RHI Magnesita mit Ergebnis-Einbußen - Firmenchef "enttäuscht"
Schwache Nachfrage, Unsicherheiten und harter Wettbewerb
trüben die Ergebnisse - Ausblick nach unten geschraubt
In einem herausfordernden Marktumfeld hat der
Feuerfestkonzern RHI Magnesita im ersten Halbjahr 2025 deutliche
Einbußen bei seinen Ergebnissen verbucht. Der Umsatz sank um 3
Prozent auf 1,677 Mrd. Euro, der Gewinn nach Steuern brach von 111
Mio. Euro auf 11 Mio. Euro ein, teilte das Unternehmen am Mittwoch
mit. Der Ausblick wurde nach unten geschraubt - für das zweite
Halbjahr rechnet das Unternehmen mit einer weiterhin schwachen
Nachfrage und einem kompetitiven Preisumfeld.Das operative Ergebnis (EBITA) sank ebenfalls deutlich von 174
Mio. Euro auf 87 Mio. Euro. Bereinigt um Wertminderungen,
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sondereffekte
reduzierte sich das operative Ergebnis (EBITA) von 190 Mio. auf 141
Mio. Euro, die bereinigte EBITA-Marge sank von 11 auf 8,4 Prozent.
Ausschlaggebend war hier ein ungünstigerer Produktmix im
Industrial-Geschäft sowie weniger Nachfrage im Bereich Glas. Hinzu
kam, dass Kunden aus dem Nichteisenmetall-Bereich wegen der globalen
Unsicherheiten ihre Investitionsentscheidungen aufgeschoben haben,
so das Unternehmen.
Firmenchef "enttäuscht" von Performance
RHI Magnesita bewege sich "in einem extrem herausfordernden
externen Marktumfeld", sagte Firmenchef Stefan Borgas laut
Aussendung. Ein schwächeres Projektgeschäft im Industrial-Bereich,
Unsicherheiten aufgrund des Zollstreits mit den USA, harter
Wettbewerb und eine anhaltend schwache Nachfrage an den Endmärkten
hätten die Margen deutlich verringert. "Ungeachtet dieser externen
Faktoren sind wir von unserer Performance enttäuscht und werden
entschlossen die dringend notwendigen Schritte setzen, um
Verbesserungen zu erzielen", so Borgas weiter.
Für den weiteren Jahresverlauf erwartet RHI Magnesita Zugewinne
im Marktanteil in bestimmten Regionen sowie höhere Margen nach
bereits umgesetzten Maßnahmen - darunter auch zwei Werksschließungen
-, mit denen das Projektgeschäft im Industrial-Bereich gesichert,
die Preise erhöht und die Kosten gesenkt werden sollen. Auch das
bereinigte EBITA soll im zweiten Halbjahr von Managementmaßnahmen zu
Preiserhöhungen, Kostensenkungen inklusive Werksschließungen,
Einsparungen bei Vertriebsgemeinkosten und Fixkosteninitiativen
profitieren.
Ausblick für EBITA nach unten geschraubt
Der Ausblick für das bereinigte EBITA wurde auf 370 Mio. bis 390
Mio. Euro herabgesetzt. Im Jahr 2024 schrieb die RHI ein bereinigtes
EBITA von 407 Mio. Euro. Beim Verschuldungsgrad (Gearing) rechnet
das Unternehmen mit einem Rückgang auf einen Faktor von 2,8. Wegen
des Kaufs der Resco Group Anfang 2025 hat sich das Gearing im
Halbjahr auf einen Faktor von 3,1 erhöht, die Nettoverschuldung lag
bei 1,58 Mrd. Euro.
An der Wachstumsstrategie will das Unternehmen festhalten. "Wir
sind nach wie vor überzeugt, dass unsere Strategie, im
fragmentierten globalen Feuerfestmarkt durch M&A zu wachsen, der mit
Abstand beste Weg ist, um in einem wachstumsschwachen Umfeld
Mehrwert für unsere Aktionäre zu schaffen, und setzen dabei auf
unsere Stärken als Branchenführer", so Borgas.
Im Juni beschloss RHI Magnesita mit BPI Inc. den Start eines
Recycling-Joint-Ventures. Mit diesem soll die Plattform für
Kreislaufwirtschaft in Nordamerika ausgebaut werden.
Rohstoffrecycling innerhalb der USA werde aus Sicht der RHI künftig
eine größere Rolle spielen - auch vor dem Hintergrund der höheren
Zölle.
bel/hel
ISIN NL0012650360
WEB https://www.rhimagnesita.com/
ISIN AT00BUWOG001 AT0000609607
WEB http://www.buwog.at
http://www.porr-group.com