1Q 25/26: Volumenzuwächse, Hochfahren der Produktion in Kulim dämpft noch Margen
AT&S legte gestern ihre Ergebnisse zum 1. Quartal 2025/26 vor, die bei der Profitabilität über der Guidance lagen. In Summe konnte AT&S dank Volumenzuwächsen seinen Umsatz im Q1 um 14% J/J auf EUR 399 Mio. steigern trotz Preisdrucks und negativen Wechselkurseffekten (währungsbereinigt +19%). Das EBITDA verbesserte sich um 9% J/J auf EUR 71 Mio. (währungsbereinigt +24%) womit die EBITDA-Marge bei 17,7% lag gegenüber der Guidance von 16%. Das Konzernergebnis reduzierte sich schließlich von EUR -34 Mio. auf EUR -56 Mio. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich infolge negativer FX Effekte auf 19,4% gegenüber dem Jahresendwert 2024/25 von 23,3%. Der Bestand an Zahlungsmitteln kletterte auf EUR 772 Mio. Das wiederaufgenommene Factoring-Programm drückte den operativen Cash Flow auf EUR 184 Mio. nach oben (Vorjahr: EUR 14 Mio.).
Ausblick
Aufgrund der nach wie vor unklaren Entwicklung und Auswirkungen der US-Zölle gibt das Management aktuell noch keinen Ganzjahresausblick 2025/26. Für das 1. Halbjahr erwartet der Vorstand einen Umsatz von EUR 820 Mio. (1H 24/25: EUR 800 Mio.) und eine EBITDA-Marge von rund 20%, die noch Belastungen aus dem Anlaufen der Hochvolumen-Produktion in Kulim widerspiegelt. Der Ausblick 2026/27 (Umsatz EUR 2,1-2,4 Mrd., EBITDA Marge zwischen 24-28% - dies entspricht einem Umsatz von EUR 2,25 Mrd. und einem EBITDA von EUR 585 Mio. in der Mitte der Guidance) wurde bestätigt.
AT&S befindet sich unserer Meinung nach auf einem guten Weg, die erweiterten Kapazitäten und das wachsende Kundenportfolio im IC-Bereich zu monetarisieren. Der starke Kursrückgang von 20 % auf die Zahlenvorlage deutet da rauf hin, dass die Markterwartungen eventuell zu hoch waren. Aus Bewertungssicht sehen wir die AT&S-Aktie im laufenden Wirtschaftsjahr mit einem EV/EBITDA von 4,8x als fair bewertet an, auf Basis der Prognosen für 2026/27 mit einem EV/EBITDA von 3,5–3,8x jedoch attraktiv. Für langfristig orientierte Investoren, die an eine schrittweise Auslastungssteigerung glauben, bietet der aktuelle Kursrückgang jedenfalls eine interessante Einstiegsgelegenheit.