Extrem starkes Q3-Ergebnis überrascht positiv, Ausblick 2022 deutlich angehoben
Nach dem Rekordergebnis im Q2 übertraf die RBI auch im 3. Quartal 2022 mit einem außerordentlich starken Quartalsgewinn von EUR 1,1 Mrd. die Marktprognosen sehr deutlich. Ausschlaggebend für den Ergebnissprung (im Vorjahr lag der Q3-Nettogewinn bei EUR 443 Mio.) war der extrem starke Beitrag der russischen Tochterbank, die alleine im Q3/22 einen Gewinn nach Steuern von EUR 790 Mio. generierte. Zins- und Provisionsüberschüsse konnten besonders durch den Beitrag aus Russland kräftig gesteigert werden, gegenüber dem Vorquartal (Q2/22) lagen die Steigerungsraten bei 15% bzw. 27%. Aber auch außerhalb Russlands konnte der Zinsüberschuss in den ersten drei Quartalen signifikant erhöht werden (+38%), dabei unterstützten Leitzinserhöhungen in einigen CEE und SEE-Ländern. Auf Gruppenebene stiegen die Risikokosten verglichen mit dem Q3 im Vorjahr zwar deutlich an, sie sanken jedoch gegenüber dem Vorquartal (Q2/22). In den ersten drei Quartalen 2022 erhöhte sich die Neubildungsquote damit auf 0,71%, von 0,21% im Vorjahreszeitraum. Das starke Konzernergebnis bei gleichzeitig stabilen risikogewichteten Aktiva (RWA) führte zu einer deutlichen Steigerung der harten Kernkapitalquote auf 14,6% (transitional, inkl. Ergebnis Q1-3/22), von 13,4% im Q2/22.
Ausblick
Für 2022 hob der Vorstand den Ausblick abermals deutlich an. Der Konzern-Return-on-Equity (ROE) wird nun bei rund 25% erwartet (zu vor: mind. 15%). Die harte Kernkapitalquote soll zum Jahresende über 14% liegen. Der Zielwert des Managements wurde aufgrund steigender Kapitalerfordernisse ab Jänner 2023 auf 13,5% und für das Jahresende 2023 auf 14,0% angehoben. Für die Entscheidung über die Höhe der Dividende wird nun die Kernkapitalquote exklusive Russland als Basis heranzogen, da das in Russland generierte Kapital derzeit nicht an die Konzernmutter ausgeschüttet werden kann. Im Q3/22 lag die Quote bei 13,3%, zukünftig soll sie nicht unter 13% fallen. Über die Dividende 2022 wird erst 2023 entschieden. In Summe überraschten die Q3-Zahlen sehr positiv, auch der Ausblick liegt deutlich über unseren Schätzungen. Bezüglich des weiteren Vorgehens in Russland arbeitet die RBI weiterhin mit Nachdruck an der Evaluierung aller strategischen Optionen, ein Rückzug aus Russland ist weiterhin möglich. Die extrem günstige Bewertung der Aktie wird offensichtlich, wenn man das Verhältnis des aktuellen Kurses von rund EUR 14,5 zum Gewinn der ersten drei Quartale von EUR 8,31 je Aktie betrachtet. Wir bleiben bei unserer Kaufempfehlung.