RBI prüft alle Optionen für Russland, Ausstieg nicht ausgeschlossen
Strobl: Noch die da gewesene Situation veranlasst Bank, ihre
Position zu überdenken - Aktie gibt deutlich nach
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Neuer Einstieg, weitere Details
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Der Ukraine-Krieg bereitet der
Raiffeisen Bank International (RBI) zunehmend Sorgen. Trotz
mehrmaliger Betonung in den vergangenen Wochen, dass man den
russischen Markt nicht verlassen wolle, kündigte das Institut heute
an, nun alle möglichen Optionen für das Geschäft in Russland zu
prüfen - "bis hin zu einem sorgfältig gesteuerten Ausstieg aus der
Raiffeisenbank in Russland", so RBI-Chef Johann Strobl in einer
Aussendung vom Donnerstag.
"Diese noch nie dagewesene Situation veranlasst die RBI, ihre
Position in Russland zu überdenken", so der Bankchef. Vor einigen
Wochen war der Tenor aus der Chefetage noch ein anderer. "Die
Raiffeisen Bank International hat keine Pläne Russland zu
verlassen", hieß es beispielsweise Anfang März in Reaktion auf einen
Reuters-Bericht, dass die Bank einen Rückzug erwäge. Auch in einem
Analystencall vor einigen Wochen betonte Strobl mehrmals, dass er
kein Szenario sehe, in dem die RBI Russland verlässt. Nun ist ein
Verkauf oder gar ein Exit der Raiffeisen aus Russland aber nicht
mehr ausgeschlossen.
Die russische Raiffeisen-Tochter will indessen weiterhin auf dem
russischen Markt tätig sein - unabhängig von der Entscheidung der
Mutter, schrieb Reuters am Donnerstag unter Berufung auf eine
separate Mitteilung der russischen Tochter. Der Ausstieg der RBI sei
"ein letzter Ausweg", hieß es. Eine endgültige Entscheidung gebe es
aber noch nicht. Die Geschäfte würden aber in vollem Umfang
aufrechterhalten werden und man könne die lokalen Kunden weiter
bedienen.
Seitens der RBI in Wien hieß es dazu auf APA-Anfrage, man werde
alle Optionen ergebnisoffen prüfen. "Es gibt keine Vorfestlegung."
Die RBI und ihre Töchter würden jedenfalls weiterhin "in
Übereinstimmung mit den lokalen und internationalen
Sanktionsgesetzen" agieren, hieß es in der Aussendung der Bank.
Zudem wies die RBI darauf hin, dass die Töchter eigenfinanziert und
gut kapitalisiert seien.
Raiffeisen ist seit mehreren Jahrzehnten stark in Russland
investiert. Die Region Russland, Ukraine und Weißrussland gilt als
Cashcow für die Bank. Das Geschäft in Russland machte zuletzt fast
ein Drittel des Nettogewinns der Gruppe aus. In der gesamten Region
"Osteuropa", die Russland, Weißrussland und die Ukraine umfasst, hat
die RBI laut Geschäftsbericht für 2021 rund 600 Mio. Euro Gewinn
gemacht. Das entspricht knapp der Hälfte des im Vorjahr erzielten
Konzerngewinns von 1,37 Mrd. Euro.
Zudem hat die RBI in Russland 2,4 Mrd. Euro an Eigenkapital
stecken. Das Kreditvolumen liegt bei 11,6 Mrd. Euro, davon sind in
etwa 473 Mio. Euro von den Sanktionen gegen Russland betroffen. Das
Gesamtexposure beziffert die Bank auf 22,9 Mrd. Euro. In Russland
hat die RBI derzeit rund 9.000 Mitarbeiter.
Wie es mit dem Geschäft in der Ukraine weitergeht, dazu wollte
sich die Bank heute noch nicht äußern. Die Filialen seien dort "wo
es die Situation zulässt" noch offen, sagte eine Sprecherin zur APA.
Insgesamt beschäftigt die RBI 6.600 Mitarbeiter in der Ukraine,
nicht alle seien aber mehr im Land, einige würden mittlerweile auch
von anderen Ländern aus arbeiten. Das Exposure der RBI in der
Ukraine liegt bei 4,4 Mrd. Euro. Das Kreditvolumen beläuft sich auf
2,2 Mrd. Euro und das Eigenkapital auf 320 Mio. Euro.
bel/itz/cri
ISIN AT0000606306
WEB http://www.rbinternational.com/
ISIN US1912161007 US5801351017
WEB http://www.coke.at/
http://www.aboutmcdonalds.com/mcd.html