Einschnitte und Androschs Widerstand
Auf der Jahrespressekonferenz des steirischen Technologiekonzern AT&S wurde überraschend bekannt, dass scharfe Einschnitte in das Geschäft nötig sind. Ein Stellenabbau von 1000 Mitarbeitern, der Verkauf des geostrategisch interessanten Werkes in Südkorea und weitere harte Sparmaßnahmen müssen durchgeführt werden. Eine mögliche Kapitalerhöhung durch die ÖBAG war nach Presseberichten am Widerstand von Aufsichtsratsvorsitzendem und Kernaktionär Hannes Androsch (86) gescheitert. Die Hauptversammlung ist für den 4. Juli 2024 terminiert.
IVA: Diese Einschnitte können im Zusammenhang mit der Eigenkapitalausstattung gesehen werden. Ob Androschs Widerstand im Sinne des Unternehmens war, kann daher diskutiert werden, jedenfalls wäre es durch einen Einstieg der ÖBAG zu einer Verwässerung des 17%-Anteils der Androsch Privatstiftung gekommen. Seit 1995 ist Androsch Aufsichtsratsvorsitzender. Nach internationalen Corporate Governance Standards ist dies untragbar. Androschs Unternehmertum hat zweifelsohne seine Meriten. Aber es zeigt sich einmal mehr, dass in Sachen Governance Fragen nach Interessenskonflikten zu stellen sind.