Q3-Ergebnisse treffen unsere Erwartungen, Vertragsabschlüsse für die Hauptproduktkandidaten lassen auf sich noch ein bisschen warten
Marinomed publizierte diese Woche ihre Ergebnisse der ersten drei Quartale 2023, die im Rahmen unserer Erwartungen lagen. Im 3. Quartal 2023 bremsten sich die Carragelose-Verkäufe weiter ein und mit einem Minus von 12% j/j beliefen sie sich auf EUR 1,9 Mio. Dank der starken Q1-Performance kumulativ in den ersten neun Monaten 2023 verzeichnete Marinomed relativ stabile Umsätze von EUR 7,2 Mio. (Q1-Q3 2022: EUR 7,1 Mio.). Höhere F&E-Aufwendungen sowie gestiegene Personalkosten drückten das Betriebsergebnis im Jahresvergleich tiefer ins Minus mit EUR -4,4 Mio. (Q1-Q3 2022: EUR 3,8 Mio.). Dank dem j/j verbesserten Finanzergebnis kam das Nettoergebnis bei EUR -5,6 Mio. zu liegen (nach EUR -5,8 Mio. in der Vergleichsperiode). Die Cash-Position am 30.September 2023 betrug EUR 2,8 Mio. Auf der positiven Seite gab Marinomed bekannt, dass sich Procter & Gamble die Rechte für das Allergiespray auf Carragelose-Basis in den USA sicherte.
Ausblick
Aufgrund der post-pandemisch gedämpften Nachfrage sowie der derzeit gut gefüllten Kundenlager rechnet Marinomed 2023 mit sinkenden Carragelose-Umsätzen. 2024 wird jedoch mit einer Erholung des Carragelose-Geschäfts gerechnet, auch die geplanten Einführungen von neuen Produkten auf Carragelose-Basis (Allergieblocker und Augentropfen) sollten die Umsätze unterstützen. Das Erreichen des kurzfristigen strategischen Ziels der operativen Profitabilität hängt nach wie vor vom erfolgreichen Abschluss neuer Li zenzverträge für die Hauptproduktkandidaten Budesolv und Tacrosolv ab. Da sich der genaue Zeitpunkt dieser Vertragsabschlüsse immer noch schwer vorhersagen lässt, prüft das Management derzeit verschiedene Maßnahmen, inklusive die Umstrukturierung des EIB-Darlehens, strategisches Eigenkapital, Fremdkapital oder Wandelanleihen sowie einen möglichen Verkauf von Assets. Trotz des schwierigen Umfelds ist der Vorstand optimistisch 2024 die Profitabilität zu erreichen.
Mit der Botschaft des Managements, dass der Zeitpunkt von Abschlüssen der entscheidenden Partnerschaftsverträge nicht genau absehbar ist (und daher zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu erhalten), werden die Anleger um mehr Geduld gebeten. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass der Abschluss der neuen Partnerschaftsverträge für die Schlüsselprojekte (Budesolv und Tacrosolv) neben der Markteinführung von Carragelose-Produkten in den USA die wichtigste Voraussetzung für eine Kurserholung der Marinomed-Aktie darstellt.