EVN stellt auf flexible Photovoltaik-Einspeisetarife um
Fixe Vergütung läuft mit 30. April aus und wird durch
marktorientierte ersetzt - Rund die Hälfte der Kunden, die
Solarstrom an die EVN liefern, ist bereits im neuen Modell
Der börsenotierte niederösterreichische
Energieversorger EVN ändert die Einspeisetarife für
Photovoltaik-Kunden. "Die Werte für den eingespeisten Sonnenstrom
und für den bezogenen Strom zu anderen Zeiten klaffen immer
deutlicher auseinander", begründete EVN-Sprecher Stefan Zach am
Montag die Umstellung. Das alte Modell, das eine fixe
Einspeisevergütung gekoppelt an den Bezugstarif vorsah, läuft mit
30. April aus und werde durch eine "marktgerechte Vergütung"
ersetzt.Der neue Tarif namens "SonnenStromMonat" wird monatlich auf Basis
des Österreichischen Strompreisindex (ÖSPI) angepasst. Von den rund
70.000 der 120.000 Photovoltaik-Einspeiser, die ihren Strom an die
EVN verkaufen, sind nach Unternehmensangaben bereits mehr als 30.000
auf das neue Modell umgestiegen. In den kommenden Tagen werden
weitere Kunden angeschrieben, deren alte 1:1-Tarife demnächst
auslaufen.
Großer Zuwachs bei privaten Photovoltaik-Anlagen
Lange seien Photovoltaik-Anlagen im privaten Bereich eher
"Nischenprodukte" für wenige gewesen, wurde in einer Aussendung
erläutert. In den vergangenen Jahren habe dieser Bereich jedoch eine
"gewaltige Entwicklung" hingelegt. Waren es 2020 noch rund 40.000
Anlagen, so speisen jetzt mehr als 120.000 in das Netz der
EVN-Tochter Netz NÖ ein. Das entspricht etwa ein Viertel aller
österreichischen Anlagen. "Aufgrund der vielen Photovoltaik-Anlagen
braucht es nun eine marktorientierte Bewertung der
Einspeisevergütung", erklärte Zach. "Unsere Kundinnen und Kunden
bekommen nun schon seit längerem bei Ablauf der Preisgarantie ein
neues, günstiges Angebot für den Strombezug und im Rahmen dessen
auch einen neuen Abnahmevertrag für den eingespeisten Strom."
"Aktuell empfehlen wir unseren Kundinnen und Kunden ihren
Eigenverbrauch zu optimieren", sagte Zach: "Jede Kilowattstunde, die
selbst produziert und verbraucht wird, muss nicht gekauft werden."
Hilfreich sei auch ein Speicher. Bei dessen Anschaffung wird für
Kunden im neuen Modell ein Gutschein im Wert von 300 Euro angeboten.
Mehrere Anbieter haben bereits von fixen auf flexible Tarife
umgestellt. In der Vorwoche wurde etwa bekannt, dass der
teilstaatliche Energieversorger Verbund in den kommenden Monaten
rund 12.000 Verträge von privaten Solarstrom-Einspeisern kündigen
und auf Floater-Verträge ändern wird.
kil/ce/fel
ISIN AT0000741053
WEB http://www.evn.at
ISIN AT0000821103 AT0000606306
WEB http://www.uniqagroup.com
http://www.rbinternational.com/