Russland: Putin-Erlass erschwert Ausländern Verkauf von Banken
Liste der konkret betroffenen Banken bisher nicht
veröffentlicht - RBI: Prüfung aller Optionen für Geschäft in
Russland wird "konsequent vorangetrieben", auch Rückzug bleibt
Option
Während die Raiffeisen Bank
International (RBI) weiterhin alle Optionen für ihr Russlandgeschäft
prüft, könnte ein am 5. August veröffentlichter Erlass des
russischen Präsidenten einen etwaigen Abschied vom russischen Markt
deutlich erschweren. Der Erlass sieht vor, dass in Verbindung mit
"unfreundlichen Staaten" stehende ausländische Eigentümer ihre
Beteiligungen an nicht konkret genannten russischen Banken bis Ende
des Jahres nicht verkaufen dürfen.Im Erlass "Über die Anwendung von wirtschaftlichen
Sondermaßnahmen im Finanz- sowie Treibstoff- und Energiesektor im
Zusammenhang mit unfreundlichen Handlungen von einigen ausländischen
Staaten und internationalen Organisationen" hatte Wladimir Putin
dekretiert, dass der Verkauf von gewissen russischen Firmen, deren
Besitzer mit "unfreundlichen Staaten" in Zusammenhang stehen, bis
Ende 2022 untersagt wird. Möglich sind jedoch Ausnahmegenehmigungen
des Präsidenten.
Konkret sollen dabei auch Aktionen und Anteile von Banken in
Russland betroffen sein. Eine entsprechende Liste solle die
russische Regierung dem Präsidenten innerhalb von 10 Tagen
vorschlagen, hieß es im Erlass. Unklar blieb dabei, ob diese Liste
auch veröffentlicht werden muss. Österreich gilt aus russischer
Sicht jedenfalls formal als "unfreundlich", da es die EU-Sanktionen
im Zusammenhang mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine
mitgetragen hat.
Bei der RBI gab es indes auch fünf Monate nach dem Beginn eines
Nachdenkprozesses keine Entscheidung über die Zukunft der russischen
Tochterbank. "Wir treiben nach wie vor die Prüfung der strategischen
Optionen für das Russlandgeschäft konsequent voran", informierte am
Freitag eine RBI-Sprecherin. Dazu zähle auch ein möglicher Rückzug
aus dem Land, betonte sie.
hgh/stf
ISIN AT0000606306
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