleibt verhalten. "Die jüngsten US-Handelsabkommen
haben zwar für mehr Klarheit gesorgt, doch die Unsicherheit in der
globalen Handelspolitik belastet die Nachfrage weiterhin. Die
anhaltend niedrigen Rohstoffpreise und die Sorge vor einem möglichen
Überangebot auf dem Ölmarkt führen zu einer zurückhaltenden
Investitionstätigkeit", schreibt das Unternehmen. Im Bereich
Precision Technology erwartet der Konzern eine weiter "verhaltene"
Nachfrage, im Segment Energy Equipment dürften die Geschäfte besser
laufen. Konkrete Zahlen zum Ausblick gibt SBO grundsätzlich nicht
bekannt.
tpo/hel
ISIN AT0000946652
WEB http://www.sbo.co.at
ISIN AT000AGRANA3
WEB http://www.agrana.com