Raiffeisen-Aufwand für Sberbank Europe bis zu 335 Mio. Euro
Strobl hat aber Hoffnung, dass tatsächlicher Schaden viel
geringer ausfallen wird
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KORREKTUR-HINWEIS
In APA0347 vom 31.03.2022 muss es im Titel richtig heißen:
Raiffeisen-Aufwand (nicht: RBI-Aufwand) für Sberbank Europe bis zu
335 Mio. Euro
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Der Aufwand für die gesicherten
Einlagen der Sberbank Europe, der auf die Raiffeisen Gruppe
entfällt, könnte sich auf bis zu 335 Mio. Euro belaufen. Laut dem
Bankchef der Raiffeisen Bank International (RBI), Johann Strobl,
besteht jedoch die Hoffnung, dass der "Schadensfall deutlich
geringer sein wird", so Strobl im Rahmen der Hauptversammlung am
Donnerstag. Als Konzern sei Raiffeisen nur indirekt betroffen, "mit
einem kleinen Teil aus der Bausparkasse", so Strobl weiter.
Laut der Einlagensicherung Austria (ESA) belaufen sich die
gedeckten und damit zu entschädigenden Einlagen bei der Sberbank
Europe, der Anfang März von der Finanzmarktaufsicht der
Geschäftsbetrieb untersagt wurde, auf 947 Millionen Euro. Davon
entfallen 939 Mio. Euro auf 34.800 Privatkunden in Deutschland. In
Österreich sind lediglich 120 Kunden betroffen.
Die Sberbank Europe ist die EU-Tochter der teilstaatlichen
russischen Sberbank. Geldabflüsse nach Beginn des Ukraine-Kriegs und
den folgenden Russland-Sanktionen der Europäischen Union haben die
Bank in Schieflage gebracht.
Da die Bank zum gesonderten Rechnungskreis gehört, muss die ESA
den Aufwand nicht komplett selbst tragen, sondern es müssen alle
Einlagensysteme in Österreich für die gesicherten Einlagen einstehen
- auch die der Raiffeisen-Gruppe und der Sparkassengruppe. Die
Verteilung der Last beläuft sich auf rund 40 Prozent für die ESA, 36
Prozent für Raiffeisen und 24 Prozent für die Sparkassen-Gruppe.
Gesichert sind in Österreich aufgrund des Einlagensicherungs- und
Anlegerentschädigungsgesetzes (ESAEG) Kundenguthaben bis zu 100.000
Euro pro Person.
Bis dato hat die ESA nach eigenen Angaben bereits 891 Mio. Euro
ausgezahlt, das sind 94 Prozent der gedeckten Einlagen. Damit wurden
bereits 25.900 Kunden oder rund drei Viertel aller Kunden (74
Prozent) bedient. Eine Insolvenz der Sberbank Europe im Zuge der
aufsichtlichen Maßnahmen gilt unter Experten als sehr
wahrscheinlich. Ob und wann ein Insolvenztatbestand erfüllt ist,
muss der von der FMA als Aufpasser bestellte Regierungskommissär
feststellen.
bel/tsk
ISIN AT0000606306 RU0009029540
WEB http://www.rbinternational.com/
http://www.sberbank.at
ISIN DE0007472060
WEB http://www.wirecard.de